Zuerst wird die Sonnenkerze
entzündet. Mit ihr wird nun anschliessend die Feuerkerze und die Altarkerzen
entzündet. Zuerst die rechte, dann die linke. Es wird vorab etwas passenden
Weihrauch auf die brennende Kohle gelegt.
Ritual
Passende Musik kann beim Einzug in
den Hain gespielt werden.
Die Priesterin läutet die Altarglocke, um alle Clanmitglieder in den Hain zu
rufen. Dort wird mit geweihten Öl, jedem Clanmitglied ein keltisches Kreuz auf die Stirn
gezeichnet. Im Anschluss wird jedes Clanmitglied von der Priesterin und dem Priester begrüsst.
Alle halten sich anschliessend an den Händen.
Alle
In vollkommener Liebe und in
vollkommenem Vertrauen feiern wir heute Lughnasadh.
Wenn sich alle an ihrem Platz
befinden, entzündet die Priesterin das zentrale Altarlicht.
Priesterin
Dies
ist das Fest des Lugh, des Sonnengottes, der mit dem niedergehenden Jahr stirbt,
des Kornkönigs, der stirbt, wenn das Getreide geschnitten wird. Wir stehen nun
zwischen Hoffnung und Furcht, leben in der Zeit der Erwartung. Auf den Feldern
ist das Getreide gereift, aber noch nicht geerntet. Schwer haben wir gearbeitet,
damit viele Dinge zur Reife gelangen, aber die Früchte unseres Tuns sind uns
noch nicht sicher. Die Mutter wird nun zur Schnitterin, die sich vom Leben
nährt, damit neues Leben heranwachse. Die Helligkeit nimmt ab, die Tage werden
kürzer, der Sommer geht vorbei. Wir kommen zusammen und drehen das Rad, denn wir
wissen, dass wir säen müssen, um zu ernten und dass das Licht und die Wärme in
den Winter übergehen muss.
Alle meditieren nun über den Sinn
dieses Rituals, während sie in Stille das Altarlicht betrachten.
Der Kreis wird gereinigt und
geweiht.
Priester
Öffne dich nun einen Moment der
Stille dieses Ortes, allen Clanmitgliedern und den Kräften der Natur, die uns
hier umgeben.
(Pause)
Priesterin (geht in den Osten)
Ich stehe im Osten mit dem Element
Luft. Sie ist in mir und rund um mich herum, mit uns und um uns herum. Wir
öffnen uns der Luft, fühlen sie, sind eins mit ihr!
Priester (geht in den Süden)
Ich stehe im Süden mit dem Element
Feuer. Es ist in mir und rund um mich herum, mit uns und um uns herum. Wir
öffnen uns dem Feuer, fühlen es, sind eins mit ihm!
Priesterin (geht in den Westen)
Ich stehe im Westen mit dem
Element Wasser. Es ist in mir und rund um mich herum, mit uns und um uns herum.
Wir öffnen uns dem Wasser, fühlen es, sind eins mit ihm!
Priester (geht in den Norden)
Ich stehe im Norden mit dem
Element Erde. Sie ist in mir und rund um mich herum, mit uns und um uns herum.
Wir öffnen uns der Erde, fühlen sie, sind eins mit ihr!
Die Gottheiten werden invoziert.
Priester
Wir ehren diese Zeit
und drehen gemeinsam das Rad des Lebens, tanzend, wild und frei.
Ritueller Tanz!
Priesterin
Wir haben nun das
Rad des Lebens gedreht und so Lughnasadh willkommen geheissen.
Die Priesterin schreitet mit einer
Kerze, die noch nicht entzündet ist, in den Westen.
Der Priester geht nun zum Altar
und hebt die Sonnenkerze hoch und schaut in den Kreis hinein.
Priester
Ich bin der Sonnenkönig und der
Herr über Tod und Wiedergeburt! Ich bin das Licht des Frühlings und die Hitze
des Sommers. Ich bin der Schattenmacher im Herbst und das glitzernde Kristall im
Winter, ausserhalb von mir kann nichts existieren. Ich bin der, der Licht und
Wärme allem Leben schenkt.
Der Priester geht nun zur
Priesterin im Westen und entzündet ihre Kerze.
Priester
Dieses Licht ist für dich, o
Erdmutter! Empfange meine Strahlen und bringe deine fruchtbaren Gärten und Äcker
zur Reife!
Priesterin
O Sonnenkönig, flammender Löwe des
Sommers und hochfliegender Adler im Winter, ich empfange dein Licht. Durch mich
wird deine Kraft und dein Leuchten offenbart, ich gebe ihm Form und Substanz.
Denn ich bin die All-Geberin! Nur durch mich allein, wachsen alle Dinge und
gelangen zu ihrer vorherbestimmten Reife.
Die Maid geht nun in den Norden
und nimmt den Korb mit dem Essen auf.
Priesterin
Achtet und ehrt meine
Fruchtbarkeit in dieser Zeit! Achtet und ehrt diese Geschenke des Lebens, die
ich und mein Gefährte nun grosszügig euch schenken, auf dass ihr unsere Liebe
erfahren mögt.
Die Maid schreitet nun zum Altar
und setzt ihn dort ab. Die Priesterin und der Priester gehen ebenfalls zum
Altar. Sie stellen ihre Kerzen auf den Altar und segnen anschliessend das Essen
und den Wein.
Der Priester holt nun den Korb mit
den Kerzen.
Priester
Wisse, dass diese gesegneten
Kerzen Wissen und Verstehen verkörpern. Sie symbolisieren das Leben und all
seine Ziele. Die kleine Flamme der Kerze ist dieselbe kleine Flamme, die in
allen von uns brennt. Wenn du Sorge zu ihr trägst, wird sie weiter wachsen!
Der Priester übergibt nun die
Kerzen der Priesterin
Priesterin
Die gesegneten Kerzen des Lichts
nehme ich mit Freude entgegen. Mit Freude gebe ich sie an die Menschenkinder
weiter und überreiche ihnen somit das Versprechen des Lebens und der
Wiedergeburt.
Die Priesterin verteilt nun an
alle Clanmitglieder je eine unangezündete Kerze. Bei dem nun folgenden Tanz
trennen sich der Priester und die Männer von der Priesterin und den Frauen und
führen einen getrennten Schlangentanz im und um den Kreis herum durch. Beide
werden von der Priesterin und dem Priester angeführt, die Priesterin trägt ihre
brennende Kerze vor sich her. Am Ende stehen die Männer im Osten und die Frauen
im Westen. Sie alle schauen sich an.
Die Priesterin entzündet nun die
Kerzen aller Frauen. Die Priesterin und die Frauen stehen nun mit brennenden
Kerzen im Westen, während der Priester und die Männer mit unangezündeten Kerzen
im Osten stehen. Die Priesterin schreitet nun zum Priester.
Priester
Ich bin der Herr über Tod und
Wiedergeburt! Wer wünscht es mein Reich zu betreten?
Priesterin
Ich, die ich die Trägerin des
Lebens in der kommenden Ernte bin, möchte dein Reich betreten, wie es mir
vorherbestimmt ist!
Priester
Du und deine Geschenke sind mir
wahrlich willkommen! Doch was kann ich und mein dunkles Königreich dir
anerbieten?
Priesterin
Ich wünsche nur dich allein, dich,
den ich seit jeher geliebt habe und dass du mich dereinst nicht aufzuhalten
versuchst, wenn ich auf die Erde zurückkehren werde und somit mein Versprechen
erfülle!
Die Priesterin entzündet die Kerze
des Priesters.
Eine Frau nach der andern,
durchquert nun den Hain und entzündet die Kerze des Mannes ihrer Wahl. Dann
ergreift sie die Hand des Mannes und zieht sich mit ihm an den Kreisrand zurück.
Wenn der Kreis komplett ist, wird von neuem ein Ritualtanz durchgeführt.
Wenn der Priester und die
Priesterin fühlen, dass die Energie den höchsten Punkt erreicht hat, treten sie
zum Altar.
Priester
Die Erdmutter hat ihre Fülle
grosszügig mit uns geteilt. Lasst uns nun diese Fülle mit allen gemeinsam
feiern.
Es folgt nun der gesellige
Ritualteil.
Priesterin
Wir haben lange das Leben, das
Wachstum und die Fruchtbarkeit gehegt. Doch das letztendliche Ziel all dessen
ist der Tod, der Tod des Sommers! Nun beginnt die Ernte! Es werden die Felder
gemäht und die prachtvollen Früchte gepflückt, Blumen, die in allen Farben
leuchten, verwelken und sterben. Der grüne Mantel der Erdmutter wird nun seine
Farbe ändern, von bunt zu Gold bis zu dunklem Braun. Alles, was sich im
strahlendem Leben noch zeigen mag, wird vergehen. Aber erkenne, dass alles was
stirbt, in sich das Versprechen des neuen Lebens trägt. Möge die Ernte beginnen!
So möge es sein!
Alle
So möge es sein!
Den
Gottheiten wird gedankt, die Elemente verabschiedet und der Kreis geöffnet.
Ende
des Rituals
Finis


