Lughnasadh

 

Der Beginn der Ernte

 

 

Backe, backe Kuchen...

 

 

Name: Lughnasadh (Fest des Lugh), das irisch-gälische Wort für den Monat August

Moderne Entsprechung: Lammas (hlafmesse), Leibmesse in ihrer christianisierten Form (Feiern des ersten Brotes)

Datum: 1. August, Höhepunkt der Energien am letzten Vollmond vor dem 1. August

Keltische Gottheiten: Lugh oder Llew, der alte keltische Korngott, der geopfert wird und wieder aufersteht, um die Ernte/Erdmutter zu ehren, Schutzgottheit der Wettspiele und Festlichkeiten.

Zuordnung: Feuerfest

Bräuche: Spiele, Wettkämpfe, Speerwurf, Schwertkampf, "Lammas-Türme" (Mannschaftskämpfe beim Errichten von Feuern mit Anmachholz), Festessen, Eheversprechen (auf Probe für ein Jahr und einen Tag),

Symbole: Weizenhalme (symbolisch für Lughs magischen Speer), Brotlaibe, ein Speer, Goldkamille, Sense /Sichel, rote Mohnblume

Geweihte Speisen: Getreidebrot, goldener Wein, Geflügel, Fisch (kein rotes Fleisch), Hafergrütze, Kuchen und Kekse aus Hafermehl, Erdbeeren

 

 

 

er 1.August markiert den Beginn der Ernte und wird Lughnasadh oder Lammas genannt. Es ist das erste der drei (mit Alban Elved und Samhain) keltischen Erntefeste.

 

Die ersten Früchte sind schon eingeholt und das reifende Korn leuchtet golden auf den Feldern. Die Tage sind heiss und immer noch vom Licht des Tages erfüllt. Der Zeitpunkt um die fruchtbare Ernte zu ernten rückt näher, Tag um Tag. An diesem Tag wird die Ernte der ersten Früchte, vor allem des Kornes gefeiert und wurde in alten Tagen von grossen Festspielen begleitet, die gelegentlich als "irische Olympiade" bezeichnet werden.

 

Lughnasadh war das Hauptfest der Kelten, an dem der Kornkönig, ein Aspekt des gehörnten Gottes, sich für die Menschen und das Lebens, in einem allumfassenden Sinne, opfert.

Der Gott gibt sich uns hin. Aber, er schenkt uns nur das, was wir auch bereit sind dafür einzusetzen und nur unsere Bemühungen bestimmen, wie viel wir ernten werden.

Alles was er uns schenkt, wird letztendlich an den Weinstöcken verfaulen und verwildern, wenn wir nicht unsere Arbeit seinen Bemühungen beifügen.

 

Dies ist eine Zeit, um eins zu sein mit der beginnenden Erntezeit, eine Zeit der Ruhe, des Entspannens und Abwartens. Nur so, fühlen, wissen und erkennen wir den richtigen Zeitpunkt, um die reifen Früchte zu pflücken und das goldene Korn zu ernten und nichts wird von der reichlichen Fülle vergeudet sein.

 

Mögen wir die kommende Erntezeit mit Liebe in unseren Herzen begrüssen!

 

 

 

Vorbereitung

 

Der Hain ist wie üblich vorbereitet und passend mit Sommerblumen dekoriert.

Der Altar ist wie immer mit den Elementen gedeckt. Im Süden befindet sich ein kleiner Korb mit Kerzen für alle Clanmitglieder. Im Norden befindet sich ebenfalls ein Korb, der mit Essen gefüllt ist.

Zuerst wird die Sonnenkerze entzündet. Mit ihr wird nun anschliessend die Feuerkerze und die Altarkerzen entzündet. Zuerst die rechte, dann die linke. Es wird vorab etwas passenden Weihrauch auf die brennende Kohle gelegt.

 

 

Ritual

 

Passende Musik kann beim Einzug in den Hain gespielt werden.

Die Priesterin läutet die Altarglocke, um alle Clanmitglieder in den Hain zu rufen. Dort wird mit geweihten Öl, jedem Clanmitglied ein keltisches Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Im Anschluss wird jedes Clanmitglied von der Priesterin und dem Priester begrüsst.

Alle halten sich anschliessend an den Händen.

 

Alle

In vollkommener Liebe und in vollkommenem Vertrauen feiern wir heute Lughnasadh.

 

Wenn sich alle an ihrem Platz befinden, entzündet die Priesterin das zentrale Altarlicht.

 

Priesterin

Dies ist das Fest des Lugh, des Sonnengottes, der mit dem niedergehenden Jahr stirbt, des Kornkönigs, der stirbt, wenn das Getreide geschnitten wird. Wir stehen nun zwischen Hoffnung und Furcht, leben in der Zeit der Erwartung. Auf den Feldern ist das Getreide gereift, aber noch nicht geerntet. Schwer haben wir gearbeitet, damit viele Dinge zur Reife gelangen, aber die Früchte unseres Tuns sind uns noch nicht sicher. Die Mutter wird nun zur Schnitterin, die sich vom Leben nährt, damit neues Leben heranwachse. Die Helligkeit nimmt ab, die Tage werden kürzer, der Sommer geht vorbei. Wir kommen zusammen und drehen das Rad, denn wir wissen, dass wir säen müssen, um zu ernten und dass das Licht und die Wärme in den Winter übergehen muss.

 

Alle meditieren nun über den Sinn dieses Rituals, während sie in Stille das Altarlicht betrachten.

 

Der Kreis wird gereinigt und geweiht.

 

Priester

Öffne dich nun einen Moment der Stille dieses Ortes, allen Clanmitgliedern und den Kräften der Natur, die uns hier umgeben.

(Pause)

 

Priesterin (geht in den Osten)

Ich stehe im Osten mit dem Element Luft. Sie ist in mir und rund um mich herum, mit uns und um uns herum. Wir öffnen uns der Luft, fühlen sie, sind eins mit ihr!

 

Priester (geht in den Süden)

Ich stehe im Süden mit dem Element Feuer. Es ist in mir und rund um mich herum, mit uns und um uns herum. Wir öffnen uns dem Feuer, fühlen es, sind eins mit ihm!

 

Priesterin (geht in den Westen)

Ich stehe im Westen mit dem Element Wasser. Es ist in mir und rund um mich herum, mit uns und um uns herum. Wir öffnen uns dem Wasser, fühlen es, sind eins mit ihm!

 

Priester (geht in den Norden)

Ich stehe im Norden mit dem Element Erde. Sie ist in mir und rund um mich herum, mit uns und um uns herum. Wir öffnen uns der Erde, fühlen sie, sind eins mit ihr!

 

Die Gottheiten werden invoziert.

 

Priester

Wir ehren diese Zeit und drehen gemeinsam das Rad des Lebens, tanzend, wild und frei.

 

Ritueller Tanz!

 

Priesterin

Wir haben nun das Rad des Lebens gedreht und so Lughnasadh willkommen geheissen.

 

Die Priesterin schreitet mit einer Kerze, die noch nicht entzündet ist, in den Westen.

Der Priester geht nun zum Altar und hebt die Sonnenkerze hoch und schaut in den Kreis hinein.

 

Priester

Ich bin der Sonnenkönig und der Herr über Tod und Wiedergeburt! Ich bin das Licht des Frühlings und die Hitze des Sommers. Ich bin der Schattenmacher im Herbst und das glitzernde Kristall im Winter, ausserhalb von mir kann nichts existieren. Ich bin der, der Licht und Wärme allem Leben schenkt.

 

Der Priester geht nun zur Priesterin im Westen und entzündet ihre Kerze.

 

Priester

Dieses Licht ist für dich, o Erdmutter! Empfange meine Strahlen und bringe deine fruchtbaren Gärten und Äcker zur Reife!

 

Priesterin

O Sonnenkönig, flammender Löwe des Sommers und hochfliegender Adler im Winter, ich empfange dein Licht. Durch mich wird deine Kraft und dein Leuchten offenbart, ich gebe ihm Form und Substanz. Denn ich bin die All-Geberin! Nur durch mich allein, wachsen alle Dinge und gelangen zu ihrer vorherbestimmten Reife.

 

Die Maid geht nun in den Norden und nimmt den Korb mit dem Essen auf.

 

Priesterin

Achtet und ehrt meine Fruchtbarkeit in dieser Zeit! Achtet und ehrt diese Geschenke des Lebens, die ich und mein Gefährte nun grosszügig euch schenken, auf dass ihr unsere Liebe erfahren mögt.

 

Die Maid schreitet nun zum Altar und setzt ihn dort ab. Die Priesterin und der Priester gehen ebenfalls zum Altar. Sie stellen ihre Kerzen auf den Altar und segnen anschliessend das Essen und den Wein.

 

Der Priester holt nun den Korb mit den Kerzen.

 

Priester

Wisse, dass diese gesegneten Kerzen Wissen und Verstehen verkörpern. Sie symbolisieren das Leben und all seine Ziele.  Die kleine Flamme der Kerze ist dieselbe kleine Flamme, die in allen von uns brennt. Wenn du Sorge zu ihr trägst, wird sie weiter wachsen!

 

Der Priester übergibt nun die Kerzen der Priesterin

 

Priesterin

Die gesegneten Kerzen des Lichts nehme ich mit Freude entgegen. Mit Freude gebe ich sie an die Menschenkinder weiter und überreiche ihnen  somit das Versprechen des Lebens und der Wiedergeburt.

 

Die Priesterin verteilt nun an alle Clanmitglieder je eine unangezündete Kerze. Bei dem nun folgenden Tanz trennen sich der Priester und die Männer von der Priesterin und den Frauen und führen einen getrennten Schlangentanz im und um den Kreis herum durch. Beide werden von der Priesterin und dem Priester angeführt, die Priesterin trägt ihre brennende Kerze vor sich her. Am Ende stehen die Männer im Osten und die Frauen im Westen. Sie alle schauen sich an.

Die Priesterin entzündet nun die Kerzen aller Frauen. Die Priesterin und die Frauen stehen nun mit brennenden Kerzen im Westen, während der Priester und die Männer mit unangezündeten Kerzen im Osten stehen. Die Priesterin schreitet nun zum Priester.

 

Priester

Ich bin der Herr über Tod und Wiedergeburt! Wer wünscht es mein Reich zu betreten?

 

Priesterin

Ich, die ich die Trägerin des Lebens in der kommenden Ernte bin, möchte dein Reich betreten, wie es mir vorherbestimmt ist!

 

Priester

Du und deine Geschenke sind mir wahrlich willkommen! Doch was kann ich und mein dunkles Königreich dir anerbieten?

 

Priesterin

Ich wünsche nur dich allein, dich, den ich seit jeher geliebt habe und dass du mich dereinst nicht aufzuhalten versuchst, wenn ich auf die Erde zurückkehren werde und somit mein Versprechen erfülle!

Die Priesterin entzündet die Kerze des Priesters.

 

Eine Frau nach der andern, durchquert nun den Hain und entzündet die Kerze des Mannes ihrer Wahl. Dann ergreift sie die Hand des Mannes und zieht sich mit ihm an den Kreisrand zurück. Wenn der Kreis komplett ist, wird von neuem ein Ritualtanz durchgeführt.

 

Wenn der Priester und die Priesterin fühlen, dass die Energie den höchsten Punkt erreicht hat, treten sie zum Altar.

 

Priester

Die Erdmutter hat ihre Fülle grosszügig mit uns geteilt. Lasst uns nun diese Fülle mit allen gemeinsam feiern.

 

Es folgt nun der gesellige Ritualteil.

 

Priesterin

Wir haben lange das Leben, das Wachstum und die Fruchtbarkeit gehegt. Doch das letztendliche Ziel all dessen ist der Tod, der Tod des Sommers! Nun beginnt die Ernte! Es werden die Felder gemäht und die prachtvollen Früchte gepflückt, Blumen, die in allen Farben leuchten, verwelken und sterben. Der grüne Mantel der Erdmutter wird nun seine Farbe ändern, von bunt zu Gold bis zu dunklem Braun. Alles, was sich im strahlendem Leben noch zeigen mag, wird vergehen. Aber erkenne, dass alles was stirbt, in sich das Versprechen des neuen Lebens trägt. Möge die Ernte beginnen!

So möge es sein!

 

Alle

So möge es sein!

 

Den Gottheiten wird gedankt, die Elemente verabschiedet und der Kreis geöffnet.

 

 

Ende des Rituals

Finis