|
Hod - Herrlichkeit
Verstand
Habe Mut,
dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel
Kant

od
ist in erster Linie die
  
Sephirah, in welcher sich die Formen des konkreten Denkens und des Intellektes
auswirken.
Da die Form erstmalig in
  Chesed entsteht, welche der Sephirah  
Hod diagonal gegenüberliegt, wird die Verbindung zwischen diesen beiden
   
Sephiroth im jetziratischen
Text besonders betont.  
Chesed wiederum liegt der
Sephirah   
Binah gegenüber, in welcher die Formidee zustande kommt. So besteht also
zwischen diesen
Sephiroth eine bestimmte Verbindung, auch stehen sie alle unter der Herrschaft
des Wassers.
  
Chokmah,    
Geburah und  
Netzach dagegen unterstehen dem Feuer und die
Sephiroth der Mittelsäule der Luft.
Der
Mensch stellt sich seine Götter antropomorph (menschenähnlich) vor. Im
Lebensbaum haben unsere Emotionen, die wir mit den verschiedenen Gottesaspekten
verknüpfen, ihren Tätigkeitsbereich in der
Sephirah  
Netzach.  
Netzach ist eine
Sephirah der Kraft und
nicht der Form. Die Kräfte der Natur und die inneren Kräfte des Menschen werden
in bildlicher Form ausgedrückt und diese Bilder entstehen dann in der
Sephirah  
Hod. Dabei ist es unwesentlich, ob man eine grobe und naive Form wählt, wie z.B.
die Darstellung von Gott Vater als einen debilen, alten Mann mit patriarchalen
Bart, Jesuslatschen und langen Gewändern, eine bunt bemalte Kriegsgöttin mit Schwert und Schild oder einen
Punkt im Kreis.
In allen Fällen entsteht unter dem Einfluss der sammelnden Prinzipien von  
Hod ein Vorstellungsbild. Alle Bilder, die wir uns von den Göttern machen, haben
ihren Ursprung in  
Hod, alle Gefühle, die wir mit den Göttern verknüpfen, in  
Netzach.
Der Gottesname der
Sephirah  
Hod,
   
   
Elohim Tzabaoth "Die Götter der Heerscharen", ähnelt dem der Sephira  
Netzach,
      
JHVH Tzabaoth "Die Heerscharen dessen was war, ist und sein wird".
In  
Netzach setzen sich die Heerscharen aus unzählig vielen Kräften zusammen. In  
Hod hingegen bestehen sie aus unzählig vielen Formen, welche diese Kräfte
einkleiden sollen.
Das magische Bild von  
Hod ist der Hermaphrodit, eine Form, welche die Dualität und Polarität in sich
trägt.
Der
Mythos erzählt, das Hermaphroditos der Sohn des Hermes und der Aphrodite war.
Er wurde von der Quellennymphe Salmakis so leidenschaftlich geliebt, bis sich
ihre Körper miteinander verschmolzen. Aus dieser Vereinigung entstand dann sein
androgynes Wesen.
Die
Namen
   JHVH und
    Elohim tauchen zuerst in den Sephiroth    Chokmah und    Binah auf, von
denen   Netzach und Hod niedere Formen sind.
Wie bereits erwähnt, haben alle sich
diagonal gegenüberliegenden Sephiroth korrespondierende Attribute. Überträgt
man die Glyphe der Säulen auf den Lebensbaum, so liegen   
Chokmah und  
Netzach am oberen und unteren Ende der aktiven Säule der Kraft.
  
Binah und  
Hod bilden das obere und untere Ende der passiven Säule der Form.
Der Erzengel von  
Hod ist    
Michael, der grosse Beschützer, welcher die Kräfte der Unterwelt in Schach
hält.
Man kann ihn sich als eine riesenhafte, säulenartige Gestalt
vorstellen, aus der in allen Rottönen des Feuers Funken sprühen. Feuer ist das
Element, welches die Formen sublimiert und dadurch auf subtile Ebenen überträgt.
Es wird mit dem Erzengel    
Michael in Verbindung gebracht, weil dieser sich in ähnlicher Weise mit
unentwickelten Formen und Kräften befasst.
Feuer
ist das läuternde Element,     Michael ist der läuternde Erzengel.
In
der Vorstellung der christlichen Kirche ist der heilige
    Michael bekannt als
Beschützer und Hüter.
Ungezählte Orte sind dem Hl. Michael geweiht. Oft sind
es heidnische Kultstätten, welche gemäss dem christlichen Glauben des
Mittelalters unter teuflischem Einfluss stehen. Viele dieser Stätten befinden
sich in höher gelegenen hügeligen Gegenden. Die bekanntesten darunter sind der
St. Michaels Mount in der Nähe von Penzance, Cornwall und Mont St. Michael an
der Küste der Bretagne. Auch der Turm von Glastonbury Tor, dem heiligsten
Gebiet von England, ist Teil einer Kirche, welche ursprünglich dein Hl. Michael
geweiht wurde. Es heisst, dass die Kirche bei einem Erdbeben zerstört wurde.
Nur der Turm, ein heidnisches Symbol, blieb stehen.
Könnte
man somit sagen, dass die älteren Kräfte hier gesiegt haben?
Tja, schön wär`s
ja!
Wir können uns die Schar der Engel von  
Hod, die    
 
Beni Elohim, die "Kinder der Götter" in der Zusammenarbeit mit der
Schar der Engel von  
Netzach, den
   
"Elohim" oder "Götter" vorstellen. Die Schar der Engel von  
Hod und  
Netzach können als Kraft- und Formaspekte sämtlicher Götter und Göttinnen
betrachtet werden, welche aus dem menschlichen Geist hervorgegangen sind.
Das
astrologische Prinzip von Hod ist der Planet Merkur, welcher der Sonne am
nächsten steht und daher mehr Licht als die anderen Planeten empfängt. Ferner
verbindet ihn eine enge Beziehung mit den Hermes-Mysterien und somit ist  
Hod schon immer die Sphäre esoterischer Philosophie und Magie gewesen.
Hermes
Trismegistos ist unter verschiedenen Namensvariationen bekannt. Mercurius
Trimaximus und der Dreimal-Grosse Hermes sind das römische, respektive deutsche
Äquivalent für den griechischen Namen, welcher wahrscheinlich auf den
ägyptischen Namen Thoth-Tahuti zurückzuführen ist. In seinen höchsten
Aspekten wurde Hermes "göttlicher Pymander" genannt.
"Pymander" bedeutet "Hirte der Menschen".
Nach
Klemens von Alexandrien ist die gesamte religiöse Philosophie Ägyptens in den
42 Büchern des Thoth enthalten. Thoth, der "Herr der Bücher und des
Lernens", war der Verfasser aller heiligen Schriften und Lehren aller
Religionen und Philosophien seiner Zeit.
Wie
Jamblichus uns lehrt, stand angeblich Thoth ausserdem allen priesterlichen Disziplinen
vor.
Die
mythologischen Attribute des ägyptischen Gottes Thoth zeichnen auch ein
treffendes Bild der Sephirah   Hod. Er wird mit einem Ibiskopf dargestellt. Der
lange Schnabel kann mit dem analytischen (menschlichen) Geist verglichen werden,
welcher aus den Wassern der inneren Ebene Brocken der Wahrheit herausholt.
Thoth
war auch ein Mondgott. Er wird oftmals mit der Mondsichel über seinem Kopf
dargestellt, da dieser Himmelskörper während der dunklen Stunden der Erde, das
reflektierte Sonnenlicht aussendet. Desgleichen bringen die Widerspiegelungen
der höheren Kräfte von  
Chesed in Gestalt von Symbolen Licht in den Geist des Menschen in  
Hod.
Ausser
seiner Funktion als Demiurg in Hermopolis, der "Stadt der Acht", war Thoth
auch ein göttlicher Richter oder eine ausgleichende Kraft. Sein Einsatz
beim himmlischen Tribunal, vor welchem die unversöhnlichen Gegner Horus und Set
erschienen, brachte ihm den Titel ein "Der, welcher die beiden Gefährten
richtete". Er unterstützte Isis dabei, das Kind Horus vor Gefahren zu
schützen und entfernte den giftigen Stachel aus dem Körper des Kindes, als es
von einem Skorpion gestochen worden war.
Hier
finden wir Parallelen zu den Aufgaben und Kräften des Erzengels
    Michael. Von Thoth
gingen auch alle Künste und Wissenschaften aus, desgleichen die
Hieroglyphen.
In
diese Kategorie der Symbolformen können alle grossen esoterischen Bildersysteme
eingeordnet werden, wie z.B. die hebräischen Buchstaben, astrologische Zeichen
und der Tarot, der auch oft das Buch Thoth genannt wird.
Der
Ursprung der Tarotkarten liegt im Dunkeln, einige namhafte Persönlichkeiten
vermuten ihren Ursprung in den ägyptischen Mysterien, andere sehen ihren
Ursprung bei dem fahrenden Volk, den Zigeunern, andere wiederum in einer
geheimen Zusammenkunft von Eingeweihten in Fez (Arabien) im 12.
Jahrhundert.
Diese
Art scholastischer Forschung ist jedoch nur von geringer Bedeutung, denn der
wahre Ursprung der Tarot-Karten liegt auf den "archetypischen Ebenen".
Ihre Glaubwürdigkeit beruht nicht auf dem nachweislichen Datum, seit dem sie
bekannt sind, vielmehr zeigt sie sich im Gebrauch des Systems im Hier und
Heute.
Die Bilder von  
Hod und    Jesod sind nicht die gleichen.    Jesod hat den Namen "Schatzkammer
der Bilder".
In  
Hod sind die Bilder Formen, welche vom menschlichen Denken und Wollen aufgebaut
und konkretisiert werden und die sich später im "grossen Wassertempel" von  
Hod widerspiegeln. Zuweilen finden auch archetypische Bilder in  
Hod ihren Niederschlag. Der Mensch greift diese Bilder auf und meditiert über
sie. Dadurch offenbart sich ihm die Bedeutung der Bilder und er gelangt zur
Schau der Pracht, der seelisch-geistigen Erfahrung von  
Hod.
Das Wasser in  
Hod ist nicht nur das Element Wasser, sondern auch der kristallklare Brunnen der
Wahrheit über uns selbst.
Denke daran, die Wahrheit, deine Wahrheit, kann nur in dir selbst gefunden
werden.
Aber
was sind denn nur die Wolken, die die Wahrheit unseres Seins verdecken?
Es
sind unsere tief verwurzelten Denkgewohnheiten und Verhaltensmuster, das ganze
Erinnerungsgeflecht einer toten Vergangenheit, mit der wir uns identifizieren.
Das alles halten wir zu unserer Persönlichkeit derart zugehörig, dass wir
meinen, die Gesamtsumme all dieser Erfahrungen zu sein.
Und nicht nur das. Wir projizieren diese Konditionierungen in die Zukunft und da
wir meinen, da es immer so war, wird es auch immer so sein, denn etwas anderes
können wir gar nicht sehen.
Und so ist es auch, wir haben alle unserer Schablonen, unsere Scheuklappen,
unsere konditionierten Vorstellungen über uns selbst und die Welt, in der wir
leben.
Bist
du vielleicht ein wenig Müde geworden, dass du dich immer in deinen
selbst geschaffenen Grenzen bewegst und dass du all das für unmöglich hältst,
was darüber hinausgeht?
Ja?
Ist es so?
Ok,
und nun bitte alle gemeinsam im Chor:
HALLO...!
LOSLASSEN...! AUFWACHEN...!
Und
vielleicht, wenn du deine eigenen mentalen Grenzen durchbrochen hast, erwacht in
dir die Erkenntnis, von der schon Yuan-sou (14. Jh.) gesprochen
hat:
"Im Grunde ist da kein anderes,
kein Ich, kein gewöhnlich, kein heilig, kein Geist, kein Buddha,
kein Ding, kein Zen, kein Tao, kein Mysterium, kein Wunder.
Nur durch einen Augenblick des subjektiven Unterscheidens,
des Anhaftens und Zurückweisens,
wachsen plötzlich lauter Hörner an deinem Kopf
und du wirst von den zehntausend Dingen unentwegt hierhin und dahin gezerrt
und kannst nicht frei und unabhängig sein."
Mache
aber in diesem Zusammenhang nicht den Fehler, den Verstand und die Logik als
etwas Negatives oder gar Hinderliches anzusehen. Es gibt leider nur zu viele
Religionen und okkult-esoterische Gruppierungen, die von ihren Mitgliedern verlangen,
dass sie mit ihren Mitgliedsbeiträgen gleich auch noch ihren Verstand mit
abgeben müssen. Kritik
und Skepsis wird von ihnen als Hindernis ansehen und nicht als Quelle von
Erkenntnisgewinn. Und so ist es bestimmt nicht verwunderlich, dass diese Vereine
auch weiterhin ihren lieb gewonnenen verstaubten
Überzeugungen huldigen, auch wenn diese von der modernen Wissenschaft schon
längst klar widerlegt worden sind.
Echter
Okkultismus ist eine Wissenschaft und schliesst daher kritisches Denken, Logik und den gesunden Menschenverstand niemals
aus.
Wie heisst es so schön: Je grösser der
Zweifel, desto grösser wird letztendlich auch die Befreiung sein!
"Manche
Menschen beginnen ihre Gedanken anzuhalten,
ihren Geist zu unterdrücken und
alle Dinge in die Leere zu verschmelzen.
Sobald ablenkende, kritische Gedanken
auftauchen, werden sie verscheucht.
Selbst die schwächsten gedanklichen
Regungen werden sofort unterdrückt.
Diese Art der Übung und des Verstehens stellt die grösste Falle dar,
in die Häretiker fallen können:
die Falle der
toten Leere.
Solche Menschen sind lebende Tote.
Sie werden abgestumpft,
teilnahmslos, gefühlslos und träge.
Sie gleichen einfältigen Dieben, die versuchen, eine Glocke zu stehlen,
indem
sie sich die Ohren verstopfen."
Po-shan
Die Magie ist ein Attribut von   Hod. Gleich dem griechischen Hermes und dem
römischen Merkur ist auch Thoth der Götterbote. Da es sich bei den Bildern von  
Hod um Symbole "göttlicher" Herkunft handelt, ist die Zuordnung der Symbole des
Boten und des Magiers einleuchtend.
Bei
der Analyse der Attribute einer Gottheit können die Verbindungen der
verschiedenartigen göttlichen Aspekte verständlich gemacht werden. Eine grosse
Bedeutung kommt der Beziehung zwischen Thoth und Isis, Horus, Osiris und Set
zu.
Das
gleiche gilt für die Beziehung zwischen Hermes und Pallas Athene, Perseus,
Apollo und Zeus.
Da
die ägyptische Kultur immer sehr straff organisiert war und unter der Kontrolle
der Priesterschaft stand, kann man generell sagen, dass die ägyptische
Mythologie im Vergleich zu anderen weniger verfälscht ist. Die griechische
Kultur war nicht so straff organisiert und auch die griechischen Götter
erscheinen uns menschlicher und gefälliger als die ägyptischen.
Die
römische Mythologie ist, falls du sich mit ihr befassen möchtest, stark von
der griechischen beeinflusst. Auch das Studium der assyrischen Mythologie lohnt
sich, denn im Allgemeinen unterdrückt der Osten das Unterbewusste weniger als
der Westen. Auch der keltisch-skandinavische Götterglaube ist aufschlussreich, denn
er gibt mancherlei Auskunft über die nordische Mentalität. Er blickt der
ganzen Härte des Lebens direkt ins Gesicht. Das Leben im Norden war schon aus
klimatischen Gründen wesentlich härter als das Leben am Mittelmeer.
Durch ein sorgfältiges Studium der vielfältigen Gottesformen kann man im
Wirkungsbereich von  
Hod zu einer Fülle von okkultem Wissen und Weisheit gelangen.
Auch die magische
Arbeit fällt in den Bereich der
Sephirah  
Hod, denn, wie bereits erwähnt, besteht die magische Arbeit im wesentlichen
darin, Formen und neue Verhaltensmuster aufzubauen und
  Hod ist
die
Sephirah der magischen Formen.
Die
Symbole von   Hod "Namen und Beschwörungsformeln" sind Texte, welche
die Kräfte, mit denen der/die Magier/in arbeitet, symbolisieren und definieren.
Sie sind gewissermassen der Talisman jener Kräfte.
Die Schürze, welche
Assoziationen an die Freimaurer aufkommen lässt, ist ein charakteristisches
Kleidungsstück des Handwerkers. Dieser stellt, gleich dem Magier und der
Magierin, Formen her. Ob es sich hierbei um mentale oder physische
Formen handelt, ist eine Frage der verschiedenen Ebenen, nicht der Funktion,
welche die gleiche ist. Die Schürze bedeckt auch das Mondzentrum oder die
Genitalien, wie das Zeichen Lamen das Sonnenzentrum oder die Brust
bedeckt.
Das magische Bild von  
Hod ist der Hermaphrodit. Solchen oftmals sehr seltsamen Entsprechungen im
magischen Alphabet der Symbole nachzugehen, ist höchst interessant.
Man sollte aber seiner ausufernden Phantasie allerdings keinen allzu grossen
Spielraum lassen, denn die Grenze zwischen der Tugend und dem Laster von  
Hod, Wahrheit und Selbstbetrug, kann, gleichsam dem römischen Gott Merkur,
wahrhaft veränderlich und trügerisch erscheinen.


|