Wie alle begann...

 

 

  Ein Teil dieses verwunschenen

  Schlösschens...

m Januar 1781 fühlte die Freifrau d`Hautpoul von Blanchefort, angeblich eine Mitwisserin eines grossen Geheimnisses, das in ihrer Famille von Generation zu Generation weitergegeben worden war, dass ihre Zeit gekommen war, ihrem Gemahl ins dunkle, schweigende Grab zu folgen. 

 

Da sie kinderlos war, beschloss sie dieses Geheimnis, sowie hochwichtige Dokumente, ihrem Beichtvater Abbe Antoine Bigou anzuvertrauen, der seit sieben Jahren als Pfarrer in Rennes-le-Chateau tätig ist.

 

Beruhigt starb sie am 17. Januar 1781

 

Vorher hatte ihr aber der Geistliche versprochen, dieses mysteriöse Geheimnis nur einer Person anzuvertrauen, die es würdig ist, es entgegenzunehmen. 

 

Was er eben erfahren hat, entsetzte den Abbe, um so mehr als Frankreich durch politische Unruhen erschüttert wurde, die zur französischen Revolution von 1789 führen werden. Nach langer Überlegung versteckte er die Dokumente in dem westgotischen Pfeiler, der den Altar der Sainte Magdalena Kirche stützt und da er nicht wusste, was die Zukunft bringen mag, beschloss er, das Geheimnis dem Stein anzuvertrauen. 

 

1791 verwirklichte er seine Idee und liess eine grosse Platte mit lateinischen Inschriften auf das Grab der Gräfin legen, unter anderem mit der Inschrift "ET IN ARCADIA EGO" in griechischen Buchstaben.

 

 

Die Grabplatte von Marie, Freifrau d´Hautpoul von Blanchefort. Sieht ungewöhnlich aus, hmm...

Sieht ungewöhnlich aus, hmm...

 

An der Vorderseite des Grabes liess er eine andere Platte errichten, auf die er durch zahlreiche Anomalien in der Inschrift absichtlich aufmerksam macht. 

Der Grabstein weist gravierende Rechtschreibfehler und Worttrennungen auf und deutet möglicherweise auf das Geheimnis von Rennes-le-Chateau hin.

 

 

  Hmmmmmmmmm...

 

Zudem hielt er es für notwendig, innerhalb seiner Kirche eine sehr alte, ausgeschnitzte Platte umzuwenden, die womöglich ein Ritter und ein Kind auf einem Pferd darstellt.

 

 

So eine Grabplatte wünsch ich mir... - Grabplatte

mit Rittern aus karolingischer Zeit (8. Jhr.)

 

Kurz darauf, im Jahre 1792, musste er, da er den Treueid auf die Republik verweigerte, nach Sabadell in Spanien fliehen, wo er 18 Monate später starb. Bevor auch er starb, gab er das "grosse Geheimnis" Abbe Cauneille, der sich ebenfalls im Exil befindet, mündlich weiter. 

Das Geheimnis wurde später zwei weiteren Abbes anvertraut:

- dem Abbe Jean Vie, Pfarrer in Rennes-les-Bains von 1840 bis 1872.

- dem Abbe Emile-Francois Cayron, zur gleichen Zeit Pfarrer in St. Laurent de la Cabrerisse im Aude.

 

"Was beinhaltete nun dieses Geheimnis, ehrwürdiger Frater und Aufseher der Bauten?"

 

Tja, subtiles Brüderchen und erhabener Auserwählter der Neun, wer weiss das schon!?

Es gibt eine Fülle verschiedenster Theorien, die sich um diese mysteriöse Geschichte ranken. Lass uns doch auf diese möglichen Theorien später noch genauer eingehen. Daher übe dich in Geduld, denn in der Tugend der Geduld liegt die Wurzel der wahren, inneren Stärke!

 

"So möge es sein!"

 

Es sei!

 

"Es ist!"

 

Amen!

 

Also, wo war ich stehen geblieben?

Ach ja, jedenfalls stiessen nun zwei Pfarrer auf die Existenz der von Bigou versteckten Dokumente, die von höchster historischer Bedeutung sind.

Abbe Berenger Sauniere aus Montazels im hohen Aude-Tal, der am 1. Juni 1885 zum Pfarrer von Rennes-le-Chateau ernannt wurde und Abbe Henri Boudet, der Nachfolger von Jean Vie in der Pfarrei von Rennes-les-Bains, der als armes Kind von Abbe Cayron ausgebildet wurde.

Und genau diese feinen Herren verwerten diese Dokumente auf höchst lukrative Weise, wie wir sehen werden.

 

 

Henry Boudet (1837-1915)

 

Ja, ja, ja, der gute alte Abbe Boudet. Das war schon ein seltsamer Kauz. So wie es aussieht, besass er eine hervorragende Bildung und ein grosses Wissen auf dem Gebiet der Archäologie und der alten Sprachen. 

Und während Abbe Sauniere seine Kirche renovierte, veröffentlichte Henri Boudet 1986 ein wirklich seltsames Buch mit dem Titel "Die wahre keltische Sprache und der Kromlech von Rennes-les-Bains", das gleich nach seiner Veröffentlichung von Kritikern als "unseriöse und urkomische Schrift" bezeichnet wird.

 

 

Diese alte Schwarte stammt

aus dem Jahre 1886.

 

Dieses Buch, das voller Humor und Absurditäten steckt und so gar nicht der Persönlichkeit des Verfasser entspricht, enthüllt angeblich zwischen den Zeilen das mysteriöse Geheimnis der Hautpoul von Blanchefort.

Doch wer den Schlüssel zur Entzifferung des Buches nicht besitzt, kann den Inhalt dieses Buches eigentlich nicht verstehen.

So schreibt der Verfasser auf Seite 126 stolz, dass er für Aussenstehende in einem gewissen "Jargon" spreche. 

 

 

Ahoi, Kapitän Iglu, der Schatz liegt `gen

Westen beim Totenkopffelsen!

 

Aber auch das darin enthaltene Kartenmaterial ist nicht ohne. Immer wieder versuchten und versuchen findige (windige?) Schatzsucher aus aller Herren Länder anhand der Karten den möglicherweise um Rennes-le-Chateau versteckten Schatz zu entdecken. So glauben sie, Abbe Boudet habe im Buch die Koordinaten von insgesamt 12 Schatzverstecken der Westgoten verschlüsselt und die sich in der Umgebung von Rennes-les-Bains und Rennes-le-Chateau befinden sollen.

 

Ein seltsames Buch, euer Merkwürden!

Doch Boudet liebte wohl seltsame Bücher, denn trotz aller Kritik veröffentlichte er ein zweite Buch im Jahre des Herrn 1891 "lazadre, veni, foras" (deutsch: Lazarus, komm heraus). In dem Buch verlegte er die Geschichte des wieder auferstandenen Lazarus nach Südfrankreich, was wohl dem Bischof von Carcasonne missfiel. Nun, jedenfalls liess er die gesamte Auflage einsammeln und einstampfen.

 

Ja, dies war wahrlich ein seltsamer Pfarrer, der sich während seiner Amtszeit in Rennes-les-Bains Mühe gab, in seinem Friedhof Grabsteine zu fälschen und das Bild der Umgebung zu verändern, indem er mehrere Kreuze von ihrem Platz nahm und andere wiederum verschwinden liess.

 

Ein befreundeter Abbe, Pater Vannier, sagt über ihn: "Der Abbe Boudet weiss ein Geheimnis, das die grössten Umwälzungen verursachen konnte."

 

Doch kommen wir nun, sublimer Frater Kadosch der Gekreuzigten, zum wirklich und wahrhaft mysteriösen Teil unserer Geschichte. Der Geschichte von Abbe Berenger Sauniere!

 

Mensch, die Biergläser sind schon wieder leer...

Heee, hallo Garcon, ja genau Sie meine ich, oncor dö Biere, s`il wu plääh...

 

 

 

und hier geht's weiter...