Grundlegende rituelle Elemente

 

Der Kreistanz

 

"Heut` wird mit Vorlieb das Tanzbein geschwungen und nicht mehr die Peitsch`!"

Liber Freakonomikon

 

 

nergie, Scotty!-, verkündete schon Captain Kirk, um mit seiner Crew fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hatte.

 

Tja, Energie, die Lieblingsthematik aller Tesla-Ingenieure, spielt nicht nur in der Raumschiff Enterprise-Saga eine tragende Rolle, sondern, wie könnte es auch anders sein, in der Praxis der rituellen Magie, denn ohne die Erzeugung von Kraft, so wird gemunkelt, erschöpft sich jedes Ritual in leeren Gesten und Worten, bleibt jedes magische Wirken bloss tote Imitation.

 

Nun, in der Gründerzeit der Wicca-Bewegung beschrieb Gerald Gardner in seinem Buch der Schatten einen bunten sympathischen Blumestrauss verschiedenster Techniken, wie Kraft zu erzeugen sei:

 

1. Meditation und Konzentration

2. Trancezustände

3. Drogen, Wein und Räucherungen

4. Tanzen

5. Gesänge und Zaubersprüche

6. Blut- und Atemkontrolle

7. Schlagen und Auspeitschen

8. Der grosse Ritus (Sexualmagie)

 

 

Alex Sanders führt im Beisein von BBC-Reportern ein streng

geheimes Sabbat-Ritual im Himmelskleid durch.

 

Gerald Gardner war Asthmatiker. Aus diesem Grunde war es ihm wohl verwehrt, wild abzutanzen, konnte keine rauen Mengen Alkohol degustieren und auch das übermässige Inhalieren von Räucherungen bekam ihm ziemlich schlecht. Immer wieder äusserte er sich zudem vehement gegen den Drogenkonsum. Ferner war er völlig unmusikalisch, so dass Zaubersprüche, Trommeln und Gesänge völlig unwirksam für ihn waren.

 

Tja, was blieb also noch übrig?

 

Gerald war von der Idee des sich Zusammenschnürens und des Auspeitschens mehr als fasziniert. So führte er das Peitschen nicht nur in die Erst- und Zweitgrad-Initiationen ein, in welchem sie vielleicht schon immer waren, sondern auch in ein "Reinigungsritual“, das er am Anfang jedes Coventreffens durchführte.

Beiläufig fügte er das Peitschen auch in mehrere Ritualtexte ein, so z.B. beim Segnen des Wassers und des Salzes:" Denke immer daran, dass das Wasser den Körper reinigt, aber die Peitsche reinigt die Seele."

In der Charge der Göttin fügte er folgendes hinzu: "Vor meinen Altären opferte sich die Jugend von Lakedaimon und Sparta."

 

Diese Textstelle bezog sich auf einen Wettbewerb der beim Fest der Artemis in Sparta (Lakedaimon ist nur ein anderer Name für Sparta) durchgeführt wurde. Bei diesem Wettbewerb liessen sich 16- bis 18- jährige Jünglinge auspeitschen, um zu sehen, wer es am längsten ohne zu zucken und zu schreien aushalten konnte. Viele starben dabei.

 

Nun, die letzt genannte Textstelle erscheint bei einer genaueren Betrachtungsweise nicht gerade spirituell erhebend. Aus diesem Grunde war es nur zu logisch, dass nachdem Old Gerald Gardner in die Anderswelt übergetreten war, diese flugs zu eliminieren.

 

Aus dem obigen "Kraft-Technik-Katalog" wurde nun zwanglos mit anderen Techniken experimentiert, bis sich letztendlich als absolute "Number One" der Kraft-Charts das jugendfreie Tanzen im Kreise und das fröhliche Singen heidnischer Lieder durchgesetzt hatte.

  

Dies erscheint sinnvoll, denn das Tanzen und Singen im Kreise wirkt doch schon ein wenig sympathischer und macht zudem bestimmt auch mehr Spass, als sich der neunschwänzigen Katze zu bedienen, denn, hmmm..., wenn Magie nicht Spass machen sollte, warum sollte sie dann überhaupt betrieben werden?

 

Wie auch immer, die Durchführung des Allseits beliebten Kreistanzes gestaltet sich sehr einfach.

 

Linke Handfläche oben, rechte Handfläche unten. In der Reihenfolge sollten wenn möglich Mann und Frau abwechselnd tanzen. Ein Schritt rechts und dann zwei Schritte links. 

Dies ist ein einfacher, aber sehr effektvoller Schritt, um Energie für das Ritual aufzubauen.

Die Priesterin gibt das Tempo und den Takt vor. Sie darf auch den Mann, den sie an der Hand hält, loslassen und die Runde hinter sich in den Spiral- oder Labyrinthtanz führen.

 

 

Die Priesterin führt die illustre Schar soeben in den Spiraltanz

- "Vier Figuren in der Landschaft" - John McKirdy Duncan

 

Sehr schön ist es, wenn zum Tanz gemeinsam heidnische Lieder gesungen werden. Es gibt aber auch Gruppen, die es schätzen, zu keltischer Musik ab Tonband/CD ein Tänzchen zu wagen.