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Das dreizehnte Buch
Hermetis Trismegisti an Tatium
Von dem gemeinen Gemüt

as
Gemüt, lieber Tati! ist aus GOTTes Wesen selbst (wenn GOTT auch ein Wesen und
Eigenschaft hat), erkennt sich selbst allein vollkommen.
Darum ist das Gemüt nicht unterschieden von dem Wesen GOTTes, sondern mit
demselben vereinigt, gleich als das Licht mit der Sonne.
Und dasselbe Gemüt ist in dem Menschen ein GOTT,
darum sind etliche Menschen
göttlich, und ihre Menschheit ist nahe der Gottheit.
Denn der gute Dämon hat bezeugt, dass die Götter unsterbliche Menschen sind und
die Menschen sterbliche Götter.
Aber in den unvernünftigen Tieren ist das Gemüt die Natur,
denn wo eine Seele
ist, da ist auch das Gemüt, gleich als wo ein Leben ist, da ist auch die Seele,
in den unvernünftigen Tieren aber ist die Seele und das Leben ohne Gemüt.
Denn das Gemüt ist ein Wohltäter der Seele des Menschen und führt sie zu ihrem
eigenen Guten.
In den Unvernünftigen wirkt es nach eines jeden Natur, aber es streitet gegen
die Natur der Menschen.
Denn wenn die Seele in den Leib tritt, so wird sie von Stund an bös von
Schmerzen und von Wollust, denn der Schmerz und die Wollust fliessen gleichsam
als Feuchtigkeit des zusammengesetzten Leibes, in welchen die eingegangene Seele
wieder eingetaucht.
In welcher Seele nun das Gemüt herrscht, an dieselbe weist es auch seinen Glanz
und stellt sich gegen ihr böses Vornehmen.
Als wie ein guter Arzt einem Leib, der von Krankheit ist angefallen, Pein antut
mit Brennen und Schneiden, um der Gesundheit willen, auf gleiche Weise tut das
Gemüt der Seele Schmerzen an, wenn es dieselbe aus der Wollust auszieht, von
welcher alle Krankheiten der Seele entstehen.
Die grösste
Krankheit aber der Seele ist die Gottlosigkeit oder Verleugnung GOTTes, worauf
die Lust zu aller Bosheit folgt und zu ganz nichts Gutes: Wenn darum das Gemüt
gegen dieselbe setzt, so bringt es der Seele das Gute bei, gleichwie der Arzt
die Gesundheit dem Leibe.
Aber welche
Seelen das Gemüt zu ihrem Verstande nicht bekommen haben, denen begegnet eben
dasselbe, welches den unvernünftigen Seelen begegnet.
Denn wenn
das Gemüt mit ihnen ist mitwirkend und ihnen den Zaum losgibt, so strecken sie
sich durch die Begierlichkeit (zu welcher sie mit so grossem Eifer und Geschmack
laufen) zu dem Unvernünftigen und erzürnen sich unvernünftigerweise nach der Art
der unvernünftigen Tiere, gehen unvernünftigerweise in Lust und hören nicht
einmal auf, sogar, dass sie sich nicht genugsam an der Bosheit sättigen können.
Denn der
Zorn und die unvernünftigen Lüste sind ein solches Übel, welches keine Masse hat,
und solchen hat GOTT das Gemüt vorgestellt, gleich als einen Richter und zu
einer Strafe.
Allhier
dünkt mich, Vater, dass die Unterredung von dem Schicksal, welche du mit mir
zuvor hast gehalten, umgestossen wird, denn im Fall es notzwingend (fatal) ist,
dass jemand Ehe bricht oder ein Heiligtum entheiligt oder etwas anderes Böses
tut, so wird derselbe gestraft, welcher solches doch gezwungen tut, von Nots
wegen des Schicksals?
Mein Sohn!
Es sind allzusammen Werke des Schicksals, und ohnedem vermag nichts von den
leiblichen Dingen weder gut noch böse zu werden.
Also ist es
auch durch das Schicksal geordnet, dass der, der etwas Böses tut, leiden muss, und
darum tut er's, dass er solches leidet, welches er leidet, weil er es getan hat.
Doch wir
verlassen für diesmal die Rede von dem Bösen und vom Schicksal, denn wir haben
hiervon an einem andern Orte gesprochen: Gegenwärtig ist unsere Unterhaltung von
dem Gemüt, was es vermag und wie es so unterschiedlich ist, nämlich in den
Menschen so und in den unvernünftigen Tieren anders, und wie es wiederum ganz
wohltuend ist in den unvernünftigen Tieren anders als in den Menschen: Wie es
den Zorn und die Begierlichkeit auslöscht, man muss aber wissen, dass unter den
Menschen einige fromme und ausgelesene Männer und die andern unvernünftig sind.
Alle
Menschen sind dennoch dem Schicksal unterworfen wie auch der Geburt und der
Veränderung, denn dieselben sind der Anfang und das Ende des Schicksals.
Es ist
wohl wahr, dass alle Menschen leiden, das, was dem Gesetze unterworfen oder
fatal ist, die Frommen aber, welche (wie wir gesagt haben) das Gemüt zu ihrem
Führer haben, leiden es nicht auf solche Weise wie die anderen, sondern weil sie
von dem Bösen frei und selbst nicht böse sind, so leiden sie das Böse ganz
nicht.
Wie sagst
du wiederum, Vater, ist ein Ehebrecher nicht bös, ein Totschläger, ist der nicht
bös, und die andern alle?
Mein Sohn!
es leidet ein frommer, auserwählter Mensch, der die Ehe nicht gebrochen, eben
wohl gleich wie ein Ehebrecher, und der nicht hat totgeschlagen, ebenso wohl als
ein Totschläger und es ist unmöglich, der Eigenschaft der Veränderung und der
Geburt zu entfliehen, aber dem, welcher mit dem Gemüt ist begabt, ist es wohl
möglich, dem Übel zu entfliehen.
Darum,
lieber Sohn! habe ich dem Zureden des guten Dämons allezeit Gehör gegeben,
welcher dem menschlichen Geschlechte sehr würde geholfen haben, wenn er es in
Schriften verfasst hätte, weil derselbe, mein Sohn! wahrhaftig (als der
erstgeborene GOTT und alle Dinge Sehende) göttliche Worte hat ausgesprochen.
Und ich
hörte ihn einmal also sprechen: Alle und vornehmlich die verständlichen Leiber
sind eins, wir leben durch Kraft, durch Wirkung und durch die Ewigkeit, und
darum ist das Gemüt gut, gleichwie auch derselben Seele gut ist.
Nachdem
sich dieses also verhält, so ist ja nichts Verständliches von seinesgleichen
Verständlichem unterschieden, so ist es denn möglich, dass das Gemüt (welches ist
das Haupt aller Dinge und die Seele GOTTes) kann machen, was es will. Bedenke
dieses, und diese Rede habe ich getan auf die Frage, die du mich vor diesem hast
gefragt, nämlich von dem Schicksal des Gemüts.
Wenn du von
den Streifwörtern willst ablassen, so wirst du befinden, dass wahrhaftig das
Gemüt (die Seele GOTTes) über alles herrsche, über das Schicksal, über das
Gesetz und über alle Dinge und dass demselben nichts
unmöglich ist, auch nichts von den
notzwinglichen Dingen.
So ist denn
die menschliche Seele (im Fall sie nicht ohnmächtig oder unachtsam wird) höher
denn die Dinge, die unter dem Schicksal stehen: Und soweit sei hiervon
gesprochen.
Die Worte
des guten Dämons, Vater! sind über die Massen vortrefflich, göttlich, wahrhaftig
und heilsam gesprochen: Aber erkläre mir doch dieses: Du sagst, dass das Gemüt in
den unvernünftigen Tieren nach der Art ihrer Natur wirkt, nämlich mit derselben
Zuneigung und Rührung. Ich achte aber, dass die Rührungen der unvernünftigen
Tiere Leidenschaften sind: Wenn dann das Gemüt mitwirkt mit den Rührungen und
die Rührungen der unvernünftigen Tiere Leidenschaften sind, so ist das Gemüt
auch eine Leidenschaft, welche also mit der Leidenschaft übereinkommt?
Wohl, mein
Sohn! du fragst rechtschaffen: Es ist billig, dass ich dir auch antworte.
Mein Sohn!
alle Dinge, welche in dem Leibe unleiblich sind, dieselben sind der Leidenschaft
unterworfen, ja eigentlich die Leidenschaft selbst, denn alles, was da bewegt,
das ist unleiblich, und alles, was bewegt wird, das ist ein Leib, und die Leiber
werden von dem Gemüt bewegt.
Aber die
Bewegung ist eine Leidenschaft, darum leiden alle beide, sowohl dasjenige,
welches bewegt, als dasjenige, welches bewegt wird, jenes als das Herrschende,
dieses als welches beherrscht wird, doch wenn es von dem Leibe befreit wird, so
wird es auch befreit von der Leidenschaft.
Ist also
nichts ohne Leidenschaft, mein Sohn! sondern alle Dinge sind der Leidenschaft
unterworfen, es ist aber ein Unterschied zwischen der Leidenschaft und dem, das
da leidet,
denn jenes ist wirkend und dieses leidend.
Aber die
Leiber wirken auch durch sich selbst,
denn diese sind entweder unbeweglich oder
werden bewegt, es sei nun von den beiden, was es wolle, so ist es doch eine
Leidenschaft, die unleiblichen Dinge wirken allezeit, und darum sind die der
Leidenschaft unterworfen.
Darum
müssen dich die Namen nicht verwirren: Denn Wirkung und Leidenschaft ist ein
Ding, es schadet aber nicht, dass man den Namen gebraucht, der sich am besten
schickt.
Vater,
du hast uns diese Worte ganz klar und offenbar gemacht.
So siehe
nun auch dieses, mein Sohn! dass GOTT den Menschen von allen sterblichen Tieren
mit zwei Dingen hat begabt, nämlich mit dem Gemüte und mit der Sprache, welche
der Unsterblichkeit an Würde gleichgeht.
Wenn jemand
dieselbe rechtmässig gebraucht, dazu man dieselbe gebrauchen muss, der würde von
der Unsterblichkeit nicht unterschieden sein, vielmehr aber aus dem Leibe
gehend, von allen beiden in die Schar der Götter und Seligen eingeführt zu
werden.
Gebrauchen
denn die anderen Tiere die Sprache auch nicht?
Nein, mein
Sohn! sondern nur die stummen, die Sprache ist demnach von der Stimme weit
unterschieden, denn die Sprache ist allen Menschen gemein, aber ein jedes
Geschlecht der Tiere hat seine eigene Stimme.
Es ist ja
eines Menschen Sprache nach einer jeden Landschaft unterschieden.
Ja, es ist
unterschieden, mein Sohn: Es ist aber nur ein Mensch, also ist auch nur eine
Sprache, und wenn man sie verdolmetscht, befindet man sie einerlei in Ägypten,
in Persien, in Griechenland und so weiter.
Aber mich
dünkt, mein Sohn! dass du die Kraft und die Grösse des Wortes oder der Sprache
nicht verstehst, denn der selige GOTT, der gute Dämon, hat bezeugt, dass die
Seele in dem Leib ist, das Gemüt in der Seele, das Wort oder die Sprache in dem
Gemüt, das Gemüt in GOTT, und GOTT ist deren aller Vater.
Der
Ursachen ist das Wort oder die Sprache ein Bild des Gemütes und das Gemüt ein
Bild GOTTes, aber der Leib ein Bild der Einbildung, die Einbildung ein Bild der
Seele.
Und darum
ist das allersubtilste von der Materie die Luft, das allersubtilste von der Luft
die Seele, das allersubtilste von der Seele das Gemüt und das allersubtilste des
Gemütes GOTT.
Und GOTT
ist rundum alles und durch alles, das Gemüt ist rund um die Seele, die Seele
rund um die Luft, die Luft rund um die Materie: Die Notwendigkeit oder die
Versehung und die Natur sind Werkzeuge der Welt und die Ordnung der Materien.
Und ein
jedes von den unverständlichen Dingen ist ein Wesen, ihr Wesen aber ist in ihnen
selbst durchaus gleich, ein jeder aber der Leiber dieses ganzen Wesens ist
vielfältig. Denn welche von den zusammengesetzten Leibern die Gleichförmigkeit
oder Einheit haben und das eine in das andere verwandelt wird, dieselben
behalten allezeit die Unvergänglichkeit der Gleichförmigkeit.
Aber in
allen andern zusammengesetzten Leibern hat ein jedes seine Zahl, denn ohne Zahl
ist es unmöglich, dass die Zusammensetzung oder Auflösung kann geschehen: Aber
die Einheiten gebären und vermehren die Zahl, wenn sie wiederum aufgelöst, und
kommen in sich selbst und ist also nur eine einzige Materie.
Diese
ganze Welt aber (der grosse Regent oder GOTT und ein Bild von dem noch grösseren,
mit welchem sie vereinigt ist und die Ordnung mit dem Willen ihres Vaters hält)
ist die
Vollheit des Lebens, und es ist in ihr nichts durch die Herstellung der ganzen
Ewigkeit, weder in dem ganzen, weder in den Teilen, welches nicht lebt.
Denn da ist niemals ein totes Ding gewesen, da ist auch keines in der Welt, da
wird auch keines sein: Denn GOTT hat gewollt, dass sie ein Tier sei, solange sie
währt, darum ist sie auch notwendig GOTT.
Wie kann nun, mein Sohn! in GOTT (in dem Bilde des, der alles ist, in der
Vollheit des Lebens) etwas sein, welches tot ist, denn der Tod ist eine
Verderbung und die Verderbung ein Untergang,
wie kann denn ein Teil vergehen
dessen, welches unverderblich ist, oder etwas von der Welt vernichtet werden.
Vater, sterben die Tiere denn nicht, die da ein Teil von derselben sind?
Gedenke was Bessers, lieber Sohn! du irrest in der Natur von dem Geborenen: Denn
sie sterben nicht,
lieber Sohn, sondern sie werden als zusammengesetzte Leiber entbunden.
Die Entbindung aber ist kein Tod, sondern eine Auflösung von dem
Zusammengesetzten: Sie werden aber darum aufgelöst, nicht dass sie zunichte
gehen, sondern dass sie neu werden.
Aber was ist die Wirkung des Lebens, ist es nicht eine Bewegung, was ist denn
unbeweglich in der Welt?
Nichts, mein Sohn.
Dünkt dir, lieber Vater, nicht, dass die Erde unbeweglich sei?
Nein,
Sohn! sondern dieselbe ist vielfältig beweglich und auch alleine standfest.
Denn wie sollte das nicht sein, dass der Unterhalter aller Dinge unbeweglich sein
sollte, welcher doch alles herbringt und gebiert: Denn es ist unmöglich, das
dasjenige, welches etwas vorbringt, solches kann vorbringen ohne Bewegung.
Gewisslich du hast nun eine spöttliche Sache und soviel gefragt, als ob das
vierte Teil nicht ledig sei. Denn der Name unbeweglich bezeichnet nichts anders
als eine Ledigkeit.
Darum wisse, mein Sohn, überhaupt, dass das Wesen, welches in der Welt ist,
bewegt wird, es sei durch das Zunehmen oder durch das Abnehmen, was demnach
bewegt wird, solches lebt auch.
Denn es müssen nicht alle Geschöpfe notwendig einerlei sein: Denn die Welt
(nämlich die ganze Welt zugleich und zusammen) ist unverständlich, Sohn! aber
alle ihre Teile sind veränderlich.
Es ist nichts Verderbliches oder das zunichte wird,
die Namen machen alleine die
Menschen irrend: Denn die Geburt ist kein Leben, sondern ein Sinn oder Fühlen:
Also ist die Veränderung kein Tod, sondern eine Verbergung. Weil dieses sich
also verhält, so sind alle Dinge unsterblich: Die Materie, das Leben, der Geist,
die Seele, das Gemüt,
aus welchen das ganze Geschöpf ist zusammengesetzt, darum
sind alle Tiere unsterblich, wegen des Gemüts am allermeisten aber der Mensch,
welcher GOTT empfängt und mit GOTT eines Wesens ist.
Denn mit diesem Tiere alleine geht GOTT um, des Nachts durch Träume, des Tages
durch Zeichen, und sagt ihm zuvor, was zukommend ist, durch alle
Dinge, durch Vögel, durch das Eingeweide, durch den Geist, durch die Eiche,
dadurch versteht der Mensch, dass er wisse das Vergangene, das Gegenwärtige und
das Zukommende.
Nimm auch in acht, mein Sohn, dass ein jedes von den anderen Tieren sich alleine
in einem Teil der Welt aufhalte, nämlich die wasserhaftigen in dem Wasser, die
irdischen auf der Erde, die fliegenden in der Luft, aber der Mensch gebraucht
dieselben alle zusammen, das Wasser, die Erde, die Luft, das Feuer, ja er sieht
auch den Himmel an und erreicht denselben mit den Sinnen
Aber GOTT ist rund um alles und durch alles,
denn er ist die Wirkung und die
Kraft, und es ist gar kein schwer Ding, GOTT zu verstehen.
Im Fall du ihn willst sehen, so siehe auf die Notwendigkeit der Dinge, die
vergangen, und auf die Vorsehung derselben, die geworden sind und die da werden,
siehe auf die so überflüssig (mit Leben) angefüllte Materie, auf den so grossen
GOTT (die Welt), wie derselbe sich bewegt mit allen den guten und herrlichen
Regenten, Dämonen und Menschen. Lieber Vater, das sind doch alle zusammen
miteinander Wirkungen?
Mein Sohn, wenn es denn allzusammen miteinander Wirkungen sind, von wem werden
sie bereitet anders als von GOTT. Oder weisst du nicht, gleich wie der Himmel,
die Erde, das Wasser, die Luft Teile der Welt sind, dass sie eben auf solche
Weise GOTTes Glieder sind, das Leben, die Unsterblichkeit, die Ewigkeit, der
Geist, die Notwendigkeit, die Vorsehung, die Natur, die Seele, das Gemüt, und
alle derselben Mitteilung, was da nur gut genannt wird? Ja, es ist nichts unter
den Dingen, die da werden oder geworden sind, darin nicht
GOTT ist.
Vater, ist er denn in der Materie?
Mein Sohn! die Materie ist ausserhalb GOTT, auf dass du also ihr eigen Platz
abteilst.
Aber was meinst du, was die Seele sei? Ein nicht zubereiteter Klumpen (Masse),
aber im Fall sie zubereitet wird, so wird sie von ihm zubereitet, denn wir haben
gesagt, dass die Wirkung Teile GOTTes sind.
Von wem werden denn alle Dinge lebendig gemacht, von wem werden die
unsterblichen Dinge unsterblich gemacht, von wem werden die veränderlichen Dinge
veränderlich gemacht?
Es sei nun, dass du sie nennst eine Materie oder Leib oder Wesen,
so wisse
gleichwohl, dass es dieselben Wirkungen GOTTes sind und dass die Wirkung der
Materie ist die Materialität, die Wirkung der Leiber, die Leiblichkeit, die
Wirkung der Wesen, die Wesentlichkeit.
Und dasselbe ist GOTT, das alles und in dem alles, und ist nichts, welches nicht
GOTT sei.
Deshalb ist weder Grösse noch Ort, noch Eigenschaft, noch Gestalt, noch Zeit bei
Gott, denn Er ist das Alles, doch das Alles ist durch Alles und um Alles.
Mein Sohn! Nimm dies Wort mit Ehrerbietung entgegen. Es ist nur ein
Gottesdienst, dass man nicht böse ist.


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