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Der antik-hellenistische
Jahreskreis
Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern,
was
man selber zu leisten vermag.
Epikur
von Samos (341 - 270 v.u.Z)
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Die linden Lüfte sind
erwacht
"Frühling" - Sir
Lawrence
Alma-Tadema |
er
Götterglaube der antiken Griechen war unlösbar mit dem Kult und rituellen Festen verknüpft, denn die Verbindung zwischen den
Gottheiten und den Menschen bildeten seit jeher Weihehandlungen, auch Rituale
genannt.
So waren denn auch die antiken, griechisch-religiösen Anschauungen und die mythologischen Traditionen
undenkbar ohne
die Kulthandlungen, die jedes einzelne Individuum, jede Familie, jede Stadt, aber auch alle Hellenen gemeinsam
ausübten.
Mit diesen Zeremonien erwiesen die Bürger ihren Schutzgottheiten die
gebührende Ehre, zugleich bestätigten die Kulthandlungen aber auch den
Zusammenhalt der politischen Gemeinschaft der Stadt, sowie die Einheit aller
Hellenen als Volk.
Ursprünglich
gab es keine eigenen Gebäude für kultische Handlungen, man traf sich beim
Opferaltar oder an geheiligten Plätzen in der Natur, wie z.B. im heiligen Hain
zu Dodona.
Im
Laufe der Zeit bildeten sich jedoch Kultzentren, umfriedete
Bezirke, die sich
im Bereich der Akropolis auf einer Anhöhe der Stadt, auf dem Hauptplatz der
Siedlungen oder in der freien Landschaft befanden.
Sie
umfassten einen oder mehrere Tempel mit der Kultstatue der verehrten Gottheit im
Inneren, Altäre ausserhalb zur Ausführung der Kultriten, zahlreiche
Weihegeschenke, Schatzhäuser - kleine tempelförmige Gebäude zur Aufbewahrung
von Votivgaben - sowie Stoen, Säulenhallen für den Schutz der Besucher vor der
Witterung. Die Altäre waren die wichtigsten Baulichkeiten der
Heiligtümer. Vor dem Altar suchten die Gläubigen mit Opfer und Gebet die Hilfe
der Gottheit zu erlangen. Unbedeckten Hauptes, in heiliger Stille, Gesicht und
Hände dem Altar zugewandt, verrichtete der Gläubige seine Gebete. An die Bitte
schloss sich das feierliche Versprechen einer Gegenleistung, wenn das Gebet
erhöht würde. Der Eid wurde durch Trank- und
Blutopfer bekräftigt und endete in Selbstverwünschung im Falle des Meineides
oder Eidbruches.
Man
kannte aber auch unblutige Opfer: Statuen, Waffen, Kleider, Früchte des Feldes und der
Gärten, Weinspenden und Räucherwerk.
Im
Staatskult jedoch herrschte das blutige Opfer vor. Man opferte vor allem Stiere,
Schweine und Schafe. Sie wurden, wenn es sich um eine olympische Gottheit
handelte, von den Priestern und Priesterinnen und allen anderen
Teilnehmern in einer gemeinsamen Mahlzeit verzehrt.

Die
grundlegende Prinzipien des antik-hellenistischen Kalenders sind nun wie folgt:
Der
Tag beginnt und endet immer bei Sonnenuntergang.
Das
Jahr beginnt mit Hekatombaion, dem ersten Monat nach der Sommersonnenwende in
Athen.
Die
erste Olympiade war im Sommer 776 v.u.Z.
Der
Kalender ist international, basiert aber auf der Stadt Athen.
Das
Jahr wird in Mondmonaten gemessen und jeder Monat hat entweder 29 und 30 Tage.
Aufgrund
der Unregelmässigkeit des zwölfmonatigen Mondkalenders, wird der Monat
Poseidon gelegentlich wiederholt, um die Vollständigkeit des solaren
Kalenderjahres aufrechtzuerhalten.
Der
1. eines Monats wird Noumenia genannt, wenn der Neumond zum ersten Mal sichtbar
wird. Dieser Tag wird auch Enikainea genannt, der "Alte und Neue".
Der
15. eines jeden Monats wird Dikhomenia (dikhiazo; ich teile, ich halbiere)
genannt und fällt in die Nähe des Vollmondes.
Verschiedene
Tage des Monats sind den Gottheiten geweiht: der 1. Selene, wenn der Neumond
sichtbar wird, der 2.
Agathos
Daimon, der 3. Athena, der 4. ist Aphrodite und
Hermes geweiht (manchmal auch Herakles), der 6. Artemis, der 7. Apollon, der 8.
Poseidon und manchmal auch Theseus, vor allem in Athen. Die letzten drei Tage
sind den chthonischen Gottheiten, der letzte Tag des Monats, der 29. oder der
30. im Besonderen Hekate.
Jahresbeginn
Hekatombaion
beginnt am 23.06.09
Dies
ist das 1. Jahr der 697. Olympiade
Der Vollmond ist Zeus geweiht
Metageitnion
beginnt
am 2.8.08
Der Vollmond ist Demeter geweiht
Boedromion
beginnt am
31.8.08
Der Vollmond ist
Hestia geweiht
Puanepsion
beginnt am
30.9.08
Der Vollmond ist Ares geweiht
Maimakterion
beginnt am 29.10.08
Der Vollmond ist
Artemis geweiht
Poseidon
beginnt
am 28.11.08
Der Vollmond ist Poseidon
geweiht
Gamelion
beginnt am 28.12.08
Der Vollmond ist Hera geweiht
Anthesterion
beginnt am
27.1.09
Der Vollmond ist Hephaistos geweiht
Elaphebolion
beginnt am
25.2.09
Der Vollmond ist Athena geweiht
Mounukhion
beginnt am
27.3.09
Der Vollmond ist Aphrodite geweiht
Thargelion
beginnt am
25.4.09
Der Vollmond ist Apollon geweiht
Skirophorion
beginnt am 25.5.09
Der Vollmond ist Hermes geweiht
Agathos
Daimon, Schutzengel; lat. daemon, wörtl.: "reich an Wissen". Unter
dem Begriff Daimon verstanden die alten Griechen eine göttliche Kraft,
Schicksal oder "Gottheit" und ordneten auch die unsterblichen Helden
zu ihnen. Sie unterschieden zwischen den guten Daimonoi, den Eudemonoi, die
annähernd dem "Schutzgeist" oder dem wahren Willen einer jeden Person
entsprechen und den schlechten, den Cacodemonoi, die die Menschen auf falsche
Wege führen. Die alten Griechen glaubten zudem, dass sie zwischen den Menschen
und den Gottheiten vermittelten.
Sokrates sagt, dass er einen Schutzgeist habe,
der ihn schon das ganze Leben lang begleitet hat und ihn immer vor Gefahr und
Fehlurteilen bewahrt habe, aber niemals auf seine Handlungen einwirkte.
Der
Kluge lernt aus allem und von jedem,
der
Normale aus seinen Erfahrungen
und
der Dumme weiss schon alles besser.
Sokrates
(ca. 470-399 v.u.Z.)

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