|
Puanepsion
Im
Glück wird man vergesslich.
Menander
(342-291 v.u.Z.)
6.
Proerosia am 5.10.08
Dieses Fest zu Ehren von Demeter wurde als Vorbereitung für das Pflügen und Säen abgehalten.
In
den alten Zeiten wurde es in Eleusis gefeiert. Dieses Fest war aber auch Apollo
gewidmet, da sein Orakel die Athener angehalten hatte, das Proerosia zu feiern,
um eine grosse Hungersnot zu beenden.
Unter
der Führung der Hierophantes, riefen die heiligen Herolde das Proerosia aus.
Sie erzählten den Menschen den Mythos der Entstehung dieses Festtages und
riefen alle auf, die ersten Früchte den Göttern zu opfern. (Meist Getreide,
besonders Gerste und Weizen)
7.
Puanepsia am 6.10.08
Das
Puanepsia ist ein Fest der herbstlichen Früchteernte und der Bitte um die
göttlichen Segnungen für das herbstliche Säen. Dieses sehr alte Fest wurde in
erster Linie zu Ehren von Apollo Phoebos, im Aspekt als Sonnengott, aber auch
für Helios und die Horai (Horen) abgehalten.
Alle
sind Vegetationsgottheiten, möglicherweise durch ihre Verbundenheit mit der
Sonne. Dieses Fest wurde am siebten Tag abgehalten, wie an jedem siebten Tag
eines griechischen Monats (welcher das erste Viertel des Mondes verkörpert)
Apollos Geburtstag gefeiert wird.
Das
Puanepsia entspricht dem
Thargelia (7. Thargelion) im Frühling.
In
der Prozession trug jedes Pais Amphithales (Kind
mit zwei lebenden Eltern) den Eiresione. Üblicherweise war der Eiresione
ein mit Wolle (eiros = Wolle) umwickelter Oliven- oder Lorbeerzweig (dem Apollo
geweiht), der mit Wein, Öl und Honig getränkt war. Er war dekoriert mit echten
Früchten, kleinen Harfen, Kelchen und kleinen Rebenzweigen aus Gebäck, alles
Symbole für die Fruchtbarkeit.
In
einer Art des Trick-or-Treat, das wir von Halloween her kennen, brachten Kinder
diese Eiresione zu jedem Haus und sangen:
"Dieser
Eiresione trägt prächtiges Gebäck, Feigen, Honig in einem Krug und Olivenöl
euch zu segnen.
Die
Kelche sind gefüllt mit reifem Wein, von denen du trinken und einschlafen
magst."
Wenn
die Bewohner ein Geschenk den Kindern gaben, verdienten sie ein Eiresione und
einen einjährigen Segen. Normalerweise wurde er über der Eingangstür
befestigt.
Wenn
dich keine Kinder mit einem Eiresione besuchen kommen, segne dich selbst, indem
du dir selbst oder deinen Nächsten einen Eiresione schenkst.
Das
Fest leitet seinen Namen von einem Bohneneintopf her (pyanon epsein = Bohnen
kochen), sowie anderen Hülsenfrüchten und Getreiden, die in einem Topf gekocht
werden und der mit den Teilnehmern und den Gottheiten an diesem Tag geteilt
wird. Aufgrund des Mythos war dies das Weiheopfer, das Theseus und seine
Mannschaft Apollo weihten, als sie nach Griechenland zurückkehrten, da dies
das Einzige war, was sie noch zu Essen besassen.
 |
|
Das lob ich mir: "Das
Weinerntefest" mit Wein, Weib und
Gesang! |
7.
Oskhophoria am 6.10.08
Das
Oskhophoria ist ein Traubenernte und Traubenkelterfest. An diesem Tag wird
Dionysos gedankt und die Mysterien von Dionysos abgehalten. Es wurde am gleichen
Tag gefeiert wie das
Puanepsia.
Hier
finden wir zwei scheinbar entgegengesetzte Pole, Dionysos und Apollon, aber wir
dürfen nicht vergessen, dass sie auch das Heiligtum von Delphi gemeinsam
teilten.
Apollon
wurde dort im Sommer verehrt, Dionysos im Winter (wenn Apollon sich in
Hyperborea aufhält).
Ein
alter Krater zeigt, wie sie sich die Hände über dem Omphalos von Delphi
schütteln.
Es
gab eine Prozession vom Tempel des Dionysos zu dem Tempel von Athena Skira.
Dieser Aspekt mag sich von der Göttin Skiras herleiten, die in Salamis verehrt
wurde, bevor sie nach Athen kam. Die Prozession wurde von zwei Oskhophoroi (Traubenzweigträger)
angeführt, junge Männer, die Traubenzweige trugen und wie Frauen gekleidet
waren und die Androgynität von Dionysos verkörperten. (Natürlich war das
Kleiden in das gegensätzliche Geschlecht nichts aussergewöhnliches in den
Ritualen der Griechen, wie auch in anderen Kulturen.)
Hinter
ihnen folgte ein Chor, der Hymnen für Dionysos sang. Sie wurden von einem
Herold begleitet, der einen mit einer Girlande umwickelten Stab trug. Dies wird
durch den Mythos von Theseus erklärt: Als sein Herold den Athenern seine
Rückkehr verkündete, krönten sie den Herold aus Freude mit einem
Blumengewinde. Aber er wies den Kranz zurück, weil er aus dem tragischen Ende
von Theseus Vater gelernt hatte. Deswegen kehrte er mit dem Blumengebinde um den
Stab gewickelt zu Theseus zurück.
Des
weiteren beinhaltete die Prozession auch die Deipnophoroi (Festmahlträgerinnen),
Frauen die das Essen zu dem heiligen Fest brachten, das dem Opfer folgte. Ein
Teil des Essens wurde für die Gottheiten verbrannt und ein anderer Teil wurde
unter den Teilnehmenden gegessen. Der Rest wurde mit nach Hause genommen.
Geschichten
wurden während des ganzen Festes über erzählt, speziell die Geschichte von
Theseus und Ariadne und wie sie mit Dionysos zusammentraf. Die Deipnophoroi
repräsentierten die Mütter der "Zwei mal Sieben", die Fleisch und
Brot, sowie aufmunternde Geschichten ihren Kindern brachten. Diese Kinder waren
die sieben Mädchen
und sieben Jungen, die nach Kreta segelten und dem Minotaurus geopfert
wurden.
Als
die Prozession das Heiligtum erreichte, sangen sie sowohl fröhliche,
wie auch traurige Lieder und das Trankopfer wurde für die Götter ausgeleert,
begleitet von folgenden Rufen:
"Eleleu!
Iou! Iou!"
Der
Schrei ist widersprüchlich, da "Eleleu!" (ausgesprochen: Eleluu!) ein
Ruf des Anspornes war (von elelizo, wiederaufleben), wobei "Iou!"
(ausgesprochen: Iu!) ein Ruf des Kummers war (Lateinisch Heu!).
Dies
wird erklärt durch die Mischung der Freude und den Kummer über die Rückkehr
von Theseus und seines Vaters Tod. Aber natürlich auch den Kummer über den Tod
von Dionysos und die Freude seiner Auferstehung als Vegetationsgottheit.
8.
Theseia am 7.10.08
Der
achte Tag eines jeden Monats ist Poseidon und Theseus geweiht. Somit ist dieses
Fest vor allem Theseus gewidmet. An diesem Tag gab es Prozessionen, Opfer,
athletische Spiele (Gruppenfackelrennen und Feldwettkämpfe) und ein Fest zu
Ehren von Theseus als Wohltäter und demokratischer Held, bei dem Fleisch und
Athare (oder Athera) ein Brei aus geschältem Weizen und Milch unter den
Menschen verteilt wurde.
9.
Stenia am 8.10.08
Stenia
ist ein nächtliches Frauenfest zu Ehren von Demeter und Persephone und geht
unmittelbar dem
Tesmophoria voraus und fand in Eleusis und in Alimountas
statt.
Die
Frauen ergaben sich in unflätigen Beschimpfungen (Aiskhrologia) und schmissen
sich gegenseitig Beleidigungen und Obszönitäten an den Kopf. Dies im Gedenken
an Iambe, die auf diese Weise die traurige Demeter zum Lachen brachte. (Siehe
auch in der homerischen Hymne an Demeter). An diesem Tag wurden auch die Thesmoi
(hingelegte Dinge) in
die Höhle des Heiligtums von Demeter gelegt. Dies beinhaltete Teigmodelle von
Schlangen, männlichen Genitalien und Schweinefleisch von geopferten Ferkeln.
All dies sind Fruchtbarkeitssymbole (Schweine wegen ihrer Fruchtbarkeit). Auf
diese Weise wurde der Schoss der Mutter Demeter befruchtet. Sie wurden an
Thesmophoria wieder entfernt.
11.-13.
Thesmophoria am 10.10.08 - 12.10.08
Das
Thesmophoria ist eine der Demeter geweihte Feier der Saatzeit, die auf Frauen
beschränkt und insbesondere eine Zeremonie der weiblichen Mysterien ist.
1.Tag
Anodos (Besteigung) - 11.
Unter
der Führung von zwei Arkhousai (Beamtinnen)
brachen die Frauen von Zuhause in einer Prozession auf, mit ungekämmtem Haar,
barfuss und mit allen nötigen Vorräten, die sie für drei Tage und zwei
Nächte brauchten. Nahe der Höhle (Thesmophorion) in der sie zu
Stenia die
Thesmoi gelegt haben, schlugen die Frauen für drei Tage ein Zeltlager auf. Die
Frauen schliefen auf dem Boden, meistens zwei in einem Zelt.
2.Tag:
Nesteia (Fasten) - 12.
Am
zweiten Tag sassen die Frauen auf dem Boden und enthielten sich aller festen
Nahrung in Demut und Sympathie für Demeters Trauer (die aus Trauer sogar einen
Stuhl ablehnte), aber auch um ihre Stärke auf die Erde zu übertragen.
Wenn
der Hunger im Laufe des Tages stärker wurde, ergaben sie sich wieder in
ordinären Aussprüchen, in Erinnerung an Iambe und Demeter. Im Anschluss
schlugen sie sich symbolisch mit Zweigen und führten mystische Tänze
durch.
3.
Tag: Kalligeneia (Nachkomme) - 13.
Bei
Nachtanbruch begann der offizielle Beginn des dritten Tages mit einer
Fackelzeremonie, in Anlehnung an Demeter, die Persephone im Fackellicht suchte.
Währenddessen stieg die Priesterin, die Antletriai (Schöpfeimer)
genannt wurde, in die Höhle hinunter, sammelte die Thesmoi in Eimer und stellte
diese verwesenden Teile auf den Altar von Demeter und Persephone.
Später
wurde dieser "Kompost" vom Altar entfernt und mit dem Getreide, das im
folgenden Monat gesät wurde gemischt. In diesem Ritus kann man sehr gut die
Rolle des Zyklus von Leben und Tod in der Befruchtung der Erde sehen. Das Fest
endete und der Rest des Tages erschöpfte sich in einer fröhlichen Dankesfeier
für ihre Kinder, bis sie das Lager abbrachen und nach Hause gingen.
29. Khalkeia am 28.10.08
An
diesem Tag begannen die Ergastinai (Arbeiterinnen)
und die Arrhephoroi Athenas
neues Peplos zu weben. Dies dauerte neun Monate und das neue Peplos wurde Athena
dann an
Panathenaia
überreicht. Die Verzierung stellte in leuchtenden Farben,
vor allem gelb und blau, die Gygantomachy, den Gigantenkampf dar. Dieser Tag war
auch Hephaistos geweiht.

|