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Die "Alten Gesetze"
Wenn man alle Gesetze studieren sollte,
so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
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Alex Sanders zeigt als
Abschreckung
die Knochen einer Gesetzesübertreterin
vor... |
ie
"Gesetze der Wicca", auch im good ol` English als "Craft Laws", die "Alten
Gesetze" oder einfach nur als "Die Gesetze" bekannt, sind die
ursprünglich-traditionellen Gesetze der Wicca-Bewegung, wie sie im "Buch der
Schatten" niedergeschrieben worden sind.
Es wird immer wieder in diversen
modernen Hexenschriften vollmundig
verkündet, dass der ursprüngliche Text dieser "Alten Gesetze" durch die Jahrhunderte überliefert
worden ist, bis hin zum New Forest Coven, dem Coven, den Gerald
Gardner, dem "Godfather" des modernen Wicca-Kultes, in den
Hexenglauben
initiiert haben soll. Nun, der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte ist aber,
ehrlich gesagt, wie immer nur mit Vorsicht zu geniessen und wird selbst in der Wicca-Bewegung stark
angezweifelt.
Wohl eher den
Tatsachen entsprechend ist es, dass Gardner diese Gesetze gleich selbst
geschrieben hatte, denn praktischer Weise offenbarte Gardner diese Gesetze
seinen Anhängern just in dem Moment, als es 1957 zu grossen
Differenzen in der Gruppe kam. Diese Meinungsverschiedenheiten wurden losgelöst durch
den Widerspruch zwischen der Geheimhaltung, die Gardner von seinen Mit-Wiccas
einforderte und seinen eigenen vielen offenherzigen Interviews und Photoshotings
mit den Medien. Diese plötzlich auftauchenden Gesetze untermauerten jedenfalls
vortrefflich seine Macht und Autorität und liessen seine aufmüpfigen Wiccas
anschliessend treugläubig verstummen. Aus genau diesem Grunde ist es auch nicht
erstaunlich, dass dieser Text in allen früheren Dokumenten der Wicca-Bewegung,
wie z.B. Gardner`s Ye bok of Ye Art Magical und anderen Texten von Doreen
Valiente fehlt.
Im Original sind
die Gesetze, wie in dem untenstehenden Text dargelegt, übrigens unnummeriert und wurden
in einer archaisch gehaltenen Sprache abgefasst, um so den Anschein eines hohen
Alters zu erwecken.
Zudem stehen einige der
Aussagen dieser Gesetze im Gegensatz zu der grundlegenden Philosophie
vieler moderner Wiccas. So finden wir sexistische Aussagen darin:
"So wie ein Mann, der eine Frau liebt, über sie herrschen muss, so müssen
die Wica ihre Liebe zu den Göttern beweisen, indem sie sich ihrer Herrschaft
unterwerfen", sowie das Verfluchen anderer Menschen und das Verdammen dieser in
die ewige christliche Hölle: "Und wer gegen diese Gesetzte verstösst, auch wenn
er gefoltert wird, den wird der FLUCH DER GÖTTIN treffen und er wird nie
wiedergeboren werden und wird dort bleiben müssen, wo er hingehört, nämlich in
die Hölle der Christen."
Diese Gesetze wurden übrigens zum
ersten Mal in dem Buch "König der Hexen" von June Johns 1969 veröffentlicht und
später, in einer leicht abgeänderten Form in den Büchern "Das Buch der Schatten"
1971 und "dem Grimoire von Lady Sheba" 1972 von Jessie Wicker Bell (Lady Sheba).
Lady Sheba, selbsternannte "Königin der Hexen" von Amerika,
behauptete, dass sie das veröffentlichte Material in diesen beiden Büchern von
ihrer
Grossmutter erhalten hat. Tja, wer glaubt wird
selig, sicher ist jedoch, dass Lady Seba diese Texte fehlerhaft aus einem "Buch
der Schatten" von Alex Sanders, das aus der Mitte der 1960`er Jahre stammt,
abgeschrieben hat.

Die Götter, das
Gesetz und der Kreis
Das Gesetz ist vor sehr langer
Zeit geschaffen worden und gilt als Anordnung. Das Gesetz wurde für die Wica
geschaffen, um sie zu beraten und zu helfen, wenn sie Sorgen haben. Die Wica
sollen ihre Götter gebührend ehren und sich ihrem Willen unterordnen, denn ihr
Wille dient der Wica, sowie die Wica auch ihren Göttern dienen. Denn die
Götter lieben die Gemeinschaft der Wica.
So wie ein Mann, der eine Frau
liebt, über sie herrschen muss, so müssen die Wica ihre Liebe zu den Göttern
beweisen, indem sie sich ihrer Herrschaft unterwerfen.
Und es ist notwendig, dass der
Kreis sorgfältig gezeichnet und geläutert wird, denn er stellt den Tempel der
Götter dar und muss ein würdiger Ort sein. Und die Wica müssen sich vorbereiten
und geläutert sein, wenn die Götter in den Kreis treten. Mit Liebe und Hingabe
im Herzen, sollen sie ihre eigenen körperlichen Kräfte auf die Götter
übertragen. Wie es seit jeher gelehrt worden ist. Nur dann kann eine
Gemeinschaft mit den Göttern zustande kommen, denn ohne die Hilfe der Menschen,
können die Götter den Menschen nicht helfen.
Die Hohepriesterin
Und die Hohepriesterin soll als
Stellvertreterin der Gottheit den Coven regieren. Und der Hohepriester wird sie
als Stellvertreter des Gottes unterstützen. Und die Hohpriesterin wird jemanden,
den sie für geeignet und standesgemäss hält zum Hohepriester küren. Denn der
Gott selbst hat ihre Füsse fünfmal geküsst und legte seine Macht zu Füssen der
Göttin, weil sie jung und schön, gütig und liebreizend, klug und gerecht,
grosszügig und bescheiden war.
Also übertrug er seine Macht auf
sie.
Aber die Hohepriesterin soll immer
bedenken, dass alle Macht von ihm kommt. Sie ist nur eine Leihgabe und muss klug
und gerecht eingesetzt werden. Und die grösste Tugend der Hohepriesterin besteht
darin, dass sie erkennt, dass die Vertreterin jung sein muss. Also wird sie
zugunsten einer jüngeren Frau anmutig und würdevoll abtreten, wenn die
Covenversammlung so entscheidet. Denn eine wahre Hohepriesterin begreift, dass
es zu den grössten Tugenden gehört, auf Standesstolz und Ehre zu verzichten. Und
sie wird in ihrem nächsten Leben eine noch höhere Stellung, mehr Macht und
grössere Schönheit erringen.
Die
Notwendigkeit der Geheimhaltung
In alten Zeiten, als der Hexenkult
weit verbreitet war, hatten wir die Freiheit, in allen grösseren Tempeln unsere
Gottesdienste abzuhalten. Aber in dieser unglückseligen Zeit müssen wir unsere
heiligen Mysterien geheim halten.
Also wird bestimmt, dass nur die
Wica in unsere Mysterien eingeweiht werden dürfen, denn unsere Feinde sind
zahlreich und Folter löst die Zunge der Menschen. Also bestimmen wir, dass kein Coven den Aufenthalt- oder Versammlungsort eines anderen Covens kennen darf.
Noch wer seine Mitglieder sind,
ausser der Priester, der Hohepriesterin und der Boten. Und es darf keine
Verbindung zwischen ihnen geben, ausser durch den Boten der Götter oder durch
einen anderen Boten.
Und nur wenn keine Gefahr besteht,
dürfen sich die Coven zu grösseren Festlichkeiten an einem sicheren Ort treffen.
Und während sie da sind, soll keiner seinen richtigen Namen sagen oder woher er
kommt.
Somit kann eine Hexe, wenn sie
gefoltert wird, nichts über eine andere preisgeben. Und so wird bestimmt, dass
eine Hexe einer Nicht-Hexe nichts über die Zunft erzählen darf, noch darf sie
Namen bekannt geben, erzählen, wo sich aufhalten oder irgend etwas verraten, das
uns unseren Feinden ausliefern könnte. Noch darf er ihnen erzählen, wo der
Covendom ist.
Oder wo sich der Covenstead
befindet. Oder wo die Versammlungen stattfinden.
Und wer gegen diese Gesetzte
verstösst, auch wenn er gefoltert wird, den wird der FLUCH DER GÖTTIN treffen
und er wird nie wiedergeboren werden und wird dort bleiben müssen, wo er
hingehört, nämlich in die Hölle der Christen.
Das
Führen eines Covens
Lasset jede Hohepriesterin ihren Coven mit
Gerechtigkeit und Liebe, mit Hilfe und dem Rat des Hohepriesters und Ältesten
regieren. Auch soll sie immer den Rat der Götterboten befolgen, wenn er
erscheinen sollte. Sie wird allen Klagen der Gemeinde gehör schenken und danach
streben, die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen zu schlichten.
Aber es muss beachtet werden, dass
es immer Menschen geben wird, die andere dazu bringen wollen, zu tun, was sie
für richtig halten. Diese Menschen sind nicht unbedingt böse. Und oft haben sie
gute Ideen und über solche Ideen soll man im Rat sprechen.
Aber wenn diese nicht mit ihren
Brüdern übereinstimmen oder sagen, "Ich will nicht unter dieser Hohepriesterin
arbeiten", ist es seit jeher so gewesen, dass man sich fügt, um dadurch
Auseinandersetzungen zu vermeiden. Auch hat ein Drittel des Covens, d.h. vier
Personen das Recht, einen neuen Coven zu gründen, gesetzt dem Fall, dass sie
mehr als eine Meile von dem Covenstead entfernt wohnen, oder im Begriff sind in
einen weiter entfernten Ort zu ziehen. Mitglieder des alten Coven dürfen dem
neuen beitreten. Aber wenn sie es tun, dürfen sie niemals wieder ihren alten
Coven aufsuchen.
Die Ältesten des neuen und des
alten Covens sollen in Frieden und in brüderlicher Liebe die neuen Grenzen
festsetzten. Die Hexen, die ausserhalb beider Covendoms wohnen, dürfen einem,
aber nicht beiden Coven angehören. Obwohl sie sich alle zu Festlichkeiten
treffen können, wenn die Ältesten damit einverstanden sind. Aber den Coven
abzuspalten bringt Hader und deswegen wurden diese Gesetze vor langer Zeit
gemacht. Möge der Fluch der Göttin auf jedem lasten, der sie missachtet.
So soll es sein.
Warnung vor
Büchern, Werkzeugen und Gesprächen
Und wenn du ein Buch oder
Schriften über unsere Zunft und unsere Bräuche besitzen möchtest, dann übertrage
alles in deiner eigenen Handschrift. Lass deine Brüder und Schwestern alles
abschreiben, aber gib das Buch nie aus der Hand und behalte nie die Abschriften
anderer. Denn wenn sie in ihrer Handschrift bei dir entdeckt werden, wird man
sie festnehmen und befragen.
Jeder soll seine Abschriften so
gut hüten, wie er kann und sie vernichten, wenn Gefahr droht.
Lerne soviel wie möglich auswendig
und wenn die Gefahr vorbei ist, kannst du es noch einmal schreiben und dir wird
nichts passieren. Aus diesem Grunde musst du die Abschriften derer vernichten,
die vor ihrem Tode keine Gelegenheit hatten, dies selbst zu tun.
Denn unsere Unterdrücker wissen
sehr wohl: Ausser dir wird es noch weitere Hexen geben.
Und ihre Verwandten und Freunde
können gefoltert werden. Also vernichte alles, was man nicht benötigt. Wenn dein
Buch bei dir gefunden wird, ist es ein klarer Beweis gegen dich und du wirst
verhört werden. Dann darfst du auf keinen Fall an die Hexerei denken.
Wenn die Folter unerträglich wird,
dann sage: "Ich gestehe. Ich kann diese Folter nicht ertragen. Was soll ich euch
sagen?" Und wenn sie dich dazu bringen wollen, etwas über unsere Gemeinschaft zu
erzählen, dann tue es nicht.
Aber wenn sie dich dazu bringen
wollen, von unmöglichen Dingen zu reden, wie z.B. von der Fähigkeit durch die
Luft zu fliegen oder mit den christlichen Teufeln zu verkehren, Kinder zu opfern
oder Menschenfleisch zu essen, dann sage, um von der Folter verschont zu
bleiben: "Ich hatte einen Alptraum, ich war nicht bei Sinnen, ich war
wahnsinnig." Nicht alle Richter sind schlecht. Wenn ihr eine Rechtfertigung
habt, werden sie vielleicht Gnade walten lassen.
Und wenn du irgendetwas zugegeben
hast, dann leugne es später und sage, dass du während der Folter Unsinniges
geredet hast und nicht Herr deiner Sinne warst.
Und wenn du zum Tode verurteilt
wirst, dann fürchte dich nicht. Denn unsere Gemeinschaft ist stark und wird dir
helfen zu fliehen, wenn du standfest bleibst, aber wenn du irgendetwas verrätst,
dann wird es für dich weder in diesem noch in einem späteren Leben Hoffnung
geben. Sei versichert, dass wenn du zum Scheiterhaufen gehst, Drogen dir
gereicht werden und du keine Schmerzen spüren wirst. Du wirst in den Tod gehen
und auf dich wartet dann die Göttin, die dich freudig begrüssen wird.
Um unentdeckt zu bleiben, achte
darauf, dass dein Arbeitsgeräte so wie ganz normale Haushaltsgegenstände
aussehen. So sollen die Drudenfüsse aus Wachs sein, so dass sie bei Gefahr
sofort zerbrochen oder geschmolzen werden können. Besitze kein Schwert, es sei
denn, es steht dir laut Stellung zu. Achte darauf, dass keinerlei Zeichen oder
Namen auf Gegenständen sind. Bevor sie du weihst, beschrifte sie mit Tinte und
wasche die Tinte sofort ab, wenn du fertig bist. Die Farbe der Messinggriffe
soll helfen, sie auseinander zu halten.
Graviere nichts ein, denn dies
könnte dich verraten. Denkt immer daran, dass ihr die versteckten Kinder der
Göttin seid, also tut nichts, womit ihr Schande über sie bringen könntet.
Gebe nie an, drohe nie jemanden,
sage nie, dass du jemandem Böses wünschst. Wenn jemand, der nicht zu uns gehört,
von unserer Gemeinschaft oder unserem Zauber spricht, dann sage: "Erzähle nichts
davon, es macht mir Angst, es bringt Unglück, darüber zu sprechen."
Denn die Christen haben überall
ihre Spione. Diese tun so, als seien sie uns wohlgesonnen und sagen: "Meine
Mutter betete auch die alten Götter an. Ich möchte auch einmal an einer
Hexenversammlung teilnehmen." Diesen gegenüber gibst du vor, nichts zu wissen.
Aber zu anderen musst du sagen: "Nur dumme Menschen behaupten, dass Hexen durch
die Luft fliegen können. Dafür müssen sie so leicht sein wie Distelwolle. Und
Leute sagen, dass Hexen einfältige Weiber sind, warum sollte es denn ein
Vergnügen sein, an einer Hexenversammlung teilzunehmen, wie einige Leute sagen?"
Und sage: "Viele weise Männer behaupten, dass es solche Wesen gar nicht gibt."
Und mache dich stets über unsere Zunft lustig und vielleicht wird einmal der Tag
kommen, wo es keine Verfolgung mehr gibt und wir unsere Götter in Ruhe und
Frieden anbeten können.
Lasst uns alle beten, dass dieser
glückselige Tag bald kommen möge. Möge die Göttin und der Gott alle diejenigen
segnen, die diese Gesetzte befolgen.
Geld
und Eigentum
Und die Besitztümer unserer
Gemeinschaft sollen erhalten werden. Und alle sollen über die Gelder der
Gemeinschaft wachen. Und wenn ein Bruder es verdient hat, dann soll er Geld
bekommen, dann bekommt er nicht Geld dafür, dass er Hexerei betrieben hat,
sondern weil er gute, ehrliche Arbeit geleistet hat. Denn sogar die Christen
sagen: "Der Taglöhner verdient seinen Lohn." Aber wenn ein Bruder unentgeltlich
arbeitet, um unserer Zunft etwas Gutes zu tun, dann zeichnet dies ihn noch mehr
aus. So soll es sein.
Das Schlichten
eines Streites und das Gründen eines neuen Covens
Und wenn es Streit und Hader in
der Gemeinschaft gibt, dann soll die Hohepriesterin, die Ältesten einberufen und
der Sache nachgehen. Und sie sollen sich beide gegensätzliche Standpunkte
anhören, zuerst sollen sie zusammen vorgetragen werden und dann einzeln.
Und sie sollen eine gerechte
Entscheidung fällen und weder die eine noch die andere Seite bevorzugen und
immer wissen, dass es Leute gibt, die nie damit einverstanden sind, sich anderen
unterzuordnen.
Gleichfalls gibt es Leute, die
nicht gerecht urteilen. Für diejenigen, die immer das Oberhaupt sein müssen,
gibt es nur eine Lösung. Meide den Coven, oder suche einen anderen, oder
errichte einen eigenen Coven und nimm diejenigen mit, die dir folgen wollen.
Und für diejenigen, die keine
gerechte Entscheidungen treffen, gibt es nur eine Lösung: Verlasse den Coven und
diejenigen, die deine Entscheidungen nicht ertragen können, sollen auch
fortgehen. Denn keiner darf an einer Versammlung teilnehmen, wenn er sich mit
einem anderen Mitglied im Streit befindet. Und wenn sich beide nicht einigen
können, dann müssen sie fortgehen, denn unsere Gemeinschaft soll weiterbestehen.
So soll es sein.
Das Gesetzt des "schade
niemandem"
In vergangenen Zeiten, als wir
noch sehr mächtig waren, konnten wir unsere Zauber gegen diejenigen anwenden,
die unsere Gemeinschaft schlecht behandelten. Aber in dieser schlimmen Zeit, in
der wir leben, dürfen wir das nicht. Denn unsere Feinde haben sich eine Grube
ausgedacht, in der ein ewiges Feuer brennt. Und vor allem muss man, um gerettet
zu werden, den Gott mit Geld und reichen Geschenken günstig stimmen, denn dieser
mächtige Gott braucht immer Geld.
Aber so wie unsere Götter Hilfe
benötigen, um die Menschen und die Felder fruchtbar zu machen, so ist der Gott
der Christen auf Menschen angewiesen, die uns aufspüren und vernichten sollen.
Ihre Priester erzählen ihnen immer wieder, dass jeder, der uns hilft, zu ewiger
Verdammnis verurteilt wird und die Menschen leiden Todesängste, wenn sie dies
hören.
Aber sie machen den Leuten weis,
dass sie von dieser Hölle verschont bleiben, wenn sie unseren Peiniger Opfer
bringen. Aus diesem Grunde spionieren sie alle und denken: "Wenn ich eine dieser
Wica fassen kann, dann komme ich nicht in die Hölle." Deswegen haben wir
Verstecke und die Menschen suchen lang und breit und sagen schliesslich: "Es
gibt keine Hexen hier, höchstens in einem fernen Land." Aber wenn einer unserer
Unterdrücker stirbt oder nur krank ist, schreien sie immer: "Dies ist das Werk
böswilliger Hexen" und die Jagd wird wieder aufgenommen. Und wenn nur jeder
zehnte von denen, den sie töten, einer von uns ist, so ist dies ihnen
gleichgültig. Denn sie sind zahlreich. Wir dagegen sind nur wenige. So soll es
sein.
Und keiner soll unsere Kunst
anwenden, um anderen Böses anzutun. So sehr sie uns verletzen mögen, tue keinem
ein Leid an. Und dann werden viele glauben, dass es uns gar nicht gibt.
Und dieses Gesetz wird uns immer
in der Not helfen und keiner, dem noch so ein grosses Leid zugefügt worden ist,
darf unsere Kunst missbrauchen, um anderen zu schaden. Aber nach eingehender
Beratung mit uns allen darf er die Hexenkunst benutzen, um Christen davon
abzubringen, uns zu schaden. Aber nur um sie von etwas zurückzuhalten, nie, um
sie zu strafen.
Und so sagen viele: "Dieser oder
jener ist ein guter Kopfjäger und eine Verfolger von alten Weibern, die
vorgeben, Hexen zu sein. Und da keine dieser Hexen ihm Böses getan hat, ist dies
ein Beweis dafür, dass sie es nicht können oder überhaupt keine Hexen gibt."
Denn alle wissen wohl, dass viele
Menschen gestorben sind, weil jemand einen Groll gegen sie hegte, oder sie
wurden verfolgt, weil sie reich waren, oder weil sie kein Geld hatten, um die
Häscher zu bestechen. Und viele starben deshalb, weil sie streitsüchtige alte
Weiber waren. Deswegen behaupten die Leute, alle alten Frauen seien Hexen. Und
dies ist günstig für uns und lenkt jeden Verdacht von uns ab.
Seit vielen Jahren ist in England
und Schottland keine Hexe mehr den Hexentod gestorben. Aber die Verfolgung
könnte wieder aufgenommen werden, wenn wir unsere Kräfte missbrauchen. Also
missachte nie dieses unser Gesetz, auch wenn die Versuchung noch so gross sein
mag und lasse nie zu, dass es auch nur im Mindesten verletzt wird. Und wenn du
erfahren hast, dass es gebrochen worden ist, musst du sofort etwas dagegen
unternehmen. Und falls eine Hohepriesterin oder ein Hohepriester zulassen
sollte, dass es gebrochen wird, dann muss er oder sie sofort abgesetzt werden,
denn sie gefährden das Leben der Gemeinschaft. Tu Gutes, wenn keine Gefahr der
Entdeckung entsteht und nur dann.
Und halte dich streng an das alte
Gesetz.
Nimm niemals Geld für die
Anwendung unserer Kunst, denn Geld beschmutzt den Nehmer. Nur schwarze Zauberer
und die Priester der Christen nehmen Geld für ihre Dienste. Und sie verkaufen
Ablassbriefe, die die Sünden der Menschen tilgen sollen. Sei nicht so wie diese.
Wenn du kein Geld nimmst, kommst du auch nicht in Versuchung, die Kunst zu üblen
Zwecken zu missbrauchen. Alle dürfen die Kunst zum eigenen Nutzen oder zum
Nutzen anderer anwenden, solange sie andern nicht schadet. Aber der Coven soll
sich ausgiebig darüber unterhalten. Nur wenn alle davon überzeugt sind, dass
keinem ein Leid geschieht, darf sie angewendet werden.
Und wenn es dir nicht gelingt,
etwas auf diese Weise zu erreichen, dann gelingt es dir vielleicht auf eine
andere, so dass keiner zu Schaden dabei kommt. MÖGE DER FLUCH DER GÖTTIN AUF DEM
LASTEN, DER DIESES GESETZ BRICHT. So soll es sein.
Es ist rechtens, den Besitzer
eines Hauses oder von Land dahingehend zu beeinflussen, dass er verkauft,
vorausgesetzt, dass ihm dadurch kein Nachteil entsteht und der gewünschte Preis
ohne Handeln gezahlt wird. Handle nie, wenn du mit Hilfe unserer Kunst etwas
erwirbst. So soll es sein.
Alle
Konflikte verbleiben innerhalb der "Kunst"
Es ist das alte Gesetz und das
Wichtigste von allen, dass keiner etwas tun soll, was die Mitglieder unserer
Gemeinschaft gefährden oder sie in die Hände des Gesetzes oder unserer Verfolger
liefern könnte. Bei einem Streit zwischen zwei Mitgliedern dürfen nur unsere
eigenen Gesetze angerufen werden. Und nur ein Tribunal, welches aus einer
Priesterin, einem Priester oder den Ältesten besteht. MÖGE DER FLUCH DER GÖTTIN
AUF DEM LASTEN, DER DIESES GESETZ BRICHT. So soll es sein.
Was
Aussenstehenden zu sagen ist
Es ist nicht verboten zu sagen,
wie es viele Christen tun: "Es gibt Hexen in unserem Land", denn unsere
Unterdrücker betrachten es als Ketzerei, nicht an Hexenzauber zu glauben. Es ist
ein Verbrechen abzustreiten, dass es Hexen gibt und du machst dich damit auch
verdächtig.
Stattdessen sage stets: "Ich weiss
hier von keiner Hexe, vielleicht gibt es sie in fernen Ländern, aber ich weiss
nicht wo." Und sage immer, dass Hexen alte Weiber sind, die mit dem Teufel im
Bunde stehen und durch die Luft fliegen. Und sage stets: "Aber wie wollen sie
durch die Luft fliegen, wenn sie nicht so leicht sind wie Distelwolle?"
Aber der Fluch der Göttin wird auf
dem lasten, der einen unserer Mitglieder in Verdacht bringt. Oder von ihren
Versammlungsplätzen oder von ihrem Aufenthalt redet.
Die
Kräuterbücher
Bewahrt Bücher auf, die die Namen
aller wirksamen Kräuter aufführen, die heilen können.
Aber bewahrt ein weiteres Buch
auf, indem unsere Geheimnisse geschrieben sind, und lasst nur die ältesten und
zuverlässigsten Personen Einsicht in diese nehmen. So soll es sein.
Und möge der Segen der Götter auf
denjenigen ruhen, die diese Gesetze achten und der Fluch auf denjenigen, die sie
brechen.
Das
Ausüben der Kunst
Denke stets daran, dass die
Hexenkunst ein Geheimnis der Götter ist und sie nur zu ernsten Zwecken, aber nie
auch Eitelkeit, oder um Eindruck zu machen, angewendet werden darf.
Zauberer und Christen mögen uns
verhöhnen, indem sie sagen: "Ihr habt keine Macht, zeigt uns eure Macht. Nur
wenn ihr uns etwas vorzaubert, werden wir euch glauben." Damit versuchen sie,
uns dazu zu bringen, unser Fähigkeiten zu verraten. Beachte sie nicht, denn
unsere Kunst ist heilig und darf nur dann angewendet werden, wenn sie wirklich
gebraucht wird. Möge der Fluch der Götter auf denjenigen lasten, die gegen diese
Gesetze verstossen.
Über die Amtsniederlegung
Und es verhält sich bei Frauen und Männern so, dass
sie immer neue Liebhaber und Liebhaberinnen suchen. Wir sollen sie deswegen
nicht tadeln. Aber es kann unserer Gemeinschaft abträglich sein. Und oft geschah
es, dass ein Hohepriester oder eine Hohepriesterin aus Liebe den Coven mit dem
oder der Geliebten verlassen hat.
Nun, wenn die Hohepriesterin
abtreten möchte, dann muss dies vor dem vollständigen Coven stattfinden. Und
dieser Rücktritt ist gültig. Aber wenn sie fortlaufen ohne zurückzutreten, wer
wird denn wissen können, ob sie nicht in wenigen Monaten zurückkehren?
Und so lautet das Gesetz, dass die
Hohepriesterin wieder aufgenommen werden muss, wenn sie zurückkehrt und alles
wird so sein, wie es früher war. In der Zwischenzeit wird die Vertreterin, falls
sie eine hat, so lange ihrer Statt regieren, bis sie zurückkommt. Und falls sie
nicht nach einem Jahr und einem Tag zurückkehrt, wird der Coven eine neue
Hohpriesterin auswählen. Es sei denn, etwas spricht dagegen.
Die Person, die die Arbeit getan
hat, die Maid und Stellvertreterin der Hohepriesterin, soll die Früchte ihrer
Arbeit ernten.
Über die
Ausbildung
Es hat sich gezeigt, dass die
gemeinsame Arbeit des Lehrenden und des Lernenden oft eine tiefe Zuneigung
entstehen lässt und das ist gut so und bringt erfreuliche Ergebnisse. Und wenn
aus irgendeinem Grunde eine enge Bindung unerwünscht ist, dann kann sie
vermieden werden, indem die betroffenen Personen von vornherein erklären, dass
sie zueinander wie Bruder und Schwester oder Eltern und Kind stehen wollen. Und
aus diesem Grunde darf eine Frau nur von einem Mann und umgekehrt initiiert
werden. Frauen sollen nicht mit anderen Frauen das gleiche versuchen wie
zwischen Mann und Frau. So soll es sein.
Über die
Bestrafung
Die Ordnung und die Disziplin
müssen gewahrt werden. Eine Hohepriesterin oder ein Hohepriester darf und soll
alle Vergehen bestrafen. Aus diesem Grunde müssen alle Covenmitglieder ihre
Strafe freiwillig annehmen. Wenn alle Vorbereitungen getroffen sind, wird das
Strafmass des Missetäters verkündet. Der Bestrafung soll etwas Erheiterndes
folgen.
Der Missetäter soll die
Gerechtigkeit seiner Bestrafung anerkennen, indem er bei Verkündung der Strafe
und nach ihrer Vollstreckung die Hand der Hohepriesterin oder des Hohepriesters
küsst.
So soll es sein.

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