Die Götter sind die einzigen, die Alter und Tod nicht kennen.

Alles andere unterliegt dem beherrschenden Einfluss der Zeit.

Die Kraft des Körpers nimmt ab, jene der Erde erschöpft sich,

die Rechtschaffenheit verkommt und die Heimtücke nimmt ihren Platz ein.

Das Freundschaftsband wie der Städtebund entstehen

und vergehen in steter Abwechslung ohne Ende.

Einmal wird einem Süsse, dann wieder Bitterkeit zuteil,

Freundschaften werden geschlossen und zerbrechen wieder.

Sophokles (5.Jh.v.Z.)

 

 

Ich wollt es wär` ein Hermelin...! - "Die

Priesterin von Bacchus" -

Hon. John Collier

 

 

ythen entstanden aus dem tiefen Bedürfnis der Menschen alle Erscheinungen des Lebens symbolisch zu deuten. Die Furcht des Menschen vor den unkontrollierten Naturgewalten, ihre philosophisch-spirituelle Suche, die Einsicht in ihre unwiederbringliche Einmaligkeit, sowie in ihre menschlichen Schwächen, fliessen in diese Geschichten ein und spiegeln in ihnen die Bestrebungen, die Errungenschaften, den historischen Werdegang, wie auch die Besonderheiten eines jeden Volkes.

 

Eines der ersten Völker, die Mythen schufen waren unter anderem die Griechen. Diese Mythen wurden über Generationen hinweg mündlich weitergegeben und immer wieder den jeweiligen Entwicklungen und Bedürfnissen entsprechend umgestalten und erweitert.

 

In ihrer Verbindung mit der mythologischen Überlieferung und ihren sittlichen Werten entwickelten sich die Gottheiten, höhere Wesen, die das Schicksal bestimmten und das Universum beherrschten. Diese Gottheiten waren der Gegenstand ihrer kultischen Verehrung und ihr Handeln war ein Wegweiser für ein sittliches Leben. Sie gaben Anstösse nach höheren Zielen zu streben und waren die Quellen ihrer Inspiration und Schöpferkraft. Sie waren der Treibstoff, der das erschuf, was wir gemeinhin als griechische Kultur bezeichnen.

 

Die wichtigste Frage, die sie beschäftigte, betraf die Entstehung der Welt und der Kräfte, die ihren Lauf regeln. 

Die ersten Einwohner des Landes, das später Hellas genannt wurde, setzten die Erde mit dem All gleich. Die Fruchtbarkeit der Natur, der Erde wie auch des Menschen, galt als ein höheres Mysterium und wurde vergöttlicht. Die Erde als mit all ihren wohltätigen Kräften nahm die Gestalt einer weiblichen Gottheit an, die für die Fortpflanzung und das Fruchttragen verantwortlich war. Die vorgeschichtlichen Einwohner verehrten sie an heiligen Stätten und brachten ihr künstliche Abbilder und Opfergaben dar.

 

Das hellenistische Pantheon entstand erst nach der Einwanderung der Dorer in den griechischen Raum und umfasste neben den dorischen Gottheiten auch Elemente des vorgriechischen Kultes, der mykenischen Götterwelt und der Religionen des vorderen Orients. 

Diese neue Göttergemeinschaft beherrschte von nun an die Welt und wachte über die Einhaltung der Gesetze. 

 

Mögen die griechischen Mythen das Walten der Natur und alles, was der Mensch zu begreifen versucht, deuten und uns zu wahrer Erkenntnis, Freude und edlem Tun inspirieren...

 

 

 

Der hellenistische Ritus

 

Der antik-hellenistische Jahreskreis

 

Die orphischen Hymnen

 

Kosmogonie und die Entstehung der Welt

 

Die Gottheiten

 

Die Frauen und die Olympischen Spiele