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Unsere Ankunft und die
geschichtlichen Hintergründe des Ortes
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| Rennes-le-Chateau bei
unserem Landeanflug... |
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Juni 2003 (und nachfolgend im Spätsommer 2004) befanden sich die Wenigkeiten Frater Eo Ipso und Frater Eidolon auf einer Studienreise durch das südfranzösische
Languedoc, diesen
geheimnisvollen und sagenumwobenen Landstrich, der das so genannte Kernland der christlichen Ketzerei
der Katharer und der Geheimnisse der Tempelritter bildet.
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Wir Fratres
brauchen weder Gut noch Geld... |
Nun, die Studienreise war bis anhin
äusserst erfolgreich verlaufen. Carcasonne und so manch anderes
architektonisches Juwel konnte begutachtet und fotographiert werden, das Wetter
war mild und freundlich, das französische Essen und der Wein wie
immer ausgezeichnet und wenn mal kein Hotelzimmer frei gewesen war, schlummerten
wir unter dem strahlenden, weiten Himmel Südfrankreichs und träumten so manch
süssen Traum. (Sie Beweisfoto - rechts!)
Frater Eidolon und ich - an diesem
Satzanfang hätte auch der Literaturnobelpreisträger Franz Kafka seine Freude -
also, Frater Eidolon und ich
kamen auf unserer okkulten Studienreise selbstverständlich nicht umhin, dem Dörfchen
Rennes-le-Chateau unsere persönliche Aufwartung zu machen,
das am Wegesrand dieser geschichtsträchtigen Gegend vor sich hinschlummerte.
Rennes-le-Chateau, dieses magische Dörfchen, das schon seit Jahren unsere
hitzigen Phantasien erregte und unsere gemeinsam verbrachten
"okkulten" Freitagabende,
bei kühlem Bier und knusprig gebratenen salzigen Speckschwarten, immer wieder
aufs Vortrefflichste mit dem
nötigen Gesprächsstoff versorgte.
So fuhren wir
denn nun voller Erwartungen die kurvenreiche, schmale, etwa 5 km
lange Bergstrasse hoch, die von Couiza, der
nächst grösseren Ortschaft, nach Rennes-le-Chateau führt.
Unsere Köpfe voller Theorien, die Herzen von der Gewissheit erfüllt, einem
mysteriösen Geheimnis auf der Spur zu sein und im Handgepäck nebst einschlägiger
Literatur, Metalldetektoren, ein Presslufthammer, eine Schlagbohrmaschine und
diverse Brecheisen in allen Grössen und Formen, gerade richtig, um auch dem
trotzigsten Schatzversteck beikommen zu können.
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So schön kann die
Landschaft um Rennes-le-Chateau
sein, seufz...
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Nun, das Ausgraben und Heben eines vermuteten Schatzes mit Schaufel, Kelle und Pinsel
wurde nach diversen vorhergehenden
Sondierungsgesprächen
schnell verworfen: zu zeitintensiv und zu tuntig!
Denn bei Schatzgräbern aus echten Schrot und Korn wird bestimmt nicht schwuchtelig
gepinselt, sondern gesprengt und notfalls auch gleich mal mit der Abrissbirne
hantiert!
Nun, was würde uns in
Rennes-le-Chateau wohl erwarten mögen?
Die Landschaft in dieser Gegend war berauschend und verzauberte uns, kleine
Dörfer und Städte liegen inmitten einer lieblichen Landschaft, mit einsamen,
verwunschenen Tälern und rauschenden Bächen. Weinberge schmiegen sich an
steinige Hügelketten, auf denen nichts ausser Myrte und Thymian wächst und die
Stille..., diese reine, klare Stille.
Wie
beruhigend wäre sie für mein Nervengeflecht doch gewesen, wenn
sie nicht immerzu von der wiederkehrenden Frage von Frater Eidolon unterbrochen
worden wäre, der nicht verstehen konnte, warum wir keinen Schweissbrenner und
eins bis zwei Stangen TNT für die Schatzsuche mitgenommen hatten.
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Frater Eidolon war
von den Dorfschönheiten
restlos begeistert! |
Als
wir in Rennes-le-Chateau angekommen waren und unser Auto beim alten Wasserturm geparkt hatten,
lustwandelten wir erst einmal durch das kleine, verwunschene
Dorf.
Anschliessend setzten wir uns in ein Gartenrestaurant,
das den tiefsinnigen Namen "Le Table de l`Abbe"
führte, um uns an einem Bierchen labend die die geschichtlichen Hintergründe des
Ortes zu vergegenwärtigten und um uns an den weiblichen Schönheiten des Ortes zu
erfreuen.
"Hey Frater Eo Ipso und Ritter von Jerusalem, lass uns doch einmal alles zusammentragen,
was wir geschichtshistorisch über diesen geheimnisvollen Ort zu wissen meinen!"
Okay,
dann lass uns mal loslegen.....
Wie
du ja selber weisst, war infolge seiner Lage auf einer Anhöhe, seiner guten Verteidigungsmöglichkeiten und
seiner unzähligen Quellen der Ort seit jeher von Menschen bewohnt. Die
Entdeckung neolithischer Gräber im Jahre 1880 bezeugt ihre Existenz vor über
3000 Jahren. Die Gallier machten den Ort wegen seiner günstigen Lage an der
Kreuzung natürlicher Wege und weil er auf seinem Felsen leicht zu verteidigen
war, zu einem wichtigen Handelsplatz.
Rennes-le-Chateau
soll angeblich eine gallische Etymologie haben: Reda oder vierrädriges Fuhrwerk.
Zahlreiche
Überreste zeugen auch von der römischen Besiedlung:
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Frater Eo Ipso und
Frater
Eidolon bei
Sondierungs-
bohrungen auf dem
Friedhof
von Rennes-le-Chateau |
Der Abschnitt von der
gepflasterten Strasse, die von Carcassonne über Rennes nach Spanien führte, der
Roc du Bezu und der St. Ludwig-Pass, alte Münzen mit dem Bild mehrerer Kaiser
und vor allem die Bäder in Rennes-les-Bains.
Aber die Westgoten waren es, die die von den Historikern erwähnte blühende Stadt
gründeten, nachdem sie von den
Hunnen
aus Mitteleuropa zurückgedrängt worden waren.
Nachdem
sie 410 Rom geplündert und sich des kolossalen Schatzes bemächtigt hatten, den
Titus im Jahre 10 aus Jerusalem mitgebracht hatte, besetzten sie Südgallien und
Spanien, die sie zum mächtigsten Königreich im ganzen Abendland mit Toulouse
als Hauptstadt machten.
Zum
Christentum bekehrt, sehr zivilisiert und fürs Bauen begabt, machten sie im
Laufe der Jahrhunderte Rhedae zu einer perfekten Festungsanlage, einer mächtigen
befestigten Stadt.
Unter
Clovis' Führung besiegten die Merowinger die Westgoten bei
Vouille,
steckten Toulouse in Brand und verdrängten sie nach Carcassonne, wo sie sich
einschlossen. Da Carcassonne Grenzstadt geworden war, hielten es wohl die
Westgoten für vorsichtiger, ihren fabelhaften Schatz nach Rhedae zu evakuieren,
das besser verteidigt war.
Das
westgotische Königreich, beträchtlich abgeschwächt und auf eine Landzunge
reduziert, die sich von Carcassonne in Frankreich bis nach Toledo in Spanien,
seiner neuen Hauptstadt, erstreckte, wurde von dem plötzlichen Eindringen der
Araber, die Charles Martel in Poitiers stoppte, überwältigt.
Als die Franken die Araber und Westgoten endgültig nach Spanien zurückdrängten,
schenkte Karl der Grosse einem seiner Befehlshaber die Stadt Carcassonne und
gründete somit die erste Grafschaft von Carcassonne, der Rhedae eingegliedert
wurde.
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Emblem an einer
Häuserwand in
Rennes-le-Chateau |
Durch
die Heirat Almarics, Sohn eines westgotischen Königs, mit der fränkischen
Prinzessin Chlothilde, wurde Rhedae zur königlichen Stadt erhoben und durch den
Prunk seines Hofes berühmt. Es war die Zeit der berühmten Troubadoure.
Im XI. Jahrhundert begann der Verfall von Rhedae. Ermengarde, seine Erbin,
Tochter eines Grafen von Carcassonne und Gemahlin eines Vicomtes von Beziers,
verkaufte ganz Rhedezium an das Haus von Barcelona. Ihren Nachkommen, den
Trencavels, gelang es
später, ihre Rechte auf dieses Gebiet geltend zu machen und es der Grafschaft
von Carcassonne wieder einzugliedern.
1190 aber forderte der König von Aragon, Alfons II, die Rechte, die er auf
Rhedezium zu haben behauptete, und eroberte die Stadt Rhedae, die er zerstörte,
verschonte aber die Zitadelle, die die Trencavel behielten.
Im
Jahre 1209, unter dem Vorwand der Bekämpfung der katharischen Ketzerei, wurde
die Rhazes-Gegend von dem perversen alten Sack Simon de Montfort und seinen
Kreuzrittern verheert, die der französische König Philipp II. August entsandt
hatte, um das mächtige Languedoc zu unterwerfen und es der französischen Krone einzuverleiben. Ein
vernichteter, ruinierter Marktflecken fiel seinem Leutnant Pierre de Voisins zu,
der dort ein Geschlecht gründete.
Zahlreiche
Knochenhaufen zeugen heute noch von den blutigen Schlachten, die zu allen Zeiten
an diesen Orten stattgefunden haben.
"Ja
genau, 1908, als die heutige Hauptstrasse aufgerissen
wurde, legten die Arbeiter einen Knochenhaufen von gewaltigen Ausmassen frei (Länge
von mehreren hundert Metern), mit Skeletten, die in sechs bis acht Schichten übereinander
lagen und nach O/W gerichtet waren. Und als eine Stelle beim Wasserturm, wo
wir unser Auto geparkt haben, aufgebaggert wurde, fanden die Bauarbeiter eine
mit Skeletten voll gestopfte Spalte.
Gruselig,
gelle, im Grunde genommen lustwandeln wir hier unentwegt auf Toten
herum. Rennes-le-Chateau ist im Grunde genommen ein einziges riesiges, tiiiefes
Grab."
Cooool...,
echt!
"Aber wie ging es nun weiter,
Ritter des siebenfarbigen Gewölbes?"
Der
Enkel von Pierre de Voisins restaurierte Rhedae teilweise und liess eine Kirche
erbauen, die seinem Schutzheiligen gewidmet war: Die St. Peter-Kirche. Er war
es auch, der den Bau der heutigen Burg veranlasste. Mauern und Strassen
bedeckten erneut das Plateau, und Rhedae wurde die Hauptstadt einer mächtigen
Burgvogtei.
Leider
nur für kurze Zeit!
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Dieses Gemäuser hat
bestimmt schon bessere Tage
gesehen - Chateau d´Hautpoul |
Aus
Spanien tauchte Graf Henri de Trastamare auf, ein furchtbarer Bandit, der alles
auf seinem Weg zerstörte und
seinerseits Rhedae belagerte. Und das Unglück geschah. Trotz des heroischen
Widerstands der Voisins vernichteten die grausamen Haudegen die
Befestigungsanlagen, die St. Peter-Kirche und alles, was von der stolzen
Zitadelle übrig blieb.
Als
hätte dieses Gemetzel noch nicht gereicht, wurden die wenigen Überlebenden
auch noch von der Pest heimgesucht.
So
verschwand die Stadt Rhedae für immer, während die Zwillingsstadt Carcassonne
unversehrt geblieben ist, um uns die 20 Jahrhunderte lange Geschichte zu erzählen.
Der
Name Voisins starb aus, als ihre jüngste Tochter einen Grundherr von Marquefave
spanischer Herkunft heiratete. Blanche von Marquefave, die dieser Ehe
entstammte, heiratete Pierre-Raymond von Hautpoul und brachte als Mitgift die
Baronie von Rennes mit in die Ehe.
Heinrich,
Freiherr von Hautpoul, nahm den Titel des Freiherr von Blanchefort wieder an.
Der letzte Marquis von Blanchefort heiratete 1732 Marie von Negre d`Ables, die
aus einer alten Familie vom Sault-Plateau stammte und 30 Jahre später ohne männliche
Nachkommen Witwe wurde.
Marie
von Negre d`Ables - Freifrau von Hautpoul von Blanchefort - entschlief im Schloss
von Rennes am 17. Januar 1781 im Alter von 67 Jahren.
Doch
Rhedae, lieber Frater und Ritter der ehernen Schlange, wollte nicht sang- und klanglos untergehen, das Datum ihres Todes wurde
zum Ausgangspunkt einer wahrhaft unglaublichen Geschichte...
Doch
warte
mal...
Herr
Ober,
noch zwei Biere!
Hallooooo...,
Mensch, verstehen die Franzosen hier kein Deutsch, oder was?

und
hier geht's weiter...

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