Die Bedeutung des Pentagramms

 

Glauben ist leichter als Denken.

Liber Freakonomikon

 

 

as Pentagramm drückt die Herrschaft es Geistes über die Elemente aus und mit diesem Zeichen bezwingen wir die Geistwesen der Luft, des Feuers, des Wassers und der Erde. Es ist der Stern der Magie, der flammende Stern der gnostischen Schulen, das Zeichen der intellektuellen Macht und uneingeschränkten Herrschaft. Es vollkommen zu verstehen heisst, den Schlüssel zu den zwei Welten zu besitzen – es ist die absolute Natur-Philosophie und Natur-Wissenschaft. Den Schlüssel anzuwenden ohne ihn vollständig und vollkommen zu verstehen, ist indes höchst gefährlich. Alle Mysterien der Magie, alle Symbole der Gnostik, alle Diagramme des Okkultismus, alle kabbalistischen Schlüssel der Prophezeiung sind in dem Zeichen des Pentagramms zusammengefasst, von dem Paracelsus verkündete, dass es von allen das grösste und mächtigste sei.

 

Dies schrieb Eliphas Levi, der grosse magisch-okkulte Tausendsassa und Ex-Geistliche des 19. Jahrhunderts. Nun, Levi verkündet auch, dass das Pentagramm ein Symbol des Mikrokosmos sei, mit anderen Worten ein Symbol des Menschen und Pentagramm mit Elementzuordnunger empfiehlt, dass es aus sieben Metallen hergestellt werden muss. Letzteres bezieht sich natürlich auf die okkulte Theorie, der siebenfachen Beschaffenheit des Menschen und auf die ausbalancierte Aktivität der sieben inneren Sterne, der Chakren der Yogis und der "Metalle" der Alchemisten.

 

Die Elemente, die den jeweiligen Pentagrammspitzen zugeordnet sind, entsprechen übrigens der okkulten Tradition. Dies Zuordnung finden wir schon bei der 10. Tarotkarte "Das Glücksrad".

 

Der Löwe entspricht dem Feuer und dem ersten Buchstaben Jod, des JHVH, dem Tetragrammaton und Gottesnamen, der wörtlich, "das was war, ist und sein wird" bedeutet. Der Adler (Skorpion) wird dem Wasser und dem zweiten Buchstaben Heh zugeordnet, der Mensch (Wassermann) der Luft und dem dritten Buchstaben Vav, der Stier der Erde und logischerweise dem letzten Buchstaben Heh, des . Die Quintessenz wird durch die Sphinx und Shin, dem Lebensatem der Götter, dargestellt. Die Anordnung der Elemente um das Pentagramm entsteht auf ganz natürliche Weise, nämlich durch das Verdichten des geistigen Prinzips in die materielle Form. Quintessenz – Feuer – Luft – Wasser – Erde.

 

Betrachten wir nun das Pentagramm unter dem Blickwinkel des goldenen Schnittes, welches eine perfekte geometrische Anordnung extremer und mittlerer Proportionen repräsentiert.

 

Die Faustregel des goldenen Schnittes ist nun wie folgt:

Der kleinere Teil verhält sich so zum grösseren Teil, wie der grössere Teil zum Ganzen.

 

"Hääääh..., guter Frater? Geht das nicht ein wenig konkreter?"

 

Also, in der okkulten Philosophie wird die Natur als der kleinere Teil bezeichnet, der Mensch als der grössere Teil und das kosmische Bewusstsein als das Ganze. Für die stumpfe Menschenmasse hat die Natur den Anschein grösser zu sein, jedenfalls was Masse und Ausdehnung anbelangt, doch der okkulten Theorie gemäss wird das wahre Mass hier nicht in Begriffen der Masse berechnet, sondern vielmehr in Begriffen des Bewusstseins. Aufgrund seines höheren geistigen Rüstzeugs kann der Mensch somit die Natur verstehen und ihre Kraft beherrschen.

 

Schau dir das unten-links dargestellte Pentagramm an.

 

Die 5 (die Länge des kürzeren Abschnitts) verhält sich zur 8 (die Länge des längeren Abschnitts) in etwa so, wie die 8 sich zur 13 (die Länge der Summen dieser beiden Abschnitte) verhält.

 

Beachte bitte, dass diese ganzen Zahlen natürlich die exakten Proportionen nicht ausdrücken können und diese nur Annäherungen sind.

Trotzdem bieten die Zahlen, die bei dem Pentagramm eingesetzt sind, der geneigten Leserschaft einige wertvolle kabbalistische Anhaltspunkte.

 

Zuerst wird die Länge der Seiten des umschliessenden Pentagons mit jeweils 13 Einheiten berechnet. Der Umfang dieses Pentagons besteht daher aus der Summe seiner Seiten, die da wären 65 Einheiten.

65 ist die Zahl des Gottesnamens  Adonai "Herr". Adonai wird der 10. Sephirah Malkuth zugeordnet und verkörpert Manifestation und die Erde.

 

65 ist übrigens auch der Zahlwert des Hauptwortes Haikal, was sowohl "Tempel" oder "Palast" bedeutet und auch das Verb Haws "still, besänftigen, sei ruhig" summiert sich zu diesem Zahlenwert.

 

Jede der Linien des Pentagramms ist 21 Einheiten lang. 21 ist die Zahl des Gottesnamens Eheieh, der Kether zugeordnet wird und was soviel wie "Ich bin", oder "Ich werde sein" bedeutet.

Zudem ist die 21 auch der Zahlenwert von Jeho. Dieser Name erscheint in diversen Umstellungen im   Sepher Jetzirah und definiert, in all seinen möglichen Umstellungen, die sechs Richtungen die den Raumwürfel definieren.

 

Weitere hebräische Wörter, die den Zahlenwert 21 aufweisen und von Interesse sein mögen sind:

Hawgeeg "Meditation" und Khesev "Vision, Form, Erscheinung".

 

Fassen wir dies nun zusammen.

Der Tempel oder Palast ist natürlich der physische Körper. Allein schon diese Bezeichnungen für den physischen Körper weisen darauf hin, dass unsere physische Erscheinung, unser materieller Körper, ein geweihter Tempel und Palast ist. Doch wer mag nun in diesem Tempelchen und schmucken Domizil verweilen?

 

"Natürlich der Baumeister des Universums, Adonai, das liebe Herrgöttchen!", frohlocken die Weissmagier-Gutmenschen in ihren Tempeln und beweisen diese "Tatsache" analog dieser kabbalistischen Zahlenspielerei.

 

Aus genau diesem Grunde weisen wohl die meisten esoterisch-okkulten und religiösen Lehren immer wieder auf die Notwendigkeit hin, das erbärmliche Ego loszulassen und die schnöde Persönlichkeit zu verleugnen. Sie behaupten, dass sich nur so der/die spirituell Suchende gleichsam in einen Einfüllstutzen zu transformieren vermag, um die erhabensten Energien (den heiligen Schutzengel, ausserirdische Intelligenzen vom Sirius, Gott und Meister Jesus usw.) gebührend und angemessen kanalisieren zu können.

Ja, nur so wird erleuchtender Frieden einziehen und das persönliche Leiden, Mühen und Streben endlich, endlich ein Ende haben.

 

Doch, hmmm..., eigentlich merkwürdig!

Ist dir nicht auch schon aufgefallen, was all diese hochgeistigen Wege in Wirklichkeit von uns abzuverlangen versuchen?

 

Erscheint es sinnvoll, dass wir diesen Lehren Glauben schenken und ihnen bereitwillig unsere Individualität, unsere Einmaligkeit und unsere Unverwechselbarkeit, sprich das Wertvollste was wir besitzen, auf ihren staubigen Altären opfern?

 

Um eines höheren Heils willen?

Tja, wem`s gefällt!

 

Praktisch ist es allemal, auch losgelöst von all dem schmückend religiösen und esoterischen Beiwerk, denn Menschen, die mehr oder weniger freiwillig ihre Individualität für ihr spirituelles Wohlergehen opfern, sind von Gruppierungen die dies als Notwendigkeit verkünden schon mal leichter lenk- und manipulierbar, was sinnvoll erscheint, wenn man eine gläubige, gut zahlende Herde zusammenhalten will.

Nicht zu vergessen ist ebenso, dass letztendlich auch jede einzelne Person dieser Gruppierung von dieser Massnahme profitiert. Was für ein paradiesischer Zustand muss es wohl sein, wenn man als dauergrinsender Religions- oder Okkultzombie in der Masse der anderen Gläubigen aufgehen darf und sich vor dem Leben mit all seiner Willkürlichkeit und seinen Höhen und Tiefen verschliessen kann, seufz...!

 

ALTERIVS NON SIT, QVI SVVS ESSE POTEST.
Sei keines anderen Knecht, wenn du dein eigener Herr sein kannst.

Motto von Philippus Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493-1541)

 

Also, warum denn freiwillig Sklave sein, wenn man seine eigene Herrin und sein eigener Herr sein kann und mit Selbstverantwortung das eigene Leben zu meistern vermag?

 

Schmeiss somit, sofern du magst, alle fremden göttlich-religiösen Herrinnen und Herren, all diese künstlich-spirituellen Layouts und pseudo-okkulten Vorstellungen, die dein wahres Wesen negieren und verschleiern aus deinem neuronalen Netzwerk und lasse deine Einzigartigkeit, deine Individualität, mit all ihren Ecken und Kanten, in deinem Palast, in deinem Tempel, wieder ihre Wohnstatt einnehmen.

 

"Töte Buddha, töte die Boddisattvas, töte alle staubigen Konzepte eines göttlichen Selbstes, denn nur so wirst du den Netzen entfliehen und wahrhaft frei sein!"

 

Sei einfach ruhig und suche die Schönheit und die Kraft die in dir liegt, kultiviere dein Wesen, höre auf, dich selbst zu bekriegen und besänftige dich selbst.

 

Es ist wirklich ganz einfach: Liebe, akzeptiere und achte dich einfach so, wie du bist!

Sei unverwechselbar dich selbst!

Geniesse das Leben!