Skirophorion

 

Falsch ist es, vom Seienden zu sagen, es sei nicht,

und vom Nichtseienden, es sei.

Aristoteles (384-322 v.u.Z.)

 

 

3. Arrephoria am 27.5.09

 

Vier Mädchen zwischen 7 und 11 Jahren wurden jährlich aus den vornehmsten Familien gewählt, um dem Weben des heiligen Peplos, dem heiligen Gewand der Athena, vorzustehen.

In einem geheimen nächtlichen Ritual gaben die Priesterinnen den Arrephoroi (Trägerinnen der unaussprechlichen Dinge) ein Packet, dessen Inhalt sowohl den Arrephoroi, wie auch den Priesterinnen nicht bekannt war.

Sie trugen das Packet auf einem geheimen Weg zu dem Heiligtum der Aphrodite und brachten von dort ein anderes geheimes Packet zurück.

Das Fest endete mit der Entlassung der Arrephoroi, die sich schon ein Jahr im Tempel aufhielten und der Wahl des neuen Arkhon Basileus, des Priesterkönigs.

 

 

"Medusa" - Arnold Böcklin
 Schau mir in die Augen, Kleiner!

12. Skirophoria am 5.6.09

 

Die Priesterin der Athena, der Priester des Poseidon und der Priester des Helios gingen an diesem Tag zum Skiron, einem heiligen Platz, der der Demeter, Kore, Athena Skiras und Poseidon Pater (Vater) geweiht war.

Athena und Poseidon repräsentieren das Stadtleben und Demeter und Kore repräsentieren die Landwirtschaft, Helios bezeugt seine Schwüre (wie er auch die Entführung der Kore bezeugte).

Skirophoria wurde vorwiegend von Frauen, den Bringerinnen der Fruchtbarkeit gefeiert (so wie die Männer das städtische Dionysia dominierten). Sie enthielten sich an diesem Tag vom Geschlechtsverkehr und bis zu dem Ende des Festes, assen sie Knoblauch um die Männer zu vertreiben.

Sie warfen Opfer in die Megara, heilige Höhlen der Demeter: Kuchen in Schlangenform, Phallen und säugende Schweine (dies wird zu den Thesmoi "hingelegte Gegenstände", die an Thesmophoria wieder verwendet werden).

Bei der Prozession wurde ein grosser, weisser Baldachin (Kiron), sowie auch das Kodion (Fell eines schwarzen Schafes, welches Zeus Meilikhios geopfert worden ist) herumgetragen, um die Felder und Höfe vor der sengenden Hitze zu schützen.

Die Menschen führten auch ein Rennen durch, das beim Heiligtum des Dionysos begann und zum Tempel der Athena Skiras führte. Dabei trugen die Teilnehmenden Rebenzweige.

Der Gewinner gewann den Pentaploa (fünffachen Kelch), der Wein, Honig, Käse, Getreide und Olivenöl enthielt. Ihm alleine war es erlaubt diesen Kelch mit der Göttin zu teilen.

Zu ihren Ehren wurde er als Opfer ausgeleert, auf dass sie die Früchte der Saison segnen werde.