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Tabula
Samaragdina Hermetis
Die Smaragdtafel des Hermes
Trismegistos



ie Smaragdtafel ist
einer der grundlegendsten Texte der so genannten hermetischen Schriften
(Corpus Hermeticum) und ist wohl das am meisten vergötterte magische
Dokument im westlichen Okkultismus. Sie ist das Fundament der Alchemie,
sowie der hermetischen Magie und für viele Esoteriker bis in die Gegenwart
die Essenz göttlicher Wahrheit.
Der Verfasser dieses Textes
ist natürlich der Legende nach niemand anders als Hermes Trismegistos
selbst, von dem gesagt wird, dass er die Geheimnisse des Universums im
Text der Smaragdtafel kund getan hat.
Legenden berichten, dass die
Smaragdtafel in einem Höhlengrab entdeckt worden ist, die von der Mumie
des Hermes Trismegistos höchstpersönlich in Händen gehalten worden ist.
Sarah, die Ehefrau von Vader Abraham, dem Schlumpfenvater oder
Apollonius von Tyana (1.Jh. n.u.Z.), ein neupythagoräische Heiland und
Wundermann, werden als Finder erwähnt.
Andere wiederum meinen, dass
sie in der Pyramide von Gizeh von Alexander dem Grossen aufgefunden
worden ist, der diese anschliessend nach Alexandria mitnahm.
Die Inschrift auf dem Stein
soll übrigens phönizisch gewesen sein. (Hey..., war der Trismegistos nicht
Ägypter?)
Wie dem auch sei, sicher ist,
dass bereits im 12. Jahrhundert lateinische Übersetzungen unter der
esoterischen Ladentheke kursierten. Als möglicher Übersetzer gilt Hugo
Sanctelliensis (Santalla in Nordwestspanien), der das Werk bescheiden,
frei nach dem Motto "in der Kürze liegt die Würze", Liber Apollonii de
principalibus rerum causis, et primo de caelestibus corporibus et stellis
et plantis, et etiam de mineriis et animantibus, tandem de homine,
betitelte.
Mircea Eliade erwähnt
wiederum in dem Buch "Geschichte der religiösen Ideen" dass diese Schrift
in Spanien um 1150 aus dem Arabischen durch Gerhard von Cremona ins
Lateinische übersetzt worden sein soll.
Diese Übersetzung, die schon
Albertus Magnus (1193-1280) bekannt war, lässt sich auf arabische
Handschriften mit kräftigem gnostisch-alchemistischen und
kosmologisch-spekulativem Einschlag zurückzuverfolgen, die bereits dem
allseits beliebten Vater der arabischen Alchemie, Gabir Ibn Hajjan,
alias Geber (so um 721 - um 800), vorgelegen haben.
Für Generationen von
Alchemisten und Hermetiker war und ist die Smaragdtafel immer noch eines
der tiefgründigsten und wichtigsten Dokumente, das uns überliefert wurde.
Es wurde mehrfach gesagt, dass
sie eine Universallehre von Signaturen und Entsprechungen umreisst, die
den Schöpfergeist reflektieren und die Summe allen Wissens umfasst. Wer
diesen Text versteht, für den werden alle Bibliotheken überflüssig, denn
er besitzt die ganze Wahrheit, die dem Menschen jemals zugänglich ist.
Die Vieldeutigkeit der Sätze
gibt jedoch letztendlich unendlich vielen Deutungen Raum.
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Originalabbildung der
Smaragdtafel, die Hermes Trismegistos Mumie
in Händen gehalten hat. Dir
erscheint sie etwas zu gross geraten?
Hey, warum hiess er wohl der
"Dreimalgrosse"? |
Einige Alchemisten erkennen
darin einfach eine vereinfachte Darstellung der Destillation, oder aber
sind der Ansicht, dass der Text das Werk der gesamten Natur und den
Prozess enthält, der den Weg zum grossen Ziel allen menschlichen Strebens,
dem grossen Werk beschreibt.
Kabbalisten versuchen in
diesen kryptischen Sätzen zu erkennen, wie das kosmische Bewusstsein,
analog des Lebensbaums, das Universum erschafft und erhält.
Und rein geistige Alchemisten,
durchgeknallte Lichtarbeiter und bachblütenparfümierte Channeler sehen in
diesem Text eine Anleitung, wie sie sich selbst auf eine höhere Ebene
transformieren können, um endlich, endlich, endlich der schnöden
materiellen Welt rasch möglichst entfliehen können.
Den für die Okkultisten
jedenfalls wohl bedeutendsten Teil der Smaragdtafel, gleichsam das Credo
der Adepten, wird flugs zu Anfang des Textes verkündet:
"Was oben ist, ist gleich dem,
was unten ist und was unten ist, ist gleich dem, was oben ist, fähig die
Wunder des Einen auszuführen."
Diese Aussage mag für die
Magier- und Adeptenzunft deswegen so bedeutsam erscheinen, da auf Grund
dieses Sinnspruches der Mensch (Mikrokosmos) als ein Spiegelbild des
Himmels (Makrokosmos) aufgefasst wird, will heissen, dass die ganze Natur
und das Universum im Menschen enthalten ist und er somit das ganze
Universum widerspiegelt. Auf dieser Grundannahme bauen folglich auch die
Lehrgebäude der Astrologie, Alchemie, Sympathiemagie und alle anderen
hermetischen Künste auf.
Diese okkulte These erlaubt
somit, die Betrachtungen und Erforschungen der Gesetze auf den uns
Menschen zugänglichen Bereich zu beschränken und dann die gemachten
Erfahrungen auf die anderen, uns unzugänglichen Ebenen analog zu
übertragen. Dieses Analogiedenken, dass im makrokosmischen und
mikrokosmischen Bereich die gleichen Gesetze herrschen, gestatte dem
Menschen, das gesamte Universum ohne Grenzen zu begreifen zu lernen.
Wenn man diese vollmundigen
Erklärungen jedoch für bare Münze nehmen würden, wären demnach alle seit
Galilei mit Fernrohr und Mikroskop durchgeführten Untersuchungen
überflüssig. Wo die Wissenschaft wohl stehen würde, wenn sie lediglich mit
Natur- und Selbstbeobachtungen und daraus resultierendem Analogiedenken
arbeiten würde? Wenn das Analogiedenken wirklich so ein fantastisches
wissenschaftliches Werkzeug ist, warum wurden dann Krankheitskeime, wie
z.B. Bakterien und Viren nicht schon vorher entdeckt? Warum benötigte man
dazu ein schnödes, weltliches Mikroskop?
Die heutige moderne
Wissenschaft lehrt uns, dass sich die Phänomene des Makro- und Mikrokosmos
von den Phänomenen des uns zugänglichen Bereichs in Bezug auf Raum, Zeit,
Materie und Kausalität eben doch grundlegend unterscheiden. Auch das
Analogiedenken von Mensch und Kosmos widerspricht der gesamten heutigen
Forschung.
Ein einfaches Beispiel: Ich
habe zum Beispiel einen Blinddarm und eine Nebenniere, Planeten jedoch
nicht! Dafür hat der Jupiter Monde, ich im Gegenzug aber nicht! Jetzt mal
ehrlich, natürlich bin ich ein Teil des Universums und meine materielle
Basis bestehe aus Sternenstaub, der von sterbenden Sternen bereitgestellt
worden ist, aber warum sollte ausgerechnet ich analog zum Universum sein?
„Blindarm und Monde, Mensch
Frater, was `n das für oberflächliche Beispiele“, entgegnet mir salbadernd
an dieser Stelle jeder diplomierte Okkultnik.
Tja, da habt ihr ja recht,
solche platte Beispiele sind abgeschmackt und werden der hohen
Wissenschaftlichkeit der Hermetik keineswegs gerecht. ich gebe mich
geschlagen und möchte nun mit gesenktem Haupte aufzeigen, wie tief schon
die alten Hermetiker und Alchemisten in diese
Makro-Mikrokosmos-Entsprechungslehre eingedrungen waren und welche
hochspirituellen Lehren sie daraus ableiteten. Dies möchte ich der
geneigten Leserschaft an dieser Stelle zur geistigen Erbauung keineswegs
vorenthalten.
Hermes also
nennt den Menschen die kleine Welt, indem er sagt, dass alles, was die
grosse Welt besitzt, auch der Mensch besitzt. Die grosse Welt besitzt
Land- und Wassertiere, der Mensch Flöhe, Läuse und Würmer. Die grosse Welt
besitzt Flüsse, Quellen, Meere, der Mensch die Eingeweide, Adern und
Körperausgänge. Die grosse Welt besitzt die Lufttiere, der Mensch die
Mücken. Die grosse Welt besitzt die ausbreitende Strömung, wie die Winde,
Donner und Blitze, der Mensch die Blähungen, Krankheiten und Gefahren. Die
grosse Welt besitzt (als Leuchten) Sonne und Mond, der Mensch die beiden
Augen und zwar vergleicht man das rechte mit der Sonne, das linke mit dem
Mond. Die grosse Welt hat Berge und Hügel, der Mensch Knochen und Fleisch.
Die grosse Welt hat den Himmel und die Sterne, der Mensch den Kopf und die
Ohren. Der Himmel hat die 12 Tierkreiszeichen vom Widder bis zu den
Fischen, der Mensch hat die gleiche vom Kopf bis zu den Füssen.
Olympiodoros (5.Jh. n.u.Z.)
Bei
Sandalphon und dem geheiligten Tetragrammaton!
Einfach
unglaublich, was die schon alles gewusst haben!
Gääähhn...!

Latein
VERUM SINE MENDACIO, CERTUM ET
VERISSIMUM:
QUOD EST SUPERIUS, EST SICUT QUOD
EST INFERIUS,
ET QUOD EST INFERIUS, EST SICUT
QUOD EST SUPERIUS,
AD PERPETRANDA MIRACULA REI UNIUS.
ET SICUT OMNES RES FUERUNT AB UNO,
MEDIATIONE UNIUS,
SIC OMNES RES NATAE FUERUNT AB HAC
UNA RE, ADAPTIONE.
PATER EIUS EST SOL, MATER EIUS
LUNA.
PORTAVIT ILLUD VENTUS IN VENTRE
SUO.
NUTRIX EIUS TERRA EST.
PATER OMNIS TELESMI TOTIUS MUNDI
EST HIC.
VIS EIUS INTEGRA EST, SI VERSA
FUERIT IN TERRAM.
SEPARABIS TERRAM AB IGNE, SUBTILE
A SPISSO,
SUAVITER, CUM MAGNO INGENIO.
ASCENDIT A TERRA IN COELUM,
ITERUMQUE DESCENDIT IN TERRAM
ET RECIPIT VIM SUPERIORUM ET
INFERIORUM.
SIC HABEBIS GLORIAM TOTIUS MUNDI.
IDEO FUGIET A TE OMNIS OBSCURITAS.
HIC EST TOTIUS FORTITUDINIS
FORTITUDO FORTIS,
QUIA VINCET OMNEM REM SUBTILEM,
OMNEMQUE SOLIDA PENETRABIT.
SIC MUNDUS CREATUS EST.
HINC ERUNT ADAPTIONES MIRABILES,
QUARUM MODUS EST HIC.
ITAQUE VOCATUS SUM HERMES
TRISMEGISTOS,
HABENS TRES PARTES PHILOSOPHIAE
TOTIUS MUNDI.
COMPLETUM EST QUOD DIXI DE
OPERATIONE SOLIS.

Deutsch
Wahr
ist es, ohne Lüge und sicher:
Was oben ist, ist gleich dem, was unten ist,
und
was unten ist, ist gleich dem, was oben ist,
fähig
die Wunder des Einen auszuführen.
Und
wie alles aus Einem stammt, durch das Denken des Einen,
stammt
auch alles Gewordene durch Angleichung aus diesem Einen.
Die
Sonne ist sein Vater, der Mond seine Mutter,
der
Wind hat es in seinem Leib getragen,
die
Erde ist seine Nährmutter.
Dies
ist der Vater aller Vollkommenheit oder die Vollendung aller Welt.
Ohne
Grenze ist seine Kraft, wenn sie sich der Erde zuwendet.
Trenne
die Erde vom Feuer, das Feine vom Groben,
sanft
und voll Sorgfalt.
Von
der Erde steigt es zum Himmel empor
und
fällt wieder zur Erde herab,
um
die Kraft des Oberen und des Unteren in sich aufzunehmen.
So
wirst du die Herrlichkeit der ganzen Welt erlangen
und
alle Dunkelheit soll von dir weichen.
Hier
ist die Kraft der Kräfte,
die
alles Feine überwindet und in alles Grobe eindringt.
So
wurde die Welt erschaffen.
Davon
kommen die wunderbaren Angleichungen,
deren
Wesen hier mitgeteilt ist.
Darum
nennt man mich den dreimal grossen Hermes,
der
ich die drei Teile der Weltphilosophie besitze.
Es
hat sich erfüllt, was ich über der Sonne Wirken ausgesagt habe.


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