Alcahest, Alkahest


 

Es ist dies eine Bezeichnung, welche sowohl in alchemistischer als auch mystischer Beziehung gebraucht wurde.

Die Alchemie verstand darunter ein allgemeines Lösungsmittel, welches angeblich alle Körper aufzulösen imstande sein sollte. Glaubers Alkahest bestand z.B. aus einer Auflösung von kohlensaurem Kali in Wasser und wurde durch Abdetonieren von Salpeter mit Kohlenpulver hergestellt.

Das von Raspur gebrauchte Alkahest war eine Auflösung von Zinkoxyd und kaustischem Kali und wurde durch Abdetonieren von Salpeter mit Zink hergestellt.

Das Alkahest im mystischen Sinne ist das geistige "Ich", das Göttliche im Menschen.

Was die Herstellung des Alkahest anbelangt, so gibt Paracelsus darüber Folgendes an:

"In einer Retorte wird Alkohol auf reinen Ätzkalk gegossen. Es wird dann die Destillation eingeleitet und solange fortdestilliert, bis der Rückstand in der Retorte vollkommen trocken geworden ist. Nun wird das Destillat wieder auf den Rückstand gegossen und nochmals destilliert. Dieser Vorgang wird zehnmal nacheinander durchgeführt. Man bemerkt bereits nach der zweiten Destillation einen knoblauchartigen Geruch des Alkohols (dessen Ursprung vermutlich auf im Kalke enthaltene fossile Reste zurückzuführen ist). Dieser Geruch erleidet während der folgenden Destillationen verschiedene Änderungen, erreicht nach der neunten Destillation seinen Höhepunkt, geht aber bei Ende der Operation wieder zurück. Sonderbar ist, dass der Alkohol während dieser aufeinanderfolgenden Destillationen klar ist, und nur während der siebenten Destillation eine Trübung aufweist, welche aber bei Schluss der ganzen Operation wieder verschwindet. Das Nächste ist nun, dass man eine Mischung von fünf Teilen Kalk und einem Teil reiner Pottasche mit ungefähr zwei Unzen des absoluten Alkohols behandelt, was in einer Weise geschehen muss, dass die feste Mischung in die Retorte, der Alkohol aber in den vorliegenden Rezipienten gegeben wird. Bei Erhitzung des Gemenges in der Retorte steigen aus demselben weisse Dämpfe auf, welche vom Alkohol in der Vorlage begierig aufgenommen werden. Die Erhitzung wird solange fortgesetzt, als die erwähnten weissen Dämpfe aufsteigen. Hierauf wird der Alkohol in eine Schüssel gegossen, entzündet, und verbrennt bis auf einen kleinen Rückstand, in welchem man den "angeblichen Alkahest" zu erblicken hat."

Dieser Rückstand soll nach unserem Gewährsmanne ein Pulver von meist rotbrauner Farbe sein, welches sich sehr verschieden verhält und bei Erwärmung gelb oder weiss wird. Er soll auch zu verschiedenen Zeiten auf verschiedene chemische Reagentien verschieden einwirken.

Nach Madame Blavatsky ist der Alkahest eine primordiale Erde, welche, auf ihren Ursprung zurückgeführt, in sich die Essenz alles dessen enthält, aus dem der menschliche Körper aufgebaut ist.

Das Hauptcharakteristikum des Alkahest soll dessen angebliche Eigenschaft sein, sämtliche irdischen Körper mit Ausnahme des Wassers aufzulösen und zu verändern.

Die alten Okkultisten schrieben dem Alkahest unter anderem noch die wunderbare Fähigkeit zu, gewöhnliches Glas in einen hämmerbaren Zustand zu versetzen, so dass man es wie Metall bearbeiten kann. Angeblich sollen derartige Glaswaren heute noch in tibetanischen Klöstern aufzufinden sein.

Wir vermeiden an dieser Stelle mehr über den Alkahest und dessen Bereitung sowie Eigenschaften zu sagen, um die einem lexikarischen Werke gezogenen Grenzen nicht zu sehr zu überschreiten. (Gessmann 1899)

 

Ein sagenhaftes Corrosivum der arabischen Alchimie. Vermutlich ein aus dem Salz gezogenes Menstruum. (Waltharius 1956)  

 

Bezeichnung für ein spezielles Lösungsmittel. Abhängig vom Verfasser wird damit das "geheime Feuer", der "Merkur der Weisen" oder der "Weingeist der Adepten" bezeichnet. Manche Autoren benutzten diesen Begriff auch unterschiedslos für alle alchemistischen Lösungsmittel. Der wahre Alkahest löst einen Stoff auf und lässt sich anschliessend durch Destillation  wieder davon abscheiden, wobei die Kraft des Lösungsmittel vollständig erhalten bleibt. (Hornfisher 1998)

 

siehe auch Menstruum

 

 

 

 

       

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