|
Boedromion
Das
Wesen der Dinge hat die Angewohnheit,
sich zu verbergen.
Heraklit
(544-483 v.u.Z.)
Viele
der griechischen und römischen Feste dieser Jahreszeit feiern zu Boedromion (nach
Boedromius, einem Beinamen des Apollo benannt. Dieser wurde von König
Erechtheus eingeführt, als er von den Eleusiniern unter Eumolpus angegriffen, die Schlacht mit einem furchtbaren Geschrei eröffnete.
Dies versetzte die Feinde
so sehr in Schrecken, dass sie eiligst flohen) das Ende der
militärischen Bekriegungen.
In
diesem Monat wird die Bedeutung der Kornmutter und anderer landwirtschaftlicher
Gottheiten hervorgehoben.
In
vielen griechischen Staaten war dieser Monat auch als Demetrion nach Demeter
benannt.
5.
Genesia am 4.9.08
Dies
ist das Fest zu Ehren des Thanatos, des Todes und der Göttin Gaia, um die Toten
zu Ehren.
(Selbstverständlich
ehren die Familien ihre eigenen Toten auch an den Tagen, an denen sie verstorben
sind.)
Die
Familien ehren ihre eigenen Toten mit Gebeten an den Agatho Daimon, den
Schutzgott der Verstorbenen, Trankopfern und anderen Opfern (Blumen, gekochter
Milchreis, Honig und Butter und dem Austausch von Geschenken zwischen den
Lebenden).
6.
Artemis Agrotera (Jägerin) am 5.9.08
Dieser
Tag ist ein Fest für Artemis Agrotera, da sie am 6. Tag geboren worden ist.
Nach dem Sieg der Athener bei Marathon, wurde dieser Tag auch Kharisteria, das
Fest des Dankes genannt.
7.
Boedromia am 6.9.08
Dies
ist ein kleines Dankesfest für Apollon (da der 7. Tag sein Geburtstag ist), in
seinem Aspekt als Erretter vor dem Krieg.
 |
|
Lustig ist`s "Auf der
Strasse zum
Tempel der Ceres",
beim feschen
Tamburtanz und
Badeplausch... |
15.-21.
die grossen Mysterien von Eleusis am 14.9.08 - 20.9.08
1.
Tag: Agyrmos, die Zusammenkunft - 14.
Die
Mystai (von myo, den Mund verschliessen), die Initiierten, welche in die
kleineren Mysterien von Eleusis eingeweiht worden sind, versammelten sich auf
der Agora, dem Hauptplatz von Athen. Der Kerykes (Bote) rief sie mit ihren Namen
nach vorne und informierte sie, dass sie "eine Seele ohne Arg und
Bosheit" haben mussten und dass sie "mit Recht anständig leben
müssen." Die sich der Blutschuld oder anderer Korruptionen schuldig
gemacht hatten, waren nicht zugelassen. Der/die Anwärter/in widmete den Rest
des Tages in spirituellen Übungen, angeleitet von den Mystagogoi (Führer/innen
der Initiation).
2.
Tag: "Zum Meer, ihr Mysten" - 15.
Der
zweite Tag war der Reinigung und der Läuterung gewidmet.
Die
Anwärter begaben sich zum Meer, an den Strand von Phaleron. Auf den Befehl
"zum Meer, ihr Mysten!" schritten sie mit ihrem Opfer in das Meer, so
dass beide vom Salzwasser gereinigt wurden. In den alten Zeiten war das Opfer
ein kleines Ferkel, denn das heilige Tier der Demeter war das Schwein. Das
Ferkel wurde im Anschluss der Reinigungszeremonie geopfert und in einem
Felsspalt versenkt.
3. Tag: "Siehe das Opfer" - 16.
Der
dritte Tag war dem Hauptopfer von Demeter und Persephone geweiht. Dies
waren Opferkuchen aus Weizen und Gerste.
4.
Tag: Epidauria - 17.
An
diesem Tag zogen sich die Anwärter in ihre Häuser zurück, bereiteten sich
mental auf die Initiation vor und stellten den Kykeon, den Trank aus Gerstenmehl
oder Gerstengraupen und Minze her.
5.
Tag: der Zug nach Eleusis - 18.
Die
Prozession begann am Schrein von Iakkhos. Sein Priester, der Iakkhogogos, der
Sprecher des Iakkhos, der die Prozession anführte, trug das heilige Bild von
Iakkhos mit sich, das ihn als einen fackeltragenden Jüngling darstellt. Iakkhos
ist der eleusinische Name von Dionysos/Bakkhos. In der Prozession war er der
fröhliche Begleiter der zwei Göttinnen und vermittelte zwischen ihnen und den Mystai.
Die
Marschierenden wurden von Musikern (Flöte, Harfe und Gesang) begleitet, alle
verbunden in dem exstatischen Ruf, "Iakkhe!" (wörtl.:
"Schrei!")
Die
Mystai trugen Kränze aus Myrte und mit Blumen umwundene Stäbe, an denen ein
Beutel hing, in dem sich das neue Gewand befand, das er/sie nach der Initiation
anzog. Religiöse Bräuche wurden immer wieder an heiligen Plätzen vollzogen.
An einem Platz wurde der Krokidai, ein gelber wollener Faden an die rechte Hand
und den linken Fuss der Anwärter/innen gebunden. An einem anderen Platz wurden
sie von verkleideten Menschen beschimpft, die dadurch Unglück vertrieben.
Im
Scheine der Fackeln trafen sie am Abend in Eleusis ein.
In
der Nacht teilten die Anwärter den Kernos mit den Göttinnen. Dies war eine
töpferne Schüssel mit muldenartigen Vertiefungen, die mit Früchten der Erde
(Getreide, Erbsen, Bohnen usw.) gefüllt waren.
6. Tag: Initiation - 19.
Am
Tage der Initiation wurden den zwei Göttinnen Opfer aus Getreidemehl
dargebracht. Im Mitgefühl mit Demeter, die die Abwesenheit von Kore betrauerte,
fasteten die Aspiranten und Aspirantinnen und bereiteten sich mental auf die
heiligen Riten vor.
Gegen
den Abend hin, tranken die Anwärter/innen den Kykeon (wörtl.: gemischtes
Getränk). Dieser Trank beinhaltete Wasser, Gerstenmehl und Minze. (Es gibt viele
Diskussionen über die Zusammensetzung des Kykeon, aber diese ist die Formel,
wie sie in der homerischen Hymne an Demeter gegeben wurde.)
Die
Initiation, welche die ganze Nacht dauerte, fand in einem geschlossenen Gebäude
statt, dem Telesterion, dem Platz der Initiation. In seinem Zentrum befand sich
der Anaktoron, das Heilige der Heiligen, zu dem niemand Zutritt hatte, ausser den
Hierophantes, den Enthüllern der Geheimnisse.
Die
Details der Initiation waren natürlich geheim und wurden bis zum heutigen Tag
nicht enthüllt. (Trotzdem wurden und werden immer noch eine Fülle von zum Teil
sehr abgedrehten Theorien veröffentlicht). Wie
auch immer, Dinge wurden gesagt, Dinge wurden getan und Dinge wurden enthüllt.
Es gab Musik, Gesang und Reden. Es gab rituelle Handlungen und Enthüllungen im
Fackelschein. Dadurch nahmen die Mystai an der Freude Teil, die Demeter empfand,
als sie Persephone wieder fand.
Die
Wirkung der Mysterien auf die Initiierten war zutiefst transformierend. Sogar
die getragenen Kleider waren danach geweiht und gesegnet. Durch diese Initiation
wurden sie zu den Epoptai (die
welche gesehen haben).
7.
Tag: Plemokhoai - 2o.
Jeder
Myste, nun als Epopte betitelt, erhielt zwei wassergefüllte irdene Gefässe,
Plemokhoai genannt. Eines wurde im Osten, das andere im Westen ausgekippt,
während die Mystoi einmal zum Himmel und einmal zur Erde gewandt riefen:
"Regne - empfange", auf griechisch hört es sich an wie ein
Zauberspruch: "Hye - Kye!"

|