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Malkuth - das Königreich
Die Manifestation
Die Lebenszeit ist ein Kind,
das mit Murmeln spielt.
Königreich des Kindes.
Heraklit (6. Jh.v.u.Z.)

ie
  
Sephirah     Malkuth repräsentiert die gesamte mit den Sinnen fassbare physische Welt.
Obgleich
die physische Welt jedem verständlich erscheint, gibt es wahrscheinlich nur
wenig Menschen, die in ihr bewusst im Hier und Jetzt leben können. Diese
Wenigen vermögen ihr Bewusstsein auf das hier und heute zu konzentrieren und
nicht glücklichen oder traumatischen Zuständen der Vergangenheit
nachzuhängen. Desgleichen ist ihre Aufmerksamkeit auch nicht sorgend oder
hoffnungsvoll träumend in die Zukunft gerichtet.
Viele
Menschen lassen ihr Leben nur von emotionalen und mentalen Tendenzen bestimmen
und versäumen so den Moment und die Sinnesfreude im physischen
Leben.
Der
Sinnesfreude und der Sinnlichkeit wird von vielen esoterischen Gemeinschaften
oft eine Art religiöse Aversion entgegengebracht. Schon allein das Wort hat in
vielen "spirituellen" und religiösen Kreisen einen leichten negativen
Beigeschmack und glauben, dass Sinnesfreude sich nur im Schwelgen in groben
Sinnenfreuden äussert. Dies ist nur ein weiteres Symptom der verklemmten,
puritanischen Pathologie, welche sich bemüht, alle Sinnlichkeit in den Schmutz
zu ziehen.
Es ist seltsam, dass wir dem Bereich der physischen Empfindungen mit einer
derartig ambivalenten Einstellung gegenübertreten.
So glauben denn viele Suchende, die spirituelle Praxis bestehe darin, der Welt
zu entsagen, dass man sich zurückziehen müsse von der "bösen Welt" mit ihren
"Versuchungen und Zerstreuungen" und nur noch ein Leben der Besinnung und der
Meditation, ein so genanntes kontemplatives Leben führen sollte, sich am Besten
gleich auch noch der elenden, grobstofflichen Nahrung entledigt und sich nur
noch von strahlenden Licht der Sonne ernährt.
Und
so ziehen sich denn viele zurück in eine Eremitage, in ein Kloster oder sitzen
bloss
noch zu Hause auf dem Meditationskissen und meinen, das sei jetzt ein
spirituelles Leben.
Manch
ein Mensch, der sich zurückgezogen hat von der Welt und nur noch in stiller
Kontemplation lebte, ist umgefallen, als er wieder mit der Welt konfrontiert
wurde.
Er
konnte das Leben im Trubel der Welt nicht ertragen und warum ist dem so?
Weil
das "Heilige" und das "Gewöhnliche" zusammengehören und
nicht getrennt werden kann. Spirituelles und der Alltag, heisst es oft, müssen
polarisiert werden. Dem ist aber nicht so! Das "Heilige" und das
"Gewöhnliche" müssen nicht polarisiert werden, weil es gar nichts zu
polarisieren gibt!
Sie
sind ein und dieselbe Wirklichkeit.
Das
wäre genauso, als wenn man sagen würde, dass das Meer und die Wellen auf der
Oberfläche des Meeres polarisiert werden müssen, dass sie harmonisiert werden
müssen. Welch ein Unsinn! Beides ist eine Wirklichkeit! Wenn wir überall in
der physischen Natur nur noch Fallen vermuten, denen wir unentwegt und
angestrengt ausweichen müssen, können wir uns ganz gewiss nicht
weiterentwickeln.
Die materielle Welt wird in der okkulten Theorie als ein "irdischer Brennpunkt" der kreativen
Kräfte des kosmischen Bewusstseins angesehen. So stellen Geist und
Materie zwei grosse Pole in einer riesigen kosmischen Batterie dar. Jeder Pol muss "funktionsfähig" sein,
so wird behauptet, bevor der Strom im magischen Kreislauf
fliessen
kann. Wir kommen hier auf den hermetischen Grundsatz zurück: "wie
oben so unten."
In
William Blakes "Prophezeiungen der Unschuld" wird dieser hermetischen
Erkenntnis Ausdruck verliehen. Dort heisst es:
"Erkenne eine Welt in einem Sandkorn und einen Himmel in einer wilden Blume.
Halte die Unendlichkeit in deiner Hand umschlossen und die Ewigkeit in einer
Stunde."
Es gibt verschiedene Namen, welche
   
Malkuth als "Pforte" bezeichnen.
So weist z.B. die "Pforte des Todes",
auf die grosse Abgrenzung hin, nämlich auf Geburt und Tod. Durch die Geburt kommen wir in die
physische Welt, durch den Tod verlassen wir sie. Tod und Geburt sind nur zwei Seiten
der gleichen Medaille.
Jenseitsreligionen, wie es die meisten religiösen Bewegungen und Institutionen
sind, rühmen sich, Hoffnung und Trost zu spenden und erreichen das durch Lehren
von einem besseren Jenseits, besserem Karma oder Leben auf einem fremden
Planeten und/oder Raumschiff mit erleuchteten Ausserirdischen.
Doch statt den Tod mit diesen
fiktiven Verheissungen zu verdrängen, könnten wir ja erst einmal lernen ihn erst
zu nehmen. Und in der Überzeugung, dass der Tod sein letztes Geheimnis niemals
Preis geben wird, bieten sich daher für jeden Geschmack die passende Version
an.
Sie
reicht von einem Leben in himmlischen Sphären, einer Wiedergeburt, vom
Fortleben in den Nachkommen und in deren Erinnerung, von einem schattenhaften
Dasein in der Unterwelt bis zu einem Fortleben bei den Göttern hin.
Hier
muss jeder und jede die für ihn/sie gültige Wahrheit selbst finden.
Der
Kaiser fragt Gudo, den Zenmeister: "Was geschieht mit einem Menschen nach
dem Tod?"
Gudo
sagte: "Wie soll ich das wissen, ich bin noch nicht gestorben."
Hmmmm...,
wie wäre es deshalb, wenn man sich erst einmal mit dem Leben vor dem Tod
auseinandersetzen würde und der Kraft, das eigene Schicksal zu meistern?
"Warum wollt ihr wissen, was nach eurem Tod mit euch geschieht?"
fragte der sterbende
Zen-Meister seine
wissbegierigen, ungeduldigen Schüler.
"Findet lieber heraus, wer ihr jetzt seid!"
Also,    
Malkuth ist das mystische Tor zu unserem wahren Ich. In     Malkuth wird unsere Innenwelt
unwillkürlich nach aussen projiziert und färbt somit die Aussenwelt.
Bist
du depressiv, so siehst du deine Umwelt grau und düster. Bist du verliebt, so
siehst du überall Positives, Harmonie und Zärtlichkeit. Der Kriminelle sieht
im anderen den möglichen Betrüger. Der Ehebrecher sieht im Partner den
Ehebrecher, der sexuell Ausgehungerte sieht überall Sexsymbole, der Künstler
sieht unentwegt Kunstwerke, der Erleuchtete sieht im Gegenüber die Erleuchtung
und der Sucher nach der Göttlichkeit sieht sie in jeder Pflanze und jeder
vorbeiziehenden Wolke.
Dein Selbst ist in    
Malkuth gespiegelt und du siehst darin, was du selbst bist.
Bist
du ehrgeizig, siehst du überall Ehrgeizlinge, bist du aggressiv, siehst du
überall Streithähne, die sich mit dir anlegen wollen. Du nimmst die Welt nicht
objektiv wahr, sondern projizierst die Innenwelt deiner Einstellungen,
Hoffnungen, Ängste, Wünsche und Phantasien nach draussen in die
Gegenstände.
Die
gleiche Rose ist für verschiedene Menschen eine anderer Blume. Der Rose ist das
gleichgültig, sie ist unabhängig von unseren Meinungen und Interpretationen so
wie sie ist.
Die
Rose, wie auch die Manifestation (uns eingeschlossen) kann man erst dann total
erkennen, wenn man ihr unvoreingenommen ohne Vorurteile, ohne Einstellung, ohne
Meinung, ohne Hoffnung, Wertung, Idealisierung oder Moral begegnet.
Dann
stellt sich klares Erkennen ein.
Der
Raum um dich herum und in dir selbst öffnet sich und du öffnest dich der
Wahrheit, wie sie nun mal ist und du akzeptierst sie bedingungslos.
Man könnte in einem gewissen Sinne diese Erfahrung "Erleuchtung" nennen, wenn
dir viel an diesen Begrifflichkeiten liegt. Jedenfalls erlöst dich diese tiefere
Einsicht nicht von allen Problemen, du wirst nicht unbedingt weiser dadurch und
bekommst dadurch auch keine übernatürlichen Fähigkeiten in den Schoss gelegt.
Schlicht und einfach gesagt, wird man durch diese Erfahrung einfach ehrlicher zu
sich selber und das ist doch auch was, oder ist dir das, als Ziel all deines
Strebens, zu wenig?
Die übrigen Namen: die "niedere Mutter", "die Königin", "die Braut", "die
Jungfrau" haben untereinander das Weibliche
gemeinsam. Da    
Malkuth alle anderen Emanationen des Lebensbaumes in sich aufnimmt, ist die
Zuordnung weiblicher Attribute gerechtfertigt.
Der Titel "Königin" und "Braut"
ist
ein Hinweis auf die Beziehung zwischen    
Malkuth und     
Tiphareth, dem "König" und dem "kleinen Antlitz". Die Harmonie von     
Tiphareth muss sich in    
Malkuth manifestieren.
Die
weiblichen Namen werden schon durch das magische Bild von     Malkuth verdeutlicht.
Es stellt ein junges Mädchen mit einer Krone auf einem Thron dar. Der Thron
gehört zu    Binah. Das junge Mädchen kann eine Göttin der Erde darstellen, z.B.
Persephone, die Tochter der Erdgöttin Demeter.
Der Gottesname der
Sephirah    
Malkuth lautet
 
  
Adonai ha Aretz, der Herr der Erde und ist mit dem griechischen Gott Pan
verknüpft.
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Unsere teuere Jungfrau
wird Mercurius
genannt, weil er wie
Maria die "Lösung des
Himmels" empfängt und
dann als
gereinigten Lapis
hervorbringt. - Hieronymus
Reussner - Pandara - Basel
1588 |
Der weibliche Erzengel dieser
Sephirah heisst
     
Sandalphon. Ihre Farben sind zitronengelb, olivgrün, rostrot und
schwarz. Diese Farben symbolisieren die "Elemente der Weisen", Feuer -
rostrot, Wasser - olivgrün, Luft - zitronengelb und Erde - schwarz. Wenn man die Schale eines Herbstapfels im betrachtet, erhält man von
diesen Farben eine anschauliche Vorstellung.
      Sandalphon
ist die "Intelligenz" des Planeten Erde. Dies ist eine Aussage von tief
greifender Bedeutung. Es muss hier ein Unterschied gemacht werden zwischen der
Erde als als    
Malkuth d.h. als materielle Ebene und der Erde als eines der 4 Elemente.
Der Erde als Symbol für die Manifestation ist der Erzengel
     
Sandalphon
zugeordnet, dem Element Erde der Erzengel    
Auriel (oder Uriel).
   
Auriel ist einer der
Erzengel der Himmelsrichtung. Sie wird im Allgemeinen dem Norden
zugeordnet.
Wir
können uns die Erzengel in den vier Himmelsrichtungen auch als starke Festungen
oder Türme vorstellen und zwar in den "aktiven" Farben der 4
Elemente, also in den Farben gelb, rot, blau und grün. Die passiven Farben
wären hingegen blau, dunkelrot, silber und schwarz. Hinter allen Erzengeln kann
man sich die Kraft des Erzengels
      Sandalphon vorstellen. Ihre Farben
(zitronengelb, oliv, rostrot und schwarz) durchdringen die Farben der 4
Erzengel.
      Sandalphon vibriert im langsamen Pulsschlag der Erde.
Die 4 Elemente, welche    
Malkuth zugeordnet sind, können wir uns als grosses, gleicharmiges Kreuz-Symbol
vorstellen, in dessen Zentrum die Rose der Welt wächst.
Die Schar der Engel in    
Malkuth, die   
Ashim oder "Seelen des Feuers", können als das "Bewusstsein der
Atome" bezeichnet werden, welches die physische Materie
zusammenhalten sollen.
Die ergänzenden Symbole von    
Malkuth enthalten den magischen Kreis und das Dreieck der Anrufung. Durch diese
beiden Symbole kann magische Arbeit überhaupt erst zustande kommen. Mit dem
magischen Kreis setzt der Magier die Grenzen fest für den Bereich, in dem er tätig sein möchte. In der Fläche des Dreiecks soll das
von ihm heraufbeschworene Wesen erscheinen.
Dies muss allerdings symbolisch verstanden werden. Der Magier beschwört im
Laufe der magischen Arbeit seine eigenen verdrängten Wesensaspekte aus
seiner eigenen Unterwelt (Unterbewusstsein) und projiziert sie in das magische
Dreieck, wobei sich der dichte, wabernde Rauch der magischen Räucherung als
eine perfekte Leinwand für seine Projektion anbietet.
Die Laster von    
Malkuth sind "Geiz" und "Trägheit". Gerade der Geiz, das
heisst die Unfähigkeit
loszulassen, tritt im Leben des heutigen Menschen besonders deutlich zutage und
jeder Mensch, der sich anschickt, irgendwelche Veränderungen im Leben vorzunehmen oder
kreativ tätig zu sein, wird gegen seine Trägheit ankämpfen müssen.
Die
Tugenden von     Malkuth, Unterscheidungsvermögen
und Skepsis, sind der Schlüssel und
die Grundvoraussetzung für jede echte persönliche Entwicklung, denn nicht
allen "selbstgebackenen Pseudo-Meistern" mit ihrem okkulten
Kauderwelsch oder löffelbiegenden Tausendsassas darf Glauben geschenkt werden.
Dies betrifft nicht nur die "Marktschreier" der äusseren Welt,
sondern auch gewisse irreführende Aspekte, die aus unseren eigenen Tiefen
auftauchen.
In
den Mythologien sind für     Malkuth insbesondere die Erdgötter und Erdgöttinnen
von grosser Bedeutung. Demeter und Persephone können als vorrangig angesehen
werden, denn sie gehören zu den eleusischen Mysterien. Auch das Studium der
kabirischen Mysterien und der Götter der Unterwelt geben uns wichtige Aufschlüsse.
Denke daran, ein Schüler und eine Schülerin der magischen Künste lebt
vollkommen frei in der Welt und wird von nichts aufgehalten. Inmitten aller
Dinge bleiben sie frei und unabhängig von allen Dingen. Sie sind vollkommen
frei und unabhängig und kommen und gehen, wie es ihnen gefällt. Sie tun dieses
und jenes, können es aber auch sofort wieder lassen und etwas ganz anderes
machen.
Und warum ist dem so?
Weil
sie nicht mehr Sklaven ihrer Konditionierungen sind. Deshalb brauchen sie sich
auch nicht vor der Welt zurück zu ziehen. Ganz im Gegenteil: Sie wandeln mitten
in der Welt in vollkommener Freiheit und erleben, indem sie sich ganz auf die
materiellen Dinge einlassen, dass gerade mitten in der Welt die Einheit
und die Schönheit des Lebens sich offenbart.


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