Die magischen Werkzeuge

 

 

un, es gibt eine wahre Fülle von magischen Werkzeugen und Waffen (ja, sind wir denn hier im Krieg oder was...?), mit denen Magier und Hexen rituell arbeiten.

 

Dieses Kapitelchen erwähnt nur die wichtigsten Werkzeuge und Instrumente, inklusive des Hexenbesens "Nimbus 2000", der bei allen magischen Tätigkeiten unter keinen Umständen vergessen werden darf.

Andere speziellere Objekte jedoch, wie z.B. Kordeln usw., mit denen im Einweihungsritual Einzuweihende rituell gefesselt und zusammengeschnürt werden, autsch..., werden hier nicht erwähnt.

 

Ok, dann wollen wir mal loslegen!

 

In unzähligen Religionen und magischen Systemen spielen rituelle Gegenstände eine mehr oder weniger gewichtige Rolle. Und wen wundert`s?

 

Genau!

Die Kandidatin hat hundert Punkte!

 

Natürlich ist es im Hexenkult und Heidentum auch nicht anders!

 

Die Werkzeuge, von denen wir hier sprechen, müssen übrigens keineswegs teuer gekauft werden. Schaue dich mal in deinem Haushalt um. Viele gewöhnliche Gegenstände können improvisiert als magische Werkzeuge genutzt werden. Andere Quellen, um rituelle Gegenstände aufzutreiben sind spezialisierte Hexenshops, Antiquitätengeschäfte, Trödelläden und Flohmärkte.

Natürlich kannst du mit einigen Geschick auch deine Gegenstände selbst herstellen.

So oder so, diese Werkzeuge können eine kraftvolle symbolische Bedeutung entwickeln und vermögen gleichwohl unseren Willen und unsere Konzentration zu bündeln und zu fokusieren.

 

Beachte auch, dass es bestimmt nicht schlecht sein kann, deine eigenen rituellen Werkzeuge zu weihen, sofern du dies möchtest und notwendig erachtest.

 

Ein kleines Ritual dazu wirst du im Anhang auffinden können.

 

 

 

Ein zeitlos schöner Altar. Man

beachte die Spinnweben, die

jedem authentischen Wicca-

Altar den letzten Schliff

verpassen!

 

Erst mal eine kleine Anmerkung: Einige Heiden und Wiccas arbeiten auf einer ost/westlichen Achse mit einem östlich gegenüberliegenden Altar. Aber es gibt auch einige Gruppen, die auf einer nord/südlichen Achse mit einem nördlich gegenüberliegenden Altar arbeiten. 

Der Unterschied beruht hauptsächlich auf Hintergrund und Tradition der Gruppe, die damit arbeitet. "Argumente" können wie immer für beide Ausrichtungen gefunden werden. 

 

Auf dem Altar stehen im Allgemeinen nebst anderem nützlichen Krimskrams, die Ritualgegenstände, die für das Ritual benötigt werden.

 

In der Mitte des Altars das zentrale Altarlicht, wenn möglich eine kleine tiefblaue Glasschale, in der ein Kerze brennt.

 

Im Osten das Weihrauchgefäss, dessen aufsteigender Weihrauch die Luft repräsentiert, das Athamen und die Altarglocke.

 

Im Süden eine brennende rote Kerze und der Stab, die gemeinsam das Feuer verkörpern. 

 

Im Westen eine mit Wasser gefüllte Schale, der Kelch oder eine Meermuschel um Wasser darzustellen. 

 

Im Norden ein Gefäss mit Meeressalz, wirklicher "Erde", ein Stein, Getreidesamen oder das Pentakel, um die Erde zu symbolisieren.

 

Im Osten links und rechts je eine weisse Altarkerze. 

 

 

 

 

Das Athamen

Repräsentiert das Schwert von Gorias

 

Das Athamen ist der traditionelle Ritualdolch einer Hexe. Gewöhnlich hat es einen schwarzen Griff, ist zweischneidig und sollte niemals geschliffen sein, auf dass du beim Ziehen des magischen Kreises nicht zufälligerweise irgendwelche Gliedmassen einer Teilnehmerin abtrennst. Nun, es stimmt, die Kelten hatten ein Faible für abgetrennte Köpfe, doch ist es wahrhaft fraglich, ob wirklich alle alten paganen Bräuche vom modernen Heidentum wieder belebt werden sollten.

Das Athamen ist ein Werkzeug des Befehls und wird genutzt um Kraft zu leiten, Kreise zu ziehen, Kräfte anzurufen, Gegenstände zu weihen und negative Energien zu bannen. In den meisten Traditionen wird es nie als gewöhnliches Messer benutzt und ist ausschliesslich magischen Zwecken vorbehalten.

Durch die symbolische phallische Form wird es teilweise mit dem Gott verknüpft, dies vorzugsweise beim so genannten symbolischen grossen Ritus.

 

Der Stab

Repräsentiert den Speer von Falias

 

Wie schon bei Harry Potter, ist der Stab eines der wichtigsten Werkzeuge in der hohen Kunst der Magie. Traditionell wird der Stab aus dem Holz von heiligen Bäumen hergestellt, wie z.B. Weide, Eiche, Apfel- und Kirschbaum und der Haselnuss, um nur einige zu nennen.

Heutzutage werden aber auch viele moderne Materialien verwendet und die Stäbe sind mitunter kunterbunt mit Kristallen und bunten Steinen geschmückt.

Der Stab ist ein Werkzeug der Anrufung und wird benutzt um Gottheiten, Geister und Elementarwesen anzurufen, aber auch um Segnungen zu verströmen und Objekte aufzuladen. In den meisten Traditionen repräsentiert er das Feuer, teilweise er aber auch dem Element Luft zugeordnet.

 

Der Kelch oder das Trinkhorn

Repräsentiert den Kessel von Murias

 

Der Kelch ist eines der vier elementaren Werkzeuge und repräsentiert das Element Wasser. Die Basis, auf dem der Kelch steht, symbolisiert die materielle Welt, der Stiel versinnbildlicht die Verbindung zwischen der Welt der Menschen und der Gottheiten, die Öffnung des Kelches verkörpert die geistige Offenheit, mit der wir im Ritual den Gottheiten, uns selbst und der Natur gegenübertreten.

Beim Trinkhorn kehrt sich die Symbolik um. Die Öffnung verkörpert die manifestierte Welt, die Spitze des Trinkhornes die Einheit, aus der die materielle Welt entspringt.

Der Kelch kann aus verschiedenen Materialien bestehen. In alten Zeiten war es wohl das Horn, die Muschel und der Kürbis, die die heiligen Flüssigkeiten und den guten Schluck Met während des Rituals enthielten.

In vielen heidnischen Gruppierungen wird im Laufe des Rituals, als Zeichen der Verbundenheit und der Einheit, gut und gerne der Kelch oder das Trinkhorn an alle Teilnehmer herumgereicht und gemeinsam daraus getrunken, Cheers!

 

Das Pentakel

Repräsentiert den Lias Fail

 

Das Pentakel ist ein klassisch-traditionelles Werkzeug. Gewöhnlich ist es eine runde Scheibe aus Stein, Holz oder Kupfer. Auf diese Scheibe ist üblicherweise ein aufrechtstehendes Pentagramm eingeritzt oder aufgemalt, das von einem Kreis umschlossen wird. In einigen heidnischen Traditionen sind aber auch noch andere Symbole darauf vermerkt, wie z.B. von Gottheiten, Geistern und Elementen, die dann als Quellen der Kraft fungieren.

Auf das Pentakel werden bisweilen Amulette und Werkzeuge gelegt, die geweiht und aufgeladen werden wollen, aber auch der rituelle Streuselkuchen kann entweder dekorativ direkt oder in einem Gefäss auf dem Pentakel platziert werden.

Da das Pentakel die Erde verkörpert, wird es traditionell dem Norden zugeordnet.

 

 

 

 

Der Kessel

 

Der Kessel ist möglicherweise der Gegenstand, der am meisten mit dem Hexenkult assoziiert wird und daher schon mal tief verwoben mit der magischen Tradition und heidnischen Mysterien erscheinen mag. Der Kessel ist ein Gefäss der Verwandlung, der Unsterblichkeit und der Inspiration. Er symbolisiert den Schoss der Göttin und die manifestierte Essenz der Weiblichkeit und Fruchtbarkeit. Alles wird aus dem Kessel der Göttin geboren und alles kehrt wiederum am Ende in ihn zurück.

In den alten Zeiten wurde er als Kochkessel und Gebräugefäss verwendet. Heutzutage wird er aber auch als Behältnis für ein kleines Feuer benutzt, oder ist mit Erde gefüllt.

Traditionell besteht er aus Eisen und besitzt drei Füsse auf denen er ruht.

Kessel gibt es in verschiedenen Grössen, trotzdem kann es schwierig sein einen echten Eisenkessel aufzutreiben. Als Ersatz eignet sich übrigens ein Kupferkessel, wie er manchmal auch als Blumentopf verwendet wird, ausgezeichnet dazu.

 

Das Weihrauchgefäss

 

Das Weihrauchgefäss ist, wie der Name schon andeutet, ein Gefäss, das benutzt wird um Weihrauch während des Rituals abzubrennen. Dabei ist keine Form vorgeschrieben. Alle Typen eines Weihrauchgefässes können benutzt werden, wie z.B. eine einfache tönerne Schale, die mit Sand gefüllt ist, auf dass die okkulten Finger während des Rituals nicht angekokelt werden. Das Weihrauchgefäss repräsentiert das Element Luft und wird normalerweise vor dem Bildnis der Göttin und des Gottes auf dem Altar im Osten aufgestellt.

 

Der Besen

 

Der Besen ist ein Ritualwerkzeug, das sowohl der Göttin, wie auch dem Gott geweiht ist. Durch seine symbolische phallische Form ist er mit dem Gott verbunden. Durch die drei Bestandteile eines Besens, die da wären Besenstiel, Zweige und die Bindung, die die Zweige an dem Besenstiel zusammenschnüren, mit dem dreifachen Aspekt der Göttin.

Traditionell wird der Besen aus drei verschiedenen Hölzern gefertigt. Esche für den Besenstil, Birke für die Wischzweige und Weide für die Bindeschnur. Esche wirkt schützend, Birke ist reinigend und die Weide ist der Göttin geheiligt.

Der Besen wird für verschiedenste Aktivitäten verwendet, meistens aber um den Ritualplatz zu reinigen und somit symbolisch negative Energien wegzuwischen.

Im Brauchtum schützt er das Haus und die Personen, die darin wohnen, gegen negative Gedanken und böse Flüche. Aus diesem Grunde wurde er quer über die Türschwelle gelegt, oder auch nur an den Rahmen der Eingangstüre oder an Fenster gelehnt.

 

Das Boline

 

Das Boline ist das kleine, mitunter sichelförmige Messer, mit dem die praktisch orientierte Hexe frisch fröhlich Kräuter und Stäbe schneidet, Kerzen und sonstigen Krimskrams schnitzt und diesen mit Symbolen graviert. Auch Blumen, die für den Altar benutzt werden und der rituelle Streuselkuchen können damit vorzüglich geschnitten werden. Das Boline hat einen weissen Griff, um es vom Athamen zu unterscheiden, das ausschliesslich für magische Zwecke benutzt werden sollte.

 

Die Altarglocke

 

Die Glocke wird vornehmlich am Anfang eines Rituals geläutet um anzuzeigen, dass das Ritual beginnt und um negative Einflüsse zu bannen. Zuweilen wird es aber auch benutzt um die Gottheiten und die Kräfte der Himmelsrichtungen während des Rituals anzurufen.

Bei den rituellen Werkzeugen zu sparen, weist darauf hin, dass du einen ökonomischen Sinn fürs Praktische besitzt, was schon mal nicht schlecht ist. Doch bei der Beschaffung einer wohl tönenden Altarglocke, kann es sinnvoll sein, sich für den Kauf ein wenig mehr Zeit dafür zu nehmen und nicht allzu sehr dabei zu sparen. Natürlich kannst du einem Kasperle das Glöckchen von seiner Mütze reissen und diese bei deinem Ritual benützen. Doch tönt dies ziemlich scheisse und abgesehen davon, sieht es erst noch voll uncool aus.

 

Das Altarlicht

 

Das zentrale Altarlicht besteht vorzugsweise aus einer gläsernen blauen Schale, in der eine Kerze brennt. Schon Jamblichus, ein neuplatonischer syrischer Philosoph, meinte, dass keine Kraft im Tempel fliessen kann, wenn das Altarlicht nicht entzündet ist.

Die hier erwähnte Form eines Altarlichtes wurzelt in den ägyptischen Isis-Mysterien und symbolisiert das fünfte Element, Akasha, in dem die anderen vier Elemente wurzeln.

Das blaue Gefäss verkörpert das kosmische Wasser, das Licht das darin brennt, das kosmische Feuer. Das Wasser gibt dem Feuer Form und Bestand, das Feuer erfüllt das Wasser mit Wärme und Leben. Die Einheit des kosmischen Wassers und des kosmischen Feuers wird übrigens auch im Symbol des Hexagramms ganz gut dargestellt.

 

 

 

 

Tja, hier komme ich wieder einmal nicht umhin, meinen heiligen Senf zu diesem Thema abzugeben.

 

  Schluck um Schluck die Kehle

  runter... - "Gral" - Dante Gabriel

  Rossetti

Aus berufenem, bisweilen aber eher unberufenem Munde wird unablässig und unwiderlegbar verkündet und heruntergebetet, dass, nachdem du deine magischen Werkzeuge geweiht hast, diese unter keinerlei Umständen von profanen Menschen erblickt, geschweige denn berührt werden. Nie und nimmer und ohne Ausnahme!

 

Dies wird dahingehend begründet, dass in diesem Falle die magische Kraft, dein Magnetismus, mit dem du den Gegenstand imprägniert hast, verloren ginge und du dann deine Werkzeuge von neuem, mühsam im Schweisse deines Angesichtes, weihen musst.

 

Jetzt aber mal ehrlich..., müsste man sich nicht mal fragen, wie schwach und gebrechlich diese magische Kraft/dein Magnetismus doch sein muss, wenn er nur schon durch das Erblicken eines schnöden Unwissenden flöten gehen sollte!?

 

Magie ist doch in erster Linie eine Sache des Bewusstseins und nicht das blinde, unreflektierte herumhantieren und wilde herumfuchteln mit irgendwelchen okkulten Objekten.

 

Die Objekte, die du in den Ritualen benutzt, sind Symbole der nach aussen projizierten Teilaspekte deines Wesens und/oder Erweiterungen deiner Sinne. Es sind letztendlich austauschbare Konzentrationsobjekte, nicht spirituell, aber auch nicht unspirituell, nur du bist es, der/die diesen Gegenständen irgendeinen spirituellen Wert beimisst.

 

Wenn man die Kräfte, die die rituellen Gegenstände verkörpern, durch Meditationen, Pfadarbeiten und Ritualistik in sich selbst verwirklicht und verinnerlicht hat, kann es einem doch völlig egal sein, wenn zufälligerweise einmal irgend jemand die magischen Gegenstände erblickt oder sie sogar berührt. Ist man ein Sklave seiner Werkzeuge oder beherrscht und lenkt man die Kraft, die durch sie verkörpert werden?

 

Wenn man diese Kräfte in seinem Wesensgrunde erweckt hat und eins mit ihnen geworden bin, kann man dann letztendlich nicht frei und kreativ mit allem und jedem arbeiten?

 

Genau so is` es!

 

Dann verwandeln sich auf dem Altar, durch die Kraft der Imagination, ein Coca-Cola Becher von McDonalds zum heiligen Gral und ein Kartoffelschälmesser wird zum geweihten Dolch und dies ohne Weihe, unmittelbar und sofort, einfach so.