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Julfest
Die Zeit des Beginns


Name: Jul (nordisch, Rad),
Alban Arthuan (Licht des Arthur)
Moderne Entsprechung:
Weihnachten, Mittwinter
Datum:
circa der 21.Dezember,
Wintersonnenwende
Keltische Gottheiten:
Cernunnos, Mabon
Zuordnung:
Ein
Sonnenfest, Tod und Geburt der Sonne, Wendepunkt des Jahres
Bräuche:
Der
Julscheit, Stechpalme und Efeu, löschen der Lichter und entfachen des neuen
Feuers
Symbole:
Die Mistel, der schwarze Mantel, Tannenzweige, der brennende Julscheit, Hirschgeweih
Geweihte Speisen:
Weisswein, weisse Kuchen, Bitterkräuter, Wacholdermet

ul, gemeinhin
auch als Wintersonnenwende bekannt, ist der kürzeste Tag des Jahres
und fällt jedes Jahr so zwischen den 20. und den 22. Dezember. Die Abweichung
entsteht infolge des Unterschieds zwischen dem aktuellen astronomischen Ereignis
und unserem Kalender.
Nun denn, unsere Ahnen hatten das
Sterben und Schwinden der Sonne, beginnend mit der Sommersonnenwende, mit Furcht
und Bangen verfolgt. Jul war für sie daher der Neubeginn und der lang ersehnte
Wendepunkt im Jahreskreis. Die
Göttin im Aspekt als
Königin der dunkeln, kalten Jahreszeit, wird nun das Kind der Verheissung
gebären, auf
dass das Licht und das Leben nun
endlich von neuem auf die Erden zurückkehren wird.
Aus diesem Grunde empfanden unsere Ahnen
wohl diesen Wendepunkt als eine
zutiefst kritische Zeit und glaubten, dass sie, gleichsam
einer Geburthelferin, der Geburt der Sonne rituell ein wenig unter die Arme greifen
mussten.
Wenn somit am nächsten Tag in der
Morgendämmerung der wiedergeborene Lichtgott begrüsst wurde, erfreuten sie
sich an der strahlenden Sonne, die nun wieder, Tag um Tag, ein wenig länger
scheinen würde und dachten sich wohl: "Aye, was würde die olle Sonne wohl machen,
wenn sie unsere Riten und Bräuche nicht hätte?!"
Siehe! Es ist die Geburt des
Sonnengottes!
Siehe! Es offenbart sich wieder
das Leben in der Welt!
Siehe! Es triumphiert das Licht
über die Finsternis!
Als sich das Christentum zu
etablieren begann, wurde dieser Feiertag als der zweitwichtigste Festtag nach
Ostern in die neue Religion integriert und wurde auch von ihnen als die Geburt
des Sohn (Sonnen) Gottes gefeiert.
Die Feste, die die Drehung des
Jahreskreisrades markieren sind Teil der gesamten Menschheit und so werden
mehrere dieser heidnischen Festtage, auf die eine oder andere Weise, natürlich
auch heute noch von anderen Religionen gefeiert.
Daher ist es im Grunde völlig
gleichgültig ob du dieses Fest Jul, Wintersonnenwende oder Weihnachten nennst.
Es ist eine Zeit der Freude und
der erneuerten Hoffnung und immer vom Gefühl der
freudigen Erwartung und der Veränderung durchdrungen, das uns
wahre Freude und das Versprechen der Erfüllung
spenden wird.
Fühle es! Erfahre es! Teile es mit
allen und allem und erfreue dich daran!

Vorbereitung
Der Hain und der Altar ist mit Tannenzapfen,
Tannenzweigen und Misteln geschmückt. Im Westen befinden sich zusätzlich einige
Tannenzweige. Im Zentrum des Hains befindet sich der Kessel, der mit den
Früchten des vergangenen Herbstes gefüllt und eventuell mit kleinen Geschenken dekoriert ist.
Das ist Altartuch kann
gelbgoldfarben sein. Der Altar ist wie immer mit den Elementen gedeckt. Zudem
befindet sich eine goldene Kerze und für jedes Clanmitglied eine kleine rote
Kerze auf dem Altar.
Die Feuerkerze auf dem Altar und die Altarkerzen sind noch nicht entzündet.
Es wird vorab etwas passenden Weihrauch auf die brennende Kohle gelegt.
Ritual
Passende Musik kann beim Einzug in
den Hain gespielt werden.
Die Priesterin läutet die Altarglocke, um alle Clanmitglieder in den Hain zu
rufen. Dort wird mit geweihten Öl, jedem Clanmitglied ein keltisches Kreuz auf die Stirn
gezeichnet. Im Anschluss wird jedes Clanmitglied von der Priesterin und dem Priester begrüsst.
Alle halten sich anschliessend an den Händen.
Alle
In vollkommener Liebe und in
vollkommenem Vertrauen feiern wir heute das Julfest.
Wenn sich alle an ihrem Platz
befinden, entzündet die Priesterin das zentrale Altarlicht.
Priesterin
Dies ist die Zeit
der Sonnenwende, die längste Nacht des Jahres. Nun triumphiert die Dunkelheit
und doch gibt sie nach und wandelt sich zum Licht. Der Atem der Natur setzt aus,
alles wartet, während im Kessel der König des abnehmenden Jahres in das Kind des
Lichtes verwandelt wird. Wir warten auf den Anbruch der Dämmerung, da die grosse
Mutter wieder das göttliche Kind, die Sonne gebiert, das uns Hoffnung und das
Versprechen des Sommers bringt. Dies ist die Ruhe hinter der Bewegung, wenn die
Zeit selber still steht von allem der Mittelpunkt, der Gleichzeitig der Umkreis
ist. Wir sind wach inmitten der Nacht. Wir drehen das Rad, damit das Licht zu
uns komme. Wir rufen die Sonne aus dem Schoss der Nacht.
Alle meditieren nun über den Sinn
dieses Rituals, während sie in Stille das Altarlicht betrachten.
Der Kreis wird gereinigt und
geweiht und die Elemente eingeladen.
Im Anschluss geht der Priester in
den Osten und ruft den Gott an. Anschliessend entzündet er die goldene Kerze auf
dem Altar mit dem Altarlicht, als ein lebendiges Zeichen der Gegenwart des Sonnengottes und seiner Rückkehr.
Mit der Sonnenkerze wird nun die Feuerkerze und dann anschliessend die Altarkerzen entzündet. Zuerst die rechte, dann
die linke.
Priester
Wir ehren diese Zeit
und drehen gemeinsam das Rad des Lebens, tanzend, wild und frei.
Ritueller Tanz.
Priesterin
Wir haben nun das
Rad des Lebens gedreht und so den Winter willkommen geheissen.
Die Priesterin geht nun deosil in den
Westen, nimmt einen Tannenzweig auf und geht mit ihm im Uhrzeigersinn in den
Osten.
Priesterin
Liebliche Göttin, Jungfrau, Mutter
und nun Greisin, kahl und unfruchtbar erscheint deine Erde um uns. Wir sehen
deine Gegenwart in den dunklen blattlosen Bäumen. Wir fühlen dein Wesen in den
eisigen Winden die uns umwehen. Wir sind eins mit dir an diesem Abend, weise Alte und erwarten mit dir zusammen die Wiedergeburt
des Sonnengottes.
Denn du, du hoffnungsspendende Göttin, schenkst uns in
diesen Zweigen, die grün und voller Leben sind,
das Wissen um die ewige
Erneuerung (hält die Tannenzweige hoch
und platziert sie um die brennende Sonnenkerze).
An
diesem Abend danken wir den Gaben der vergangenen Jahreszeit, segnen und teilen
die Früchte des vergangenen Herbstes, die von dir selbstlos geschenkt, von uns
dankend empfangen und nun mit allen freudig geteilt werden!
Priester
Lasst uns nun diese Gaben
segnen, mit gemeinsamen Tanz und Lustbarkeit.
Nun folgt der Kreistanz um die in der Mitte platzierten
Früchte. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer konzentriert ihre/seine Energie auf diese Früchte.
Priester
Lasst uns nun die Früchte des vergangenen Herbstes teilen.
Priester teilt die Früchte mit dem
geweihten Athamen. Jeder und jede ergreift eine geteilte Frucht, isst sie aber
nicht selbst, sondern bietet sie einem anderen Clanmitglied an. An dieser Stelle
können nun auch die kleinen Geschenke verteilt werden.
Priesterin
Wie eine gütige Grossmutter, hat
die Göttin ihre Speisekammer geöffnet und uns mit ihrer grosszügigen
Fülle beschenkt.
Doch was können wir, ihre
Kinder, ihr zurückgeben?
Pause
Liebe! Mögen wir nun mit Wärme in unseren
Herzen und Hand in Hand ihr zu Ehren tanzen und uns an ihr erfreuen!
Ritueller Tanz
Währenddessen visualisieren alle
ein warmes Glühen der Liebe!
Priester
Wir sind zusammengekommen um die
lang ersehnte Rückkehr des Sonnengottes zu feiern. Komm nun zu uns, edle Maid und verbreite sein
neu erstarkendes Licht!
Die Maid nimmt alle roten Kerzen
auf und verteilt sie deosil an alle Clanmitglieder, inklusive Priesterin und
Priester. Wenn sie zum Altar zurückgekehrt ist, entzündet sie ihre Kerze an der solaren Kerze.
Priester
Sei du nun die geweihte Trägerin des Lichts,
das das Leben ist und teile es mit allen im Kreise.
Die Maid hält nun ihre brennende
Kerze hoch und spricht:
Goldene Sonne der Hügel und Berge,
erleuchte das Land, erleuchte die Welt,
erleuchte die Meere, erleuchte die Flüsse,
Alle
Sorgen werden gestillt!
Gesegnet sei der Sonnengott,
ohne
Anfang, ohne Ende,
immerwährend in Ewigkeit, heil dir!
Segen dir!
Die Maid geht nun deosil im Kreise
herum, entzündet mit ihrer Kerze alle Kerzen der Clanmitglieder und kehrt dann
anschliessend an ihren Platz zurück.
Priesterin
Wir sind eins in Schönheit,
eins in Weisheit und eins in Stärke. Lasst uns in dieser gesegneten Nacht das
Licht gemeinsam teilen, eins sein, in vollkommener Liebe und in vollkommenen
Vertrauen.
Pause
Königin des Mondes, Königin der Sonne,
Königin des Himmels, Königin der Sterne,
Königin der Wasser, Königin der Erde,
Du hast
uns nun das Kind der Verheissung geschenkt!
Der
Herr des Lebens ist es, der wiedergeboren wurde.
Finsternis und Tränen werden weichen,
wenn
das Sonnekind sich nunmehr zeitig erheben wird!
Sei gesegnet!
Der Wein und der Kuchen wird nun
gesegnet.
Es folgt nun der gesellige
Ritualteil.
Den
Gottheiten wird gedankt, die Elemente verabschiedet und der Kreis geöffnet.
Ende
des Rituals
Finis



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