Beltane

 

Die fruchtbaren Felder werden bepflanzt

 

 

Hurrah..., es ist Walpurgisnacht...

 

 

Name: Beltane ("leuchtendes Fest" oder "Feuer des Bel")

Moderne Entsprechung: Maifeiertag, Walpurgisnacht

Datum: 1. Mai, Höhepunkt der Energien am letzten Vollmond vor dem 1. Mai

Keltische Gottheiten: Bel, Blodeuwedd

Zuordnung: Feuerfest

Bräuche: Tanz um den Maibaum, Nüsse suchen, buntes Treiben mit Tanz und Gesang

Symbole: Maibaum, gelbe Narzissen, die Blumenjungfrau

Geweihte Speisen: Süssigkeiten, Kuchen, kein Fleisch, Früchte

 

 

 

eltane, bei einigen am Abend des 30. April und von anderen am Tag des 1. Mai gefeiert, ist das traditionelle Fruchtbarkeitsfest. Die Erde und die Felder, erwärmt von der Sonne, erwarten die Samen, die nun gepflanzt werden mögen.

 

In den alten Zeiten harkten unsere Vorfahren die Überreste des Winters von den Feldern und erbauten damit grosse Feuerkegel. Das Verbrennen der Überreste war eine Form der Reinigung. Zudem reinigten sie auch ihre Tiere, indem sie ihr Vieh zwischen den Feuern hindurchgehen liessen. Dies vernichtete Parasiten und verhalf dazu, dass das Vieh möglicherweise weniger erkrankte.

Doch unsere Vorfahren benützen diese Feuer auch um sich selbst zu reinigen, indem sie über diese Feuer hüpften. Es war Brauch, dass Paare gemeinsam über das Feuer hopsten, um bis zum nächsten Beltanefest verheiratet zu sein. Wenn das Paar, das über das Feuer sprang, schon verheiratet war, hoffte es, dass sie bis zum nächsten Beltanefest ein Kind bekommen würden.

 

Heutzutage können sich viele Menschen, vor allem Menschen in grossen Städten, gar nicht mehr vorstellen, was für eine, im wahrsten Sinne des Wortes "Heidenarbeit" es ist, ein Feld  zu pflanzen, es zu hegen und dessen Feldfrüchte anschliessend zu ernten. Was könnte Beltane also diesen Menschen noch bieten?

 

Nun, in erster Linie ist Beltane ein Fruchtbarkeitsfest und ein Fest des Lebens. Es ist eine Zeit der gepflanzten Samen, nicht nur der Samen, die Getreide und Korn produzieren, sondern auch der Samen unser neuen Gedanken und Ideen, die sich manifestieren werden. Bilder malen, Bücher schreiben, lernen, sich selbst erkennen und neue Jobs sind nur einige Felder, die wir an Beltane bepflanzen können.

 

Dein Geist ist dein Feld und der Flächeninhalt deines Feldes wird nur von deinen eigenen Wünschen und Sehnsüchten begrenzt.

 

 

 

Vorbereitung

 

Der Hain ist mit Blumen und farbigen Bändern geschmückt. Zusätzlich steht für jedes Clanmitglied ein kleines mit Erde gefülltes Blumentöpfchen, die Schale mit den Samen, die schon in der Frühlingstagundnachtgleiche verwendet wurde und ein Krug mit Regenwasser auf dem Altar. Im Zentrum des Kreises wird, falls das Ritual im Freien zelebriert wird, ein Holzstoss aufgeschichtet, der mit Zündern prepariert ist, damit der Holzstoss im Ritual schnell Feuer fangen kann. Wenn das Ritual in einem geschlossenen Raum stattfinden muss und kein grösseres Belfeuer entzündet werden kann, wird dafür der Kessel benützt, in dem sich eine Kerze befindet.

Der Altar ist wie immer mit den Elementen gedeckt.

Zuerst wird die Sonnenkerze entzündet. Mit ihr wird nun anschliessend die Feuerkerze und die Altarkerzen entzündet. Zuerst die rechte, dann die linke. Es wird vorab etwas passenden Weihrauch auf die brennende Kohle gelegt.

Das Belfeuer wird entzündet.

 

 

Ritual

 

Passende Musik kann beim Einzug in den Hain gespielt werden.

Die Priesterin läutet die Altarglocke, um alle Clanmitglieder in den Hain zu rufen. Dort wird mit geweihten Öl, jedem Clanmitglied ein keltisches Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Im Anschluss wird jedes Clanmitglied von der Priesterin und dem Priester begrüsst.

Alle halten sich anschliessend an den Händen.

 

Alle

In vollkommener Liebe und in vollkommenem Vertrauen feiern wir heute Beltane.

 

Wenn sich alle an ihrem Platz befinden, entzündet die Priesterin das zentrale Altarlicht.

 

Priesterin

Nun ist die Zeit, in der sich süsses Verlangen mit Entzücken paart. Die Frühlingsjungfrau und der Herr des zunehmenden Jahres begegnen einander in den grünen Auen und vereinigen sich unter der warmen Sonne. Der Speer des Lebens verwebt sich zu einem spiraligen Netz, und die gesamte Natur erneuert sich. Wir sind zur Zeit der Blüte zusammengekommen, um den Tanz des Lebens zu tanzen.

 

Alle meditieren nun über den Sinn dieses Rituals, während sie in Stille das Altarlicht betrachten.

 

Priesterin

Wir stehen hier in der Natur und feiern gemeinsam Beltane. Alles was wir um uns wahrnehmen ist heilig. Aus diesem Grunde ist es in Wirklichkeit gar nicht notwendig, einen Schutzkreis zu ziehen, der uns von der gewöhnlichen Welt abzugrenzen versucht. Wir sind der Kreis, immer und fortwährend, wo wir auch sind, wir bilden ihn, mit dem was wir sind.

Pause

Wir halten uns nun an den Händen.

Fühle die Energie des Lebens, die dich durchströmt. Fühle nun, wie die Energie zu der Person zu deiner linken fliesst und wir somit einen lebendigen Kreis des Lebens und der Liebe erschaffen.

So möge es sein!

 

Alle

So möge es sein!

 

Priester

So wie die Wahrheit des Kreises offenbart worden ist, verhält es sich auch mit jedem der Elemente. Wir brauchen sie gar nicht einzuladen, denn sie sind allgegenwärtig. Wenn wir sie rufen, kommen sie nicht und wenn wir sie verabschieden gehen sie nicht. Wir brauchen uns nur an ihre Gegenwart zu erinnern, sie zu fühlen und sie zu erfahren.

Und so (der Priester geht in den Osten), drehen wir uns nach Osten. Entspanne dich und fühle die Nachtluft, wie sie dich umweht. Fühle, wie sie dich liebkost und dein gesamtes Sein und deine Inspiration belebt. Nimm einen tiefen Atemzug und fühle, wie das Element Luft in dir fliesst, um dich fliesst, dich und den Kreis hier mit seiner Gegenwart erfüllt.

 

Der Priester geht in den Süden

Nun drehen wir uns nach Süden. Entspanne dich und beobachte die Flammen des Belfeuers. Sieh, wie sie flackern und voller Leben springen und tanzen. Fühle die Wärme des Feuers, wie es dein Sein und diesen Kreis mit Stärke und Energie erfüllt.

 

Der Priester geht in den Westen.

Nun drehen wir uns nach Westen. Entspanne dich und fühle die sanfte Feuchtigkeit, die von der Nachtluft zu uns getragen wird. Fühle die Feuchtigkeit des Grases unter deinen Füssen. Fühle das Wasser, wie es dich umströmt und dein Inneres umfliesst. Wellen der Liebe und des Glückes erfüllen dich und den Kreis.

 

Der Priester geht in den Norden.

Nun drehen wir uns nach Norden. Entspanne dich und fühle die Erde unter deinen Füssen. Fest und stark unter dir, fest und stark du selbst, die Erde ist alles was ist. Erkenne deine Gegenwart in der Materie und die materielle Grundlage deines Seins.

 

Priesterin

Die Gottheiten sind allgegenwärtig, Aspekte unseres Seins. Sie zu rufen ist sinnlos, sie zu verabschieden töricht. Wie könnten sie auch kommen und gehen, da sie in unserem Innersten verwurzelt sind, Teile unserer selbst, die Summe unseres Seins? Wir sind untrennbar eins, eine Einheit, allgegenwärtig. Wir erinnern uns an ihre Gegenwart und erfreuen uns daran.

 

Alle öffnen sich den Gottheiten auf ihre persönliche Art und Weise.

 

Priester

Wir ehren diese Zeit und drehen gemeinsam das Rad des Lebens, tanzend, wild und frei.

 

Ritueller Tanz!

 

Priesterin

Wir haben nun das Rad des Lebens gedreht und so Beltane willkommen geheissen.

 

Priesterin

Heute Nacht feiern wir die Zeit der Fruchtbarkeit. Die Erdmutter ist vorbereitet um bepflanzt zu werden. Erwärmt vom König der Sonne, lebendig und erneuert, öffnet sie sich den Samen des Lebens, auf dass sie zur Reife gelangen mögen.

Und wie für die Erde, so ist Beltane auch für uns selbst eine Zeit der Fruchtbarkeit. Neben all den materiellen Dingen, die wir pflanzen mögen, pflanzen wir auch Ziele und Wünsche in unseren Gedanken, geistige Samen des Lebens, die wir im Herbst anschliessend ernten werden. Wie die Erde, so ist auch unser Geist ein offenes und fruchtbares Feld. Ja, wir feiern diese Zeit und erkennen, dass das Leben der Erdmutter auch unser Leben ist. Wie das Leben in ihr wächst und reift, so wächst und reift auch unser eigenes Leben. Wir sind alle Teile ihres Seins!

 

Priester

Heute Nacht feiern wir den Beginn der Zeit der Fruchtbarkeit. Der junge Gott ist vorbereitet und wartet eifrig auf seine Aufgabe, die Natur zu befruchten. Die Erde erwartet seine Energie und seine Kraft, die benötigt wird um das Leben in die Manifestation zu tragen.

 

Priesterin

Und so öffnen sich die Göttin und der Gott der Fruchtbarkeit und vereinen sich leidenschaftlich unter dem warmen, blauen Frühlingshimmel, denn Liebe sollte geteilt und offen gezeigt werden, voll der Freude und der Zärtlichkeit. Denn wenn die Liebe gezeigt wird, wird sie sicherlich wachsen, gerade so, wie diese Samen hier, welche wir hier säen werden.

 

Bei der Erwähnung der "Samen", macht die Priesterin mit ihrer Hand eine schwingende Bewegung über die Samen.

 

Priesterin

Ihr Clangefährtinnen und -gefährten wisst, dass noch Dinge zu tun sind, bevor die schlafenden Samen eingepflanzt werden können.

 

Priester

Diese Samen befinden sich in einem ruhigen Schlaf und träumen von kommenden Sommer. Mögen sie durch unseren Fruchtbarkeitstanz aus ihrem süssen Schlaf erweckt werden.

 

Trommeln und Rasseln können diesen Tanz begleiten. Der Priester oder die Priesterin erklärt, wir der Fruchtbarkeitstanz funktioniert.

Wenn die Gruppe den Fruchtbarkeitstanz ausübt, sollten sie ihre Energie auf den Altar und die darauf liegenden Sachen wie Samen, Kuchen, Wein usw. zentrieren.

Wenn der Tanz beendet ist, weist die Priesterin auf die kleinen Tontöpfchen und die Samen auf dem Altar und erklärt, dass jede Person einige der Samen vom Altar nimmt und sie in die Erde ihres Töpfchens einpflanzt. Dies gehört dann der Person. Jedermann und -frau soll einen persönlichen Wunsch oder ein Ziel formulieren, während sie den Samen einpflanzt. Denn der Samen soll nun mit dem persönlichen Ziel wachsen und gedeihen.

Während die Bepflanzung vor sich geht, stimmen der Priester und die Priesterin ein passendes Lied an oder passende Musik kann gespielt werden.

 

Druidin

In dieser Nacht, welche wir nun heute feiern, haben wir uns zu einem Fest versammelt, um uns, wie unsere Ahnen schon vom Feuer reinigen zu lassen. Die Reinigung wird vollzogen, indem wir über das Feuer springen werden.

Neues Holz muss eventuell aufgelegt werden.

Siehe, wie das Belfire brennt!

Schaue nun in dich hinein und bringe die negativen Eigenschaften, welche du ablegen möchtest, an deine Oberfläche. Wenn du nun gleich über das Feuer springst, fühle, wie die negativen Eigenschaften niedergebrannt werden und sie sich auflösen.

Fühle dich gereinigt!

 

Wenn alle über das Belfeuer gesprungen sind – es kann auch mehr als einmal darüber gesprungen werden – wird die Nahrung und der Wein geweiht und verteilt.

 

Es folgt nun der gesellige Ritualteil.

 

Priester

Die Elemente sind mit uns und werden es immer sein! Jede Person verabschiedet sich symbolisch von ihnen, so wie sie es wünscht.

Der Gott und die Göttin sind immer mit uns!

Pause

 

Göttin

Lasst uns nun alle nach aussen drehen, nach aussen schauen und die Hände halten.

Der Kreis wurde durch unsere lebendige Energie geformt. Siehe nun den Kreis des Lichtes vor dir, den wir gemeinsam gebildet haben. Siehe wie der Kreis wächst, sich ausdehnt, grösser und grösser wird, bis er die ganze Erde mit unserer Liebe umfasst.

Pause

Alle drehen sich um, halten sich wieder an den Händen und schauen sich nun an.

Der Kreis ist nun offen, doch ungebrochen, die Liebe der Göttin/Götter erfüllt unsere Herzen. Eine fröhliche Zusammenkunft, ein fröhlicher Abschied und ein fröhliches Wiedersehen. 

 

 

Ende des Rituals

Finis