|
Anthesterion
Ein
Scherz, ein
lachendes Wort,
entscheidet
über grösste Dinge oft treffender
und besser als Ernst und Schärfe.
Horaz
(8.12.65-27.11.8 v.u.Z.)
 |
|
Sühüsser die Blumen
niie duften,
als zu der
Myhysterienzeit... |
11.-13.
Anthesteria am 6.2.09 - 8.2.09
Dies
ist das "Fest der Blüten" und ist eines der ältesten griechischen Feste. Es ist als das "ältere
Dionysia" bekannt und dem Gott Dionysos geweiht. Zu dieser Zeit wurden die Reben von neuem zurückgeschnitten und die zweite Gärung des Weines ist vollendet.
Der
Wein ist nun bereit, getrunken zu werden und aus diesem Grunde ergänzt dieses
Fest
Oskhophoria, das die Weinernte feiert.
1.
Tag: Pithoigia (Krugöffnen) - 6.
Der
erste Tag feiert das Öffnen der Pithoi (Krüge, Gefässe) in denen der Wein
gärte.
Eine
Prozession symbolisiert die Ankunft des Dionysos in seinem Tempel. Die Gottheit
wurde durch ein Bildnis oder einen maskentragenden Mann verkörpert, der sich
auf einem Wagen befand, der die Form eines Schiffes hatte. Die Prozession
beinhaltete Musiker und Träger und Trägerinnen der rituellen Geräte, während
andere Männer, in Karren fahrend und als Satyre verkleidet, fröhliche
Beleidigungen den Zuschauern zuriefen.
Die
Pithoi wurden selbstverständlich auch mitgeführt und nachdem sie geöffnet
wurden und der Wein von einer Priesterin gemischt wurde (mit Wasser, wie es
Dionysos den Griechen lehrte), wurde er als Erstfrüchteopfer mit einem Gebet
auf den Boden vergossen, auf dass der Wein die Menschen erfreuen möge. Dann
wurde der Wein unter Gesängen und Tänzen ausgeschenkt und getrunken.
2.
Tag: Khoes (Henkelkrugfest) - 7.
An
diesem Tag waren alle Tempel der Gottheiten geschlossen, ausgenommen des Limnaion, des Tempels des "Dionysos des Sumpflandes", welcher als
einziger während des Festes geöffnet war. Die Seelen der Unterwelt waren frei
und schweiften umher, um am Fest der Lebenden teilzunehmen. Als Schutz malten
die Menschen Pech an ihre Türen und kauten Kreuzdorn am Morgen. Die Geschäfte
waren ausser Kraft gesetzt und kein Schwur wurde geleistet. Ausserdem wurde an
diesem Tag üblicherweise ein wenigsten drei Jahre alter Wein getrunken. Die
Jugendlichen wurden auch aufgefordert an diesem Brauch teilzunehmen, da sie in
diesem Falle die Fruchtbarkeit verkörperten.
Alle,
einschliesslich der Jugendlichen, hatten ihre eigenen Khoes
(Henkelkrug) und
tranken daraus ihren Wein, den sie oftmals während des Festes kauften. Der
Khous hatte eine dreiblättrige Öffnung.
Dies
war ein sehr kinderorientiertes Fest und die ersten Khoes eines Kindes waren das
grösste Ereignis des Lebens: Geburt, Khoes, Pupertät und Hochzeit. Er oder sie
wurde mit Blumen bekränzt und der Khous wurde als feierliches Geschenk
überreicht.
Dies
war ein Tag der Trinkgelage, sowohl der öffentlichen wie auch der privaten. Vornehme
Menschen wurden vom Hohepriester des Dionysos zu einem öffentlichen
Trinkwettbewerb eingeladen. Ein Trompetenstoss eröffnete den Wettbewerb und es
gewann, wer als erstes seinen Khous leerte. Der Gewinner gewann einen gefüllten
Weinschlauch.
Die
Teilnehmer brachten ihr eigens Essen, Kelche und Khoes, bereits gefüllt mit
gemischtem Wein mit. Der Gastgeber besorgte die Blumenkränze, Parfüme und den
Nachtisch. Nach dem Wettbewerb umwickelten die Menschen ihre Khoes mit den
Blumenkränzen und gingen gemeinsam zum Limnaion, wo sie ihre Blumenkränze der
Priesterin übergaben. Dort dankten alle Dionysos, indem sie den Rest
des Weines ihm als Trankopfer darbrachten.
3.
Tag: Khytroi (Topffest) - 8.
Der
letzte Tag des Festes begann in der Nacht des Henkelkrugtages. Dies war die
Nacht des heiligen Hochzeit zwischen Dionysos und der Basilea (Königin) in der
Gestalt der Ariadne, der Ehefrau des Arkhon Basileus (Priesterkönig), der seine
Frau in Gestalt des Theseus dem Dionysos überlassen musste.
Im
heiligen Bezirk leistete sie zuerst den vierzehn Gerarai (die heiligen
Priesterinnen des Dionysos. In den Sümpfen, den Limnae, nahe der Akropolis,
hatte Dionysos ein Theater und einem Tempel mit vierzehn Altären. Jedem stand
eine Priesterin vor) einen Schwur der Reinheit. Dann wurden von ihr die Opfer
für die Gerarai an ihren vierzehn Altären und andere geheime Riten
durchgeführt und tanzte vor einer Maske des Dionysos wie an
Lenaia. Eine andere
Pompe (Prozession) brachte die heilige Braut, die mit Ariadne identifiziert
wurde, zu ihrem Brautgemach im Boukoleon (möglicherweise das antike Haus des
Arkhon Basileus).
Sie
wurde von einem Fackelträger begleitet, der zwei Fackeln trug und den Hermes
Psychopompos (Führer der Seelen) verkörperte. Er trug die Ependytes, eine
geschmückte Tunika.
Ein
Satyr, möglicherweise maskiert, trug den Mitgiftkorb auf seinem Kopf. Das
tatsächliche Ritual der heiligen Hochzeit war geheim, aber soviel kann doch
gesagt werden. Die heilige Braut wartete auf ihrem Brautbett, während ein Satyr
als Thyroros (Türwächter) an der Brautkammer wachte. Dann kam Dionysos in
Begleitung eines Satyrs zu seiner Braut, um die Hochzeit zu vollziehen, während
die Nachtschwärmer mit ihren Fackeln ausserhalb der Brautkammer lärmten und
feierten.
Möglicherweise
war Dionysos der Arkhon Basileus oder der Hohepriester des Dionysos.
Nach
Tageanbruch gedenken die Aiora (die Schaukelnden) der Erigone, die sich aus
Kummer selbst erhängte, als ihr Vater, der den Weinbau nach Athen brachte, von
betrunkenen Männern getötet wurde.
Junge
Mädchen schaukelten an Schaukeln und Knaben sprangen auf mit Wein gefüllte
Säcke. Dabei hingen Masken und Puppen in den Bäumen und die Kinder
verwandelten den Tod in ein Symbol des fröhlichen neuen Lebens,
reinigten die Weinernte von dieser Tragödie (das Schaukeln ist das
traditionelle Symbol der Reinigung durch die Luft) und verbannten die Geister
der Unterwelt.
An
diesem Tag wurde auch das Hydrophoria (Wassertragen) gefeiert. Eine Prozession
junger Mädchen trugen Hydriai, Wasserkrüge auf ihren Köpfen und gingen zu
einem Ort, wo das Wasser in einen etwa 30 cm breiten Abgrund in die Erde geleert
wurde. Dadurch gedachten sie ihren Ahnen, die in der Sintflut von Pyrrha und
Deukalion starben und feierten das Verschwinden der Flut in der Erde. Zuletzt
wurde ein Mahl für die Toten und Hermes Psychopompos, ihrem Führer
zubereitet.
Dieses
Mahl bestand aus einem Gemisch aus verschiedenem Getreide und Honig und wurde in
einem Khytrai (irdenen Gefäss, nach dem der Tag benannt ist) serviert. Der
Tradition nach symbolisiert dieses Gericht das erste Gericht, das nach der Flut
gegessen worden ist. Alle teilten miteinander das Essen. Am Ende des Festes
wurden die Geister der Unterwelt mit folgenden Worten gebannt:
Thyraze
Keres, ouk eni Anthesteria!
Fort
mit euch, Keres (Geister der Toten),
Anthesteria
ist beendet!
Die
rituelle Feier der Flut, das Schaukeln und das Bannen der Toten versinnbildlicht
die Auferstehung, wie es sie Dionysos selbst verkörpert.
Die
kleineren Mysterien von Eleusis am 15.2.09 - 21.2.09
Die
Initiation in die kleineren Mysterien war eine Grundvoraussetzung um in die grösseren
Mysterien von Eleusis zugelassen zu werden und beinhaltete die
vorbereitende Reinigung des Mystoi (Eingeweihte/r).
Diese
geheimen Riten waren der Rhea geweiht, der Mutter der Götter und die Älteste
der Rhea-Demeter-Kore Dreiheit.
23.
Diasia am 18.2.09
Diasia
(von Deus; Zeus) ist das Hauptfest für Zeus Meilikhios (den Freundlichen). An
diesem Tag wird er als unterirdischer Aspekt verehrt, dargestellt als eine
riesige Schlange.
An
diesem Tag wurden nur blutlose Opfer dargebracht, normalerweise Kuchen in der
Form von Tieren, wie Schafe oder Schweine, aber auch Getreide und Früchte, weil
er auch für die Fruchtbarkeit der Erde verantwortlich ist und oft mit einem
Füllhorn dargestellt wird. Seit damals ist dieses Fest eine Feier der
Versöhnung.
Nach
diesem Teil des Festes gab es ein allgemeines Essen und Geschenke wurden den
Kindern übergeben, die im Besonderen von den Gottheiten der Unterwelt geliebt
wurden.

|