Die Elementarwesen

 

Wir, die wir alt sind, alt und lustig,

oh, so alt!

Tausende von Jahren, tausende von Jahren,

wenn alles über uns gesagt würde.

W.B.Yeats

 

 

 "Feen auf der Wiese" tanzen im lausch´gen Dämmerlicht -

Nils Blommer

 

 

 

as Thema der Naturgeister und Elementarwesen ist sehr umfassend und kann hier selbstverständlich nur Ansatzweise betrachtet werden. 

 

Um esoterisch-okkulten Streitereien schon mal prophylaktisch vorzubeugen, ob Erdgeister nun rote oder grüne Zipfelmützen tragen, muss an dieser Stelle einmal bescheiden darauf hingewiesen werden, dass die den Elementarwesen zugeordneten Formen natürlich vom Menschen erdacht sind. Der Mensch stellt alles, sogar die Gottheiten, in antropomorpher, sprich menschenähnlicher Gestalt dar.

 

So konstatierte schon Xenophanes (570 v.u.Z. geboren), dass die Götter und die Geister der Natur nur eine äusserliche Nachbildung von Menschen waren:

 

"Die Afrikaner behaupten, ihre Götter seien stumpfnasig und schwarz, die Thraker meinen,

sie seien blauäugig und blond und nehmen an,

die Götter seien geboren,

sie trügen Kleider, hätten Stimme und Körper - wie sie selbst.

Wenn aber die Rinder und Pferde und Löwen Hände hätten

und mit diesen Händen malen könnten und Bildwerke schaffen wie Menschen,

so würden die Pferde die Götter abbilden und malen in der Gestalt von Pferden,

die Rinder mit der Figur von Rindern.

Sie würden solche Statuen meisseln, die ihrer eigenen Körpergestalt entsprechen."

 

"Xenophanes hin oder her, wer war das schon...", verkünden vibrierend Magier und Wiccas in alle vier Himmelsrichtungen, "der okkulten Theorie und Vorstellung gemäss ist ein Elementarwesen nun mal ein nichtphysikalisches Geschöpf, dessen Wesen mit einem der vier magischen Elemente aufs Engste verbunden ist und daran gibt es nichts zu deuteln, meinte schon sogar einmal Frater Moe Szyslak. Sie sind das unsichtbare Gegenstück der sichtbaren Natur oder die so genannte spirituelle Essenz der Elemente!

So steht`s geschrieben!

Schluss, Punkt, Amen!"

 

Ok, ok! Jetzt habt euch mal nicht so!

 

Äähhhmmm..., wo war ich stehen geblieben?

 

Ach ja, Elementarwesen werden bekanntermassen in folgende vier Gruppen unterteilt:

 

1. Sylphen, die Geister der Luft

2. Salamander, die Geister des Feuers

3. Undinen, die Geister des Wasser

4. Gnome, die Geister der Erde

 

 

Sylphen

 

Von den Sylphen (ein männlicher Luftgeist aus der griechischen Mythologie, die weibliche Form ist übrigens eine Sylphide) sagt man, dass sie die höchste Gruppe der Elementarwesen sind, da ihr Element die höchste Vibrationsrate hat. Der Wind und die Wolken sind ihr Vehikel. Die Mythologie beschreibt sie als geflügelte Feen. Die Luftgeister sind unstete, veränderliche Kreaturen, die sich mit der Geschwindigkeit eines Lichtstrahls bewegen können. Sie arbeiten durch die Luft und die Atmosphäre der Erde, indirekt aber auch durch das menschliche Nervensystem. Sylphen sind wohltätig, heiter und inspirierend zu den Menschen, besonders zu Artisten und Dichtern.

Ausser ihrem Lebenselement Luft findet man sie auch auf hohen Berggipfeln, stillen Wäldern, idyllischen Waldlichtungen und Hainen, weiten Fluren, schönen Garten- und Parkanlagen.

 

Im Osten herrscht der König der Sylphen Paralda über die Elfen. Man kann ihn sich aufrecht stehend in Luftwirbeln vorstellen. Bewegt wie die Meereswellen steigen diese Luftwirbel senkrecht in die Höhe. Von ihm gehen in strahlendem Licht Luftströmungen und Winde aus. 

 

 

Salamander

 

Die stärksten und kraftvollsten der Elementarwesen sind die Salamander. Kein Feuer und keine Wärme kann ohne sie existieren. Die Salamander arbeiten durch die emotionale Natur der Menschen und Tiere mittels des Blutstromes und der Körperhitze. Es wir gesagt, dass sie infolge ihrer verbrennenden und auflösenden Natur die schwierigsten Elementarwesen sind, mit denen man kommunizieren kann. Wie auch immer, der Rauch der brennenden Räucherkohle und die brennende rote Kerze im Süden ist ein Medium für ihren Ausdruck. Salamander variieren in Grösse und Erscheinungsformen, von Feuerbällen oder Flammenzungen bis zu feurigen drachenähnlichen Kreaturen. In ihrem Temperament sind sie gefährlich und unberechenbar. 

Sie hausen in Hitzeschlünden der Erdtiefe, in Kratern, Öfen und im friedlichen Feuer unserer Herde.

 

Ihr mächtiger König ist ein Ehrfurcht gebietender flammender Geist namens Djin, der im Süden seinen Vorsitz hält. Von ihm steigen Hitzewellen und Feuerfunken auf. Flammen, die bis an den Himmel reichen, versengen die Atmosphäre um ihn herum. 

 

 

Undinen

"Hügelfeen" - Sir

Edward Burne-Jones

Undinen (lat. unda = "Welle") kontrollieren und manipulieren den Fluss des Wassers in der Natur. So arbeiten sie auch mit den Lebenssäften in Pflanzen, Tieren und Menschen. In der Mythologie haben Undinen verschiedenste Formen, wie Wassernymphen, Wassergeister, Meerjungfrauen und Nereide. Es wird gesagt, dass sie lebendig, würdevoll und generell wohltätig den Menschen gegenüber sind. 

Sie bewohnen malerische Buchten, Inseln und Felsgruppen innerhalb von Flüssen und Strömen, sowie verschwiegene Waldweiher, stille Bergseen, lauschige Quellen und Wasserfälle.

 

Die Königin der Wassergeister heisst Nichsa oder Nixa und herrscht im Westen über die Undinen. Ihre Aura sprüht Schaum auf, um ihre Füsse bilden sich gewaltige Wirbel. Sie ist völlig von Feuchtigkeit durchdrungen. 

 

 

Gnome

 

Der Name dieser Wesenheiten stammt von dem griechischen Wort genomos "Erdbewohner" ab. Gnome arbeiten in einem Element, das sehr nahe der physischen Ebene steht, so dass sie eine immense Kraft über Steine und die Vegetation haben, so auch selbstverständlich über die mineralischen Elemente in der körperlichen Beschaffenheit von Menschen und Tiere. Sie arbeiten mit Steinen, Edelsteinen und den Metallen und man sagt, dass sie die Hüter von verborgenen Schätzen sind. 

Verschiedene magische Traditionen haben verschiedene Typen der Gnome beschrieben, darunter fallen Satyre, Brownies, Elfen und Dryaden. Gnome sind, vermutet man, geduldig und hart arbeitend, aber können böswillig und schwierig im Umgang erscheinen. 

Sie hausen in Gebirgsgegenden, steilen, felsigen Hängen, Schluchten, dichten Wäldern, idyllischen Tälern, knorrigen Wurzelstöcken mächtiger Bäume, in schönen, wilden Gärten, sogar in manchen Wohnungen sind sie anzutreffen.

 

Der König der Gnome wird Ghob genannt und herrscht im Norden über die Gnome. Er ist völlig eingebettet in die "Erdkraft". Unter "Erdkraft" sollten wir nicht materielle Erde als solche vorstehen, sondern die Kraft, aus der heraus die Erde sich verdichtet hat. Es ist eine starke Kraft in langsamer Vibration. 

 

 

Wie du vielleicht bemerkt hast, habe ich hier vornehmlich die traditionelle Form bei den Elementarkönigen gewählt, wie sie von Agrippa von Nettesheim überliefert worden sind.

Wenn du möchtest, kannst du dir natürlich diese Gestalten jederzeit auch alle als weiblich, oder als Paar (Königin und König) vorstellen. 

Wir können selbstverständlich Formen wählen, welche uns am meisten ansprechen. Hier sind unserer Vorstellungskraft und Kreativität, wie überhaupt in der gesamten Magie, keinerlei Grenzen gesetzt.

 

 

 

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