Sommersonnenwende

 

Blühende Fülle

 

 

Mein bescheidenes Gärtchen hinter den Haus

 

 

Name: Alban Heruin (Licht über der Küste)

Moderne Entsprechung: Mittsommer, Johannistag

Datum: cirka der 21. Juni

Keltische Gottheiten: Ogma, Math, vor allem Herne

Zuordnung: Sonnenfest, der Höhepunkt des Lichtes, Wendepunkt des Jahres

Bräuche: Notfeuer, Springen über oder zwischen zwei Feuern aus Eichenholz, am Vorabend Suche nach Elfen, Riten der Inspiration, der Sonne geweihte Pflanzen sammeln (Johanniskraut, Heckenrose, Eichenblüten), Vorlesen im Kreis

Symbole: Eichenblätter, "Puck" der Waldkobold, emporlodernde Flammen, Pan

Geweihte Speisen: Eichenwein, frisches Frühlingsgemüse, helles Brot, junger Käse

 

 

 

ie Sommersonnenwende, der Höhepunkt des Sommers, fällt jedes Jahr zwischen den 20. und 23. Juni. Die Abweichung entsteht infolge des Unterschieds zwischen dem aktuellen astronomischen Ereignis und unserem Kalender.

 

Die Sommersonnenwende ist der längste Tag des Jahres und verkörpert die Herrschaft des Sonnenkönigs in seiner höchsten Kraft.

Unsere Vorfahren grüssten und ehrten ihn in an diesem Tag, damit er dem Land Fruchtbarkeit bringe und noch einmal "die Mächte der Dunkelheit in die Flucht schlage", denn sie wussten, dass dieser Tag das Ende seiner Macht markiert und seine Herrschaft nun täglich abnehmen wird.

 

In dieser Zeit ist die Erde ein Platz der blühenden Schönheit. Jeder Garten ist erfüllt mit bunten Blumen und die ersten Ansätze von Früchten und Gemüse beginnen zu wachsen und zu reifen. Die Erdmutter offenbart jeden Tag mehr von ihre Schönheit und ihrem Reichtum.

 

Dies ist eine Zeit, um all dem zu danken, was du um dich herum siehst und riechst und fühlst.

 

Erfreue dich daran!

 

 

 

Vorbereitung

 

Der Hain und der Altar ist mit frischen Blumen geschmückt. Der Altar ist wie immer mit den Elementen gedeckt.

Für jedes Clanmitglied liegt eine Sommerblume auf dem Altar. Zudem wird für das Ritual ein Salböl mit einem blumigen Geruch benötigt.

Die goldene Sonnenkerze befindet sich entzündet ausserhalb des Kreises im Nordosten.

Die Feuerkerze auf dem Altar und die Altarkerzen sind noch nicht entzündet.

Es wird vorab etwas passenden Weihrauch auf die brennende Kohle gelegt.

 

 

Ritual

 

Passende Musik kann beim Einzug in den Hain gespielt werden.

Die Priesterin läutet die Altarglocke, um alle Clanmitglieder in den Hain zu rufen. Dort wird mit geweihten Öl, jedem Clanmitglied ein keltisches Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Im Anschluss wird jedes Clanmitglied von der Priesterin und dem Priester begrüsst.

Alle halten sich anschliessend an den Händen.

 

Alle

In vollkommener Liebe und in vollkommenem Vertrauen feiern wir heute den Sommerbeginn.

 

Wenn sich alle an ihrem Platz befinden, entzündet die Priesterin das zentrale Altarlicht.

 

Priesterin

Dies ist die Zeit der Rose, der Blüten und Stacheln, des süssen Duftes und des Blutes. Heute ist der längste Tag, das Licht triumphiert und doch beginnt der Abstieg in die Finsternis. Der reife Sonnenkönig umarmt die Sommerkönigin mit der Liebe die den Tod bedeutet, die so vollkommen ist, dass sie alles in einem einzigen Gesang weltenbewegender Exstase auflöst. So löst sich der Herr des Lichtes von seinem Selbst und segelt über die dunklen Meere der Zeit, um die Insel des Lichtes zu suchen: die Wiedergeburt. Wir drehen das Rad und teilen sein Schicksal, denn wir haben die Saat unserer eigenen Wandlung gesät und um wachsen zu können, müssen wir auch das Hinscheiden der Sonne bejahen.

 

Alle meditieren nun über den Sinn dieses Rituals, während sie in Stille das Altarlicht betrachten.

 

(Die Priesterin nimmt nun die brennende Sonnenkerze im Nordosten und schreitet zum Priester.)

Priester

Seht die Trägerin des mächtigen Lichtes und des triumphierenden Lebens.

 

Priesterin

Ich bin die Trägerin des Zeichens des mächtigen Sonnenkönigs.

Empfange von mir nun das Feuer des Lebens, Symbol des strahlenden Gottes in seinen vollen Glanz!

Diese heilige Flamme gehört nun Dir und Du sollst Dich um sie kümmern, bis das Rad des Lebens eine neue Drehung vollzogen hat.

So möge es sein!

 

Der Priester benützt nun die Sonnenkerze um die Feuerkerze und dann anschliessend die Altarkerzen zu entzünden. Zuerst die rechte, dann die linke.

 

Der Kreis wird gereinigt und geweiht, die Elemente eingeladen und die Gottheiten invoziert.

 

Priester

Wir kommen zusammen um den Beginn des Sommers zu feiern, in der Zeit, wenn der Sonnenkönig in seinem vollsten Glanz und in seiner höchsten Stärke erstrahlt. Nun, während wir diesen beglückenden Moment gemeinsam feiern, realisieren wir auch, dass von diesem Tage an, seine Kraft nun langsam schwinden wird und die Dunkelheit zu triumphieren beginnt. Das Rad des Lebens dreht sich weiter.

 

Priesterin

Wir kommen zusammen um den Beginn des Sommers zu feiern, in der Zeit, wenn die Erdmutter, voller Schönheit, uns stolz ihre kommende Fülle offenbart. Alles was wir um uns sehen, ist ihr Versprechen des Lebens, das sie allen von uns gegeben hat. Das Rad des Lebens dreht sich weiter und weiter.

 

Priester

Wir ehren diese Zeit und drehen gemeinsam das Rad des Lebens, tanzend, wild und frei.

 

Ritueller Tanz!

 

Priesterin

Wir haben nun das Rad des Lebens gedreht und so den Sommer willkommen geheissen.

 

(Die vier Clanmitglieder, die die vier Himmelsrichtungen verkörpern, begeben sich nun an ihre Plätze.)

 

Priester

Edle Clangefährtinnen und Clangefährten, lasst uns die Zeit des Hochsommers feiern, die Jahreszeit am höchsten Punkt des solaren Jahres, um das Mysterium und die Kraft des Sonnenkönigs gemeinsam zu erfahren.

 

Osten

Gesegnet sei das Licht, das auf unsere Pfade scheint und unseren Weg des Lebens erleuchtet!

 

Süden

Gesegnet sei der Hochsommer. Lasst uns unsere Geister erheben und somit unser himmlisches Erbe erkennen!

 

Westen

Gesegnet sei die Sonne, die über uns vom höchsten Punkt des Himmels strahlt!

 

Norden

Gesegnet sei die Zeit der Hitze, die die Mutter Erde erwärmt.

 

Priester (Nimmt die Blumen vom Altar auf und hält sie so, dass sie alle sehen können.)

Edle Clangefährtinnen und Clangefährten, wir sind alle Kinder der Erdmysterien und folgen ihnen von Jahreszeit zu Jahreszeit. Der geheime Samen, den wir zu Beltane gesät haben, hat sich zu einer kraftvollen Pflanze entwickelt. Sie muss nun liebevoll gepflegt werden, so dass wir in der kommenden Zeit ihre Früchte ernten mögen. So wie die Natur erblüht, erblühen auch wir selbst! Die Erdmutter zeigt uns ihre grenzenlose Fülle. Lasst uns ihre Schönheit teilen.

 

Die Priesterin verteilt nun an alle Clanmitglieder eine Blume. Der Priester segnet alle mit dem Salböl.

 

Priesterin

Sieh, fühle, rieche und berühre die blühende Fülle der Erdmutter.

 

Tanz mit Blumen in den Händen.

 

Osten

Mögen wir die Göttin und den Gott in allem Lebendigen erkennen. Mögen wir lernen eins mit ihnen zu sein.

Pause

Gesegnet seinen die Winde der Inspiration.

 

Süden

Gesegnet sei die göttliche Sonnenflamme des Lebens.

 

Westen

Gesegnet sei der Regen der Gefühle und des Verstehens!

 

Norden

Gesegnet sei die Buntheit und die Fülle des Sommers.

 

Alle

Mögen wir die niemals endende Jugend in unseren Herzen erfahren.

 

Osten

Möge das Erkennen der Vergangenheit unsere Gegenwart erleuchten und unsere Zukunft erhellen.

 

Süden

Möge das Licht unseres Gottes und die Liebe unser Göttin uns die Erfüllung der zukünftige Ernte bringen.

 

Westen

O Göttin der sanften Regen und grünen Felder, möge deine Fülle uns auf unserem Pfade geleiten.

 

Norden

Gesegnet sei das strahlende Licht, das noch über die Dunkelheit triumphiert.

 

Priester

Gesegnet sei die erste Flamme, die am Julfest erstrahlte und nun in ihrer ganzen Fülle über die Erde erstrahlt.

Gesegnet sei der Sonnenkönig, der über uns und in uns lebt.

Beobachtet das Licht der solaren Kerze. Lasst uns ihre Energie erfahren, sie aufbauen, vergrössern und sie somit dreifach verstärkt, während wir tanzen, auf den Altar zurückstrahlen.

 

Tanz

Die Energie wird auf die solare Kerze, den Wein und den Kuchen auf dem Altar fokussiert.

 

Priesterin

Die Energie, die wir nun gebildet haben, hat unseren Geist wie auch den Wein auf dem Altar erfüllt.

Sie nimmt den Wein auf und übergibt ihn einem männlichen Clanmitglied.

Empfange diesen Wein. Er ist mit der Liebe, die das Leben schenkt erfüllt. Teile den Kelch mit allen hier im Kreis.

 

Priester (Nachdem der Wein verteilt worden ist)

Die Energie, die wir nun gebildet haben, hat unseren Geist, wie auch den Kuchen auf dem Altar erfüllt.

Er nimmt den Kuchen auf und übergibt ihn einem weiblichen Clanmitglied.

Empfange diesen Kuchen. Er ist erfüllt mit dem warmen Licht, das das Leben schenkt erfüllt.

Teile den Kuchen mit allen hier im Kreis.

 

Priester

Wenn wir hier, an diesem heiligen Ort, die Schönheit und die blühende Fülle der Erdmutter betrachten, erinnern wir uns daran, dass jeder Teil der grossen Mutter heilig ist. Jedes Blatt, jede Blume, jedes sandige Ufer, jeder mit Gras bewachsene Hügel, jeder felsige Berg, jedes lebendige Wesen, ob gross oder klein, ist heilig für uns.

 

Priesterin

Siehe den Saft, der durch die Bäume fliesst und erkenne das Blut, das durch deine Venen kreist. Du bist ein Teil der Erdmutter und sie ist ein Teil von dir. Die duftenden Blumen sind deine Geschwister, der Bär, der Hirsch und der stolze Adler sind deine Brüder und Schwestern. Die Felsen, die die Berge bilden, der Tau, der die Hügel nässt, die Tiere, die Vögel, die Menschheit, sie alle stammen von der Erdmutter ab. Sie alle sind Teil der gleichen Familie.

 

Priester

Das schimmernde Wasser, das in den Strömen und Flüssen fliesst, ist mehr als nur Wasser. Es ist das Blut der Erdmutter, das Blut unserer Ahnen, unser aller Blut. Jede Reflektion zeigt, was war und was ist. In dem Murmeln des Wassers, höre die Stimmer der Mutter deiner Mutter, die Stimme des Vater deines Vaters.

 

Priesterin

Das Wasser ist wie eine Schwester oder ein Bruder zu jedem und jeder von uns. Wenn wir durstig sind, löscht es unseren Durst. Wenn uns heiss ist, kühlt es uns. Wenn wir hungrig sind, schenkt es uns die Früchte des Wassers. Begegne dem Wasser mit derselben Freundlichkeit, mit der du Menschen begegnest, die dir geholfen haben.

 

Priester

Erinnere dich, dass die Luft geheiligt ist. Sie teilt ihren Geist mit allen, die atmen. Der Wind schenkte deinen Eltern den ersten Atemzug und wird ihren letzen Seufzer empfangen. Der Wind schenkt unseren Kindern den Geist und die Gabe der Inspiration, um ihr Leben dereinst meistern zu können. Lasse die Luft rein und klar sein, auf dass die Menschen den Wind, voll des Duftes der Blumen der grünen Hügel, erfahren mögen, Tag für Tag.

 

Priesterin

Lehre all dies den Kindern. Die Erde ist unsere Mutter und die Luft unser Vater. Das Wasser ist das Blut unseres Lebens. Was wir der Erde, der Luft und dem Wasser antun, fällt unweigerlich auf uns Menschen zurück.

Liebe die Erde, wie ein Kind die Mutter liebt. Die Erde ist nicht dein Eigentum. Alle Dinge auf der Erde sind miteinander verbunden. Die Menschheit webt nicht das Netz des Lebens, sondern ist nur ein Faden in ihm. Was auch immer du für das Netzt des Lebens tust, tust du letztendlich nur für dich selbst.

 

Priester

Behüte in deinem Herzen, was hier offenbart worden ist. Wir sind Brüder und Schwestern, lebendige Teile eines grösseren Ganzen. Wenn du einem Teil des grossen Ganzen schadest, schadest du dir selbst, wenn du einen Teil des grossen Ganzen heilst, heilst du dich immer selbst.

 

Priesterin 

Möge die Jahreszeit des Sommers mit Gesang, Tanz und Freude beginnen.

So möge es sein!

 

Alle

So möge es sein!

 

Es folgt nun der gesellige Ritualteil.

 

Den Gottheiten wird gedankt, die Elemente verabschiedet und der Kreis geöffnet.

 

 

Ende des Rituals

Finis