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Das Sepher Jetzirah
Das
Buch der Formgebung
Die ganze Vorstellung von Gott
stammt
von den alten orientalischen
Gewaltherrschaften.
Es ist eine Vorstellung,
die freier Menschen unwürdig ist.
Bertrand Russel

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`Ne alte Schwarte aus
Mantua im Jahre
des Herrn 1562
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as
Schrifttum der
   Kabbala
umfasst so einige Grundschriftchen, um die sich im Laufe der Zeiten eine
wahrhaft unübersehbare Kommentarliteratur gerankt hat.
Eines
der ältesten Werke ist wohl das so genannte
   
  Sepher Jetzirah (bisweilen auch Jezirah geschrieben), das Buch der Formgebung, eine aus
Buchstabenspekulation entwickelte Schau der
Schöpfungskräfte, voll dunkler Anspielungen und kosmischer Symbolik.
In
ihm finden sich bereits alle Grundelemente der
Kabbala, vor allem die Ansätze
der späteren Sephiroth-Spekulation.
Der kabbalistischen Legendenbildung gemäss wird
es auf
    Abraham zurückgeführt, geschichtlich lässt es sich bis ins 2.
Jahrhundert n.u.Z. nachweisen und liegt in einer längeren und einer kürzeren
Version vor. Es soll von dem Legenden umrankten Rabbi Akiba
ben Josef (50 - 135 n.u.Z.) komponiert worden sein, einem der bedeutendsten
Väter des rabbinischen Judentums.
Rabbi Akiba war nach Aussagen des
Talmud ein armer, ungebildeter Schäfer, der erst mit 40 Jahren das Studium der
   Torah ergriff und nach 13 Jahren selbst ein Torah-Gelehrter wurde.
Für das rabbinische Judentum ist
er vor allem aus einer Hinsicht bedeutend:
Er gilt als der erste Sammler und
Gestalter der Mischnah-Texte (hebräisch: Wiederholung), die die jüdische
Auslegung der Torah bilden.
Rabbi Akibas bedeutendster Schüler
war übrigens niemand anders als Rabbi Simon ben Jochai, die berühmt
berüchtigte Hauptfigur des wichtigsten Werkes der
Kabbala,
des Sohar.
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Du grosser Gott der Liebe,
ich
Abraham, folge gehorsam
deinem
Befehl und schlachte nun
meinen
eigenen Sohn, auf dass dies
dein
Herz erfreuen möge!
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Nebst dem Designen der Mischna und
eventuell des Sepher Jetzirah, füllte Rabbi Akiba seine Freizeitaktivitäten auch noch mit
Unterstützungsaktionen für seinen Polit- und Kampfkumpanen Bar Kochba auf.
Simon Bar Kochba
war ein jüdischer
Militärführer und religiös-politischer Messias, der einen Aufstand gegen die Römer von 132 bis 135 n.u.Z. führte.
Nach ihm wurde sinnigerweise diese Auflehnung als Bar-Kochba-Aufstand
bekannt. Auslöser war das römische Verbot der jüdischen Beschneidung,
Ritsche-Ratsche...!
Rabbi Akiba, der den Aufruhr
stützte, hielt Bar Kochba für den lang erwarteten jüdischen Messias. Deswegen
prophezeite er, dass der Aufstand erfolgreich sein würde. Mit dem Sieg der Römer
wurde jedoch auch Akiba klar, dass er sich wohl ein klein wenig geirrt haben
musste.
Trotz der Anfangserfolge wurde der
jüdische Aufstand brutal vom römischen Kaiser Hadrian niedergeschlagen. Bar
Kochba wurde an der Festung von Betar, seinem letzten Rückzugsort südwestlich
von Jerusalem, getötet. Viele seiner Anhänger wurden brutal hingerichtet, unter
ihnen auch Rabbi Akiba.
Mit der Niederlage Bar Kochbas war
der Aufstand endgültig beendet. Jerusalem war ausgelöscht, jüdischen Menschen
wurde es verboten, dort zu leben. Auf den Ruinen Jerusalems wurde die neue
römische Stadt Aelia Capitolina gegründet.
Bei einem unbefangenen Studium der
Lebensgeschichte von Rabbi Akiba könnte einem bewusst werden, dass Rabbi Akiba, nebst Simon Bar Kochba,
die Hauptschuld an der grausamen Vertreibung des jüdischen Volkes und der
Zerstörung Jerusalems trägt.
Diese Erkenntnis wird von der
treugläubigen Kabbalistengemeinde, mit all ihren Buchstabenumstellungen und
Zahlenspielereien nur zu gerne ignoriert, denn ... einer der grössten
kabbalistischen Mystiker und Gelehrten, der sich trotz Kabbala so grundlegend
und fundamental irren kann?
Das geht doch nicht! Zu
schrecklich!
Hatte er wohl eine Rechenschwäche oder
war er Legastheniker?
War er möglicherweise nicht im
Besitz der Elberfelder Einheitsübersetzung oder hatte er es etwa sogar gewagt, ein
klitzekleines Jota zu verändern?
Nun, wie dem auch sei, jedenfalls
existieren vom
   
  Sepher Jetzirah gleichwohl einige zum Teil doch sehr unterschiedliche Übersetzungen.
Eine der ersten wurde im
Buch Oedipus Aegyptiacus von Athanasius Kircher, die er aus
einem hebräisch-aramäischen Dokument übersetzt hat, veröffentlicht. Daraufhin
folgte Wynn Westcotts
Übersetzung, deren Text er der hebräischen Version von Johannes Stephanus
Rittangelius entnommen hat (Amsterdam 1642).
Auch die Übersetzungen der Comtesse Calomira Cimara und von Knut Stenring
erlaube ich mir, hier mal kurz zu erwähnen.
Der
hier vorliegende kleine Text basiert auf einem sorgfältigen Studium verschiedener
Texte meinerseits. Zudem wurden die Zuordnungen gegebenenfalls von meiner Wenigkeit grosszügig an die neuzeitliche okkult-kabbalistische Tradition
angepasst. (Erboste kabbalistische Puristen mögen mir dies
nachsichtig und gnädigst verzeihen!)
erster
Abschnitt
zweiter
Abschnitt
dritter
Abschnitt
vierter
Abschnitt
fünfter
Abschnitt
sechster
Abschnitt


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