Frühlingstagundnachtgleiche

 

Die Rückkehr des Lebens

 

 

So schön kann der Frühling doch sein...

 

 

 

Name: Alban Eiler (Licht über dem Land)

Moderne Entsprechung: Ostern

Datum: circa 21. März, Frühlingstagundnachtgleiche

Keltische Gottheiten: Taliesin, Olwen, die Frühlingskönigin, Aengus mac Og

Zuordnung: Ein Sonnenfest, die männlichen und die weiblichen Kräfte sind im Gleichgewicht

Bräuche: Suchen und Bemalen von Eiern, das Beobachten von Vögeln, Osterwasser an Ostern am Morgen früh aus einer Quelle schöpfen

Symbole: Kaninchen/Osterhase, Küken, Schwalben, bunt bemalte Eier, das Kleeblatt, die ersten Fussabdrücke Olwens, Knospen, Blüten, Samenkörner, der weissgrüne Mantel

Geweihte Speisen: helle/leichte Nahrungsmittel, Fisch, Eier

 

 

 

ie Frühlingstagundnachtgleiche, der Beginn des Frühlings, fällt jedes Jahr zwischen den 20. und 23. März. Die Abweichung entsteht infolge des Unterschieds zwischen dem aktuellen astronomischen Ereignis und unserem Kalender.

 

Dies ist eine Zeit des Gleichgewichtes zwischen Nacht und Tag, den Kräften des Lichts und der Dunkelheit.

Die Betonung der Frühlingstagundnachtgleiche liegt hier aber im Beginn, in der Jahreszeit des Erwachens und so wird nunmehr von diesem Tage an bis zur Herbsttagundnachtgleiche, das Licht über die Dunkelheit triumphieren. Der Sonnenkönig regiert.

 

Der Frühlingsanfang ist eine Zeit des erneuerten Lebens, mit dem Versprechen der fruchtbaren Fülle, die nun endlich kommen mag.

Das Licht erfreut nun wieder die Erde und wahrlich, es liegt der Duft des Lebens in der warmen Luft. Tiere erwachen aus ihrem langen Winterschlaf und beobachten die Rückkehr der Göttin.

Der Winterschnee und das Eis ist geschmolzen, oder, in bestimmten nördlichen Regionen ist er im Begriff zu schmelzen. Die Winde haben sich gedreht und blasen nicht mehr länger kalt und eisig um unsere heidnischen Ohren.

Der Frühlingsanfang ist die Zeit der Aussaat. Eine Zeit der Ausdehnung und der Entwicklung. Alle Dinge kommen an das Tageslicht. Wir freuen uns über die ersten Blumen im Garten, im Wald und auf der Wiese. Die Menschen drängen in das Freie und geniessen das Erstarken der Sonne.

In dieser Zeit fühlen und wissen wir in unseren Herzen, dass die Frühlingsjungfrau zu ihren Kindern zurückkehren wird, voll der Freude des Lebens und die Natur wird erwachen.

 

Mögen wir ihre Rückkehr feiern!

 

 

 

Vorbereitung

 

Das Ritual beginnt kurz vor Sonnenuntergang. Der Hain ist wie üblich vorbereitet und passend mit Frühlingsblumen geschmückt

Der Altar ist wie immer mit den Elementen gedeckt. Zusätzlich steht ein Gefäss mit Samenkörnern auf dem Altar.

Die goldene Sonnenkerze befindet sich entzündet ausserhalb des Kreises im Nordosten.

Die Feuerkerze auf dem Altar und die Altarkerzen sind noch nicht entzündet.

Es wird vorab etwas passenden Weihrauch auf die brennende Kohle gelegt.

 

 

Ritual

 

Passende Musik kann beim Einzug in den Hain gespielt werden.

Die Priesterin läutet die Altarglocke, um alle Clanmitglieder in den Hain zu rufen. Dort wird mit geweihten Öl, jedem Clanmitglied ein keltisches Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Im Anschluss wird jedes Clanmitglied von der Priesterin und dem Priester begrüsst.

Alle halten sich anschliessend an den Händen.

 

Alle

In vollkommener Liebe und in vollkommenem Vertrauen feiern wir heute die Frühlingstagundnachtgleiche.

 

Wenn sich alle an ihrem Platz befinden, entzündet die Priesterin das zentrale Altarlicht.

 

Priesterin

Dies ist die Zeit, in der der Frühling wiederkehrt, die fröhliche Zeit, die Zeit des Säens, wenn das Leben aus der Erde hervorbricht und die Ketten des Winters gesprengt werden. Licht und Dunkel sind von gleicher Dauer. Es ist eine Zeit des Gleichgewichts, in der alle Elemente in uns zu neuer Harmonie finden müssen. Der Sonnenprinz streckt seine Hand aus und die Frühlingskönigin kehrt aus dem Land des Todes zurück. Sie ist eingehüllt in den frischen Regen und atmet den süssen Duft der Sehnsucht. Wo der Sonnenprinz und die Frühlingskönigin hintreten, spriessen wilde Blumen empor. Während sie tanzen, wandelt sich Verzweiflung zu Hoffnung, Trauer zu Freude, Mangel zu Überfluss. Mögen sich unsere Herzen mit dem Frühling öffnen.

 

Alle meditieren nun über den Sinn dieses Rituals, während sie in Stille das Altarlicht betrachten.

 

(Die Priesterin nimmt nun die brennende Sonnenkerze im Nordosten und schreitet zum Priester.)

Priester

Seht die Trägerin des Lichtes und des erneuerten Lebens, das uns an Jul gegeben wurde und an an Imbolc erstarkte.

 

Priesterin

Ich bin die Trägerin des Zeichens des jungen Sonnenkönigs.

Empfange von mir nun das Feuer des Lebens, das an Jul entzündet worden ist. Der Sonnenkönig schreitet fort in den Himmeln und nimmt an Stärke zu, Tag für Tag.

Diese heilige Flamme gehört nun Dir und Du sollst Dich um sie kümmern, bis das Rad des Lebens eine neue Drehung vollzogen hat.

So möge es sein!

 

Der Priester benützt nun die Sonnenkerze um die Feuerkerze und dann anschliessend die Altarkerzen zu entzünden. Zuerst die rechte, dann die linke.

 

Der Kreis wird gereinigt und geweiht, die Elemente eingeladen und die Gottheiten invoziert.

 

Priester

Wir kommen zusammen um den Beginn des Frühlings zu feiern, in der Zeit, wenn der junge Sonnenkönig über die Dunkelheit zu triumphieren beginnt. An diesem kurzen Tag befinden sie sich Licht und Schatten im Gleichgewicht, doch von nun an wird der junge Sonnenkönig wieder seine Herrschaft am Himmel antreten und seine wachsende Zeugungskraft auf die Erde verströmen.

 

Priesterin

Wir kommen zusammen um den Beginn des Frühlings zu feiern, in der Zeit, wenn die Erde als Jungfrau aus ihrem Winterschlaf erwacht. Lebendig und jung, voller Neugierde und begierig darauf, das Leben zu verströmen, erwartet sie sehnsüchtig die wärmenden Strahlen ihres Gemahls, den sie seit jeher geliebt.

 

Priester

Wir ehren diese Zeit und drehen gemeinsam das Rad des Lebens, tanzend, wild und frei.

 

Ritueller Tanz!

 

Priesterin

Wir haben nun das Rad des Lebens gedreht und so den Frühling willkommen geheissen.

 

Priester

Sei eins mit uns, während wir dich auf eine mystische Reise führen werden. Setz dich hin, schliesse deine Augen und entspanne dich.

(Warte, bis alle sich bereit fühlen.)

Konzentriere dich auf die gelbe Sonnenkerze. Fühle die Energie und die Wärme. Spüre, wie dich das Licht umströmt, gerade so, wie ein Winterumhang dich umhüllt. Du weisst, es wird dich vor der eisigen Kälte des Winters beschützen, während wir mit unserer Reise fortfahren werden. Schliesse nun deine Augen und entspanne dich. Atme tief ein und aus, ...warm, behaglich und entspannt. Du atmest tief ein und aus, ...du hast warm, fühlst dich behaglich und entspannt. ...Wir beginnen nun unsere Reise.

...Eins, ...zwei, ...drei, ...warm und entspannt, ...vier, ...fünf, ...sechs, ...entspannt und tief atmend, ...sieben, ...acht, ...neun, ...behaglich und entspannt, ...zehn. (kurze Pause)

Du stehst nun vor einem mächtigen Eichenbaum. Du fühlst seine Majestät und Stärke. Du setzt dich nun unter den Baum und begibst dich unter seinen Schutz, ...warm und entspannt, tief atmend.

 

Priesterin

Als du dich unter den Baum setzt, fühlst du die Erde unter dir. Langsam, mit einem Gefühl der Sicherheit und Offenheit, beginnst du nun durch die Erde unter dir zu fallen. ...Langsam, durch die Oberfläche, ...sicher und entspannt, fällst du tiefer und tiefer in die Erde... und während du fällst, hörst und fühlst du den Pulsschlag der Erde, der im Einklang mit dem Rhythmus deines Atems schlägt. ...Ein und aus, entspannt und sicher.

 

Priester

Du öffnest nun dein inneres Auge und siehst vor dir einen schimmernden, pulsierenden, silbernen Faden. Du folgst ihm und du weisst, dass sein Ende dich an das erste Ziel deiner Reise führen wird. Als du dich vorwärts bewegst, spürst du in deinem Herzen, dass das Ende dieses silbernen Fadens dich mit der grossen Mutter verbindet. Du eilst auf sie zu und realisierst nun, dass der Pulschlag der Erde, den du vernimmst, ihr Herzschlag ist. Während du dich ihr näherst, erinnerst du dich an sie, wie sie zu Samhain die Erde verliess und die Unterwelt betrat. Du erinnert dich an sie, als sie das Sonnenkind zu Jul gebar. Du siehst sie erneut im Kerzenlicht zu Imbolc, mit ihrem Versprechen der Wiederkehr. Und nun, als du dich an all dies erinnerst, offenbart sich die Göttin direkt vor dir. Sie weiss, dass du eines ihrer geliebten Kinder bist, sie lächelt und gibt dir ihren Segen.

 

Priesterin (als Göttin, steht auf und bewegt sich langsam und würdevoll deosil im Kreis herum)

Schau in meine Augen. Erkenne dich selbst und empfange meinen Segen. Ich gebe dir mein Geschenk, die Samen des vergangenen Herbstes. Strecke deine Hände aus und empfange mein Geschenk des Lebens.

(Die Priesterin geht im Kreis herum gibt Samen in alle Hände und schliesst diese sanft.)

Trage nun mein Geschenk zu meinem geliebten Gemahl, auf dass es erwärmt werde und seinen Segen empfange, denn ohne die Hitze seines Lichtes, wird nichts spriessen. Leben braucht ein Gleichgewicht um wachsen und blühen zu können. Ich geleite dich nun zu dem Schleier, der zwischen Tag und Nacht liegt. Folge der Hitze der Sonne bis zu ihrer Quelle und empfange den Segen des jungen Sonnenkönigs, auf dass mein Geschenk auf die Pflanzzeit vorbereitet sein mag, die bald folgen wird. Ich lasse dich nun hier, bevor die Sonne aufgehen wird, aber ich werde bei dir sein, wenn du in die materielle Welt zurückkehren wirst.

 

Priester

Du fühlst dich nun angezogen, von dem rosigen, goldenen Leuchten der aufgehenden Sonne, siehst seine erstarkenden goldener Strahlen, spürst seine Wärme auf deinem Gesicht. Du fühlst dich sicher und entspannt, fühlst den Segen der Jungfrau auf dir ruhen.

 

Priesterin

Du stehst nun vor dem jungen Sonnenkönig, in all seinem goldenen Glanz. Langsam streckst du deine Hand nach ihm aus und zeigst ihm die Samen der Jungfrau, die sie dir gegeben hat. Als er lächelt, siehst du in ihm das Versprechen und den Ruhm der Jahreszeit, die nun kommen wird.

 

Priester (als Gott, steht auf und bewegt sich langsam und würdevoll deosil im Kreis herum und legt jeder und jedem sanft seine Hand auf die Schulter)

Wie ich sehe, bringst du mir das Geschenk meiner Geliebten. Meine Zeit ist nun gekommen und meine Kraft erneuert. Die Erde erwacht. Fühle meine Hitze und meine Kraft. Empfange nun meinen strahlenden, lebensspendenden Segen. Wisse, dass ich bei dir bin, selbst in der grössten Dunkelheit der Tage. Gehe nun und nimm das Geschenk der Göttin mit dir. Hege und behüte es, auf dass es zu Beltane gesät werden kann und reiche Früchte tragen möge.

 

Priesterin

Der junge Sonnenkönig hört zu sprechen auf und du fühlst dich fühlst warm und behaglich. ...Du bist entspannt, schliesst dein inneres Auge und fühlst nun, wie du wieder durch die Erde aufzusteigen beginnst. ...Warm und entspannt, reist du weiter und weiter, bis du wieder den festen Grund unter dir fühlst. Ich zähle nun langsam auf fünf – 1- du fühlst dich warm und behaglich – 2 – kehrst entspannt zurück – 3 – entspannt und gelassen – 4 – in die Gegenwart zurück, entspannt, du bist – 5 – hier!

 

Alle Clanmitglieder meditieren nun in Stille über diese Reise, stehen auf und geben ihre Samen in das Gefäss zurück, aus denen die Samen genommen worden sind. Diese Samen werden an Beltane nun rituell weiter verwendet werden.

 

Gemeinsamer Tanz!

 

Segnen des Weins und des Kuchens.

Es folgt nun der gesellige Ritualteil.

 

Den Gottheiten wird gedankt, die Elemente verabschiedet und der Kreis geöffnet.

 

 

Ende des Rituals

Finis