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Das Geheimniss des Abbe Sauniere
Teil
3
"Du
hast doch vorher Nicolas Poussin erwähnt,
Ritter des Rosenkreuzes. Gibt es nicht noch mehr
Infos über ihn? Ich habe auch gehört, dass es noch `ne weitere Version von "Die Hirten von Arkadien"
geben soll."
Bei
dem geheiligten Tetragrammaton, si klaro...
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Welches Geheimnis mag
ihn
wohl so erschreckt
haben?
Nicolas Poussin -
Selbstportrait
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Nicolas
Poussin (1593-1665) verbrachte den Grossteil seines Lebens in Rom. Er wohnte
seit 1624 in der Stadt, als er 1629 kurz vor oder kurz nach Fertigstellung der
ersten Version zu "Et in Arcardia ego" schwer erkrankte und 1640 für ein
Jahr nach Paris zurückkehrte.
In den ersten Jahren seines Aufenthaltes in Rom
wurden zahlreiche antike Stätten ausgegraben. An den Arbeiten nahm auch Jean
Dughet, der französische Koch des Cavaliere del Pozzo und spätere
Schwiegervater Poussins, teil. Über ihn schrieb man später:
"Unweit von Capo
di Bove fand man einen überaus rätselhaften Schatz und einen Raum mit Silber
ausgestattet; doch ein Spion hatte den Fund verraten; so hatten die Entdecker
nicht viel von ihrem Glück, denn sie wurden eingesperrt. Nur der Schwiegervater
Poussins blieb verschont, da er der Koch des Senators war."
1656
sandte Nicolas Fouquet, der Finanzminister Ludwig XIV., seinen jüngeren Bruder
Louis nach Rom, um mit Poussin Kontakt aufzunehmen. Kurze Zeit später schieb
Louis seinem Bruder:
"Ich
übergab Monsieur Poussin den Brief, den Ihr die Ehre hattet, ihm zu schreiben;
er war überaus entzückt. Sie glauben nicht Monsieur, welche Mühen er auf sich
nimmt, um Ihnen zu dienen und mit welcher Gewissenhaftigkeit und Integrität er
seiner Aufgabe gegenübersteht. Er und ich haben gewisse Plane bezüglich Ihres
Anliegens ausgearbeitet, durch die Monsieur Poussin Euch sicherlich die
notwendigen Informationen zukommen lassen wird können, die wohl niemand ausser
ihm in Hunderten von Jahren wird enthüllen können und darüber hinaus
bereitet Euch dies kaum Ausgaben, sondern brachte Euch noch einen Gewinn. Es
handelt sich um Dinge, die nur schwer aufgedeckt werden können und wohl niemand
auf dieser Welt hat wohl so viel Glück..."
Jedenfalls
sieht es ganz so aus, als ob er im Besitz irgendeines Geheimnisses gewesen ist,
oder?
Poussins
Gemälde "Die Hirten von Arkadien", von
denen es zwei Versionen gibt, wirft einige interessante Fragen auf.
Vorlage
für die erste Version, die heute im Chatsworth House in Derdyshire hängt, war
ein Gemälde von Guercino, das 1620 entstand. Den später so berühmt gewordene
Satz "Et in Arcadia ego" prägte entweder Guercino oder sein
Lehrmeister Giulio Rospigliosi, der spätere Papst Klemens IX.
Auf
dem Bild Guercinos finden zwei Schäfer einen Schädel auf einem Steinblock mit
der besagten Inschrift.
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| Was haben wir den da
gefunden?
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Auf
dem ersten Gemälde von Poussin lesen zwei Schäfer und eine Schäferin die
Inschrift auf einem klassisch geschmückten Grabmal. Der Schädel ist kaum
sichtbar, Teil der Gravierung auf der Grabplatte und die vierte bärtige Figur
symbolisiert den Fluss Alpheus.
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Ein lauschiges
Schäferstündchen am
Grabstein.
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Die
zweite Version des Gemäldes, die im Louvre hängt und von der auch Berenger
Sauniere eine Kopie erstanden hatte, weicht erheblich von der ersten ab. Der
Schädel ist nicht mehr vorhanden, Alpheus wurde durch einen dritten Schäfer
ersetzt und die Figuren sind anders angeordnet. Das zuvor prunkvolle Grab ist
hier ein rauer, rechteckiger Steinblock, mit dem für Einzelgräber ausserhalb
Arques charakteristischen schräg abfallenden Oberteil. Poussin, könnte man
einwenden, würde so ein Monument kaum aus eigenem Antrieb gemalt haben, es sei
denn, er hat es in Wirklichkeit gesehen. Was aber bewog ihn, eine
Alternativversion dieses ganz und gar untypischen Themas anzufertigen?
Es
muss sich etwas ganz aussergewöhnliches in seinem Leben ereignet haben.
Wie
auch immer, bei der Restauration seines Grabes in Chateaubriand 1829 legte man
Poussin ein Relief der arkadischen Hirten bei.
Übrigens
existiert auch ein Denkmal bei Shugborough Hall in Staffordshire in England,
das im frühen und mittleren 17. Jahrhundert eine Hochburg der Freimauerei
gewesen war und auf dem Nicolas Poussins "Die Hirten von Arcadien" spiegelverkehrt
abgebildet ist.
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| Hey, da erkennt man
nichts! |
Der
Bau dieses Denkmals in den Gärten bei Shugborough Hall wurde im Auftrag von
Admiral Lord Anson im 18. Jahrhundert durchgeführt.
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| Schon besser...
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Folgende
Buchstaben erscheinen als Inschrift unter dem Bild:
Was dies wohl bedeuten mag?
Hmmm...?!
Zurück
in Rennes, führte Sauniere die Restaurierung der Kirche weiter. Zudem unternahm Sauniere,
ausgerüstet mit einem
Rucksack und begleitet von seiner Haushälterin Marie, lange Wanderungen in der
Umgebung von Rennes-le-Chateau und den Serbairou. Ein lauschiges Picknick oder ein amouröses Abenteuer war jedenfalls bestimmt nicht der alleinige
Grund, denn jeden Abend schleppte er einen Sack voller Steine nach Hause und als
man ihn nach dem Grund fragte, erwiderte er, er wolle einen Steingarten vor der
Kirche anlegen.
Der Garten existiert auch heute noch, allerdings stark dezimiert
durch Souvenirjäger, die in den Steinen das Geheimnis von Sauniere zu
entdecken hofften.
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Frater Eo Ipso und Frater
Eidolon beim Abtransport der
Steine aus Sauniere`s
Gärtchen |
Dies
war aber nicht die einzige Freizeitbeschäftigung Saunieres. Auf dem
Kirchenfriedhof standen ja immer noch die zwei Grabsteine im Andenken an Marie
de Negri d´Ables - Freifrau d`Hautpoul von Blanchefort.
Eines
Nachts schleppte Sauniere und seine Gehilfin Marie diese Blöcke von einem Ende des Friedhofe zum anderen
und löschte sorgfältig die Inschrift aus. Warum er dies tat?
"Keine
Ahnung! Vielleicht um ein Geheimnis zu schützen,
Geheimer Meister?"
Jedenfalls
wusste er nicht, dass sie
vorher bereits kopiert worden waren: einmal im "Bulletin de la Societe des Etudes
Scientifique de I'Aude" und das andere Mal in einem seltenen Buch von Eugene
Stublein "Pierres gravees du Languedoc".
Der erste Stein, der aufrecht am oberen
Ende des Grabes stand, soll übrigens zerbrochen und unleserlich im Häuschen von
Berenger Sauniere herumliegen. Nun, selbst für eine Zeit, da Steinmetze nicht sehr sorgsam arbeiteten, strotzte die Tafel von
Fehlern und falscher Rechtschreibung.
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| War der Steinmetz
Legastheniker? |
Hier
folgt nun die Übersetzung dieses Grabsteines:
HIER
LIEGT DIE ADLIGE MARIE DE NEGRE D'ABLES FREIFRAU
D'HAUTPOUL DE BLANCHEFORT BEGRABEN IM ALTER VON SECHSUNDSIEBZIG JAHREN
VERSTORBEN AM XVII (17) JANUAR MDCCLXXXI (1781) RUHE IN FRIEDEN
Die
seltsam vielsagenden Fehler und Anomalien der Inschrift sind wie folgt, Fürst
der Gnade und dreifacher Schotte:
CI
(Hier) ist falsch als CT geschrieben
NOBLE
hat ein kleines "e"
Das
Wort MARIE ist auf zwei Linien aufgeteilt
NEGRE hat ein kleines "e" und ist
zu hoch angesetzt
D'ABLES
wird falsch als D'ARLES geschrieben
Das
"T" fehlt in HAUTPOUL
Das
"E" in DE ist ungewöhnlich klein und zu hoch angesetzt
SOIXANTE
(sechzig) wird über zwei Linien geschrieben
Das
"p" in SEPT (sieben) ist zu klein und unterhalb der Linie
Bei
den römischen Ziffern ihres Todesjahres ist anstelle eines C ein O
eingemeisselt
REQUIESCAT
IN PACE (Ruhe in Frieden) ist falsch getrennt worden, so dass es REQUIES CATIN
PACE heisst -
Catin
heisst umgangssprachlich "Hure", eine Ungeheuerlichkeit auf einem
Grabstein einer Adeligen!
Erwähnenswert
erscheint noch, dass die falsch eingemeisselten Buchstaben die Worte "mort
epee" (Schwert des Todes) ergeben. Alles ziemlich sonderbar,
gelle?
Der zweite
Stein, der horizontal über dem Grab lag, bildet heute, frei von jeder
Inschrift, die Abdeckplatte für das Beinhaus in der nord-westlichen Ecke des
Friedhofes.
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| Rätsel ohne Ende... |
Seltsamerweise gibt es in der Literatur um
Rennes-le-Chateau noch eine zweite Darstellung der Grabplatte. Tja, welche mag
denn nun die Richtige sein?
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| Ein Mysterium hoch2... |
Es waren eine Reihe
rätselhafter Sätze und Zeichen eingemeisselt,
unter anderem dieselben Einschübe, wie auf einer der Pergamentrollen, die
Sauniere entdeckt hatte.
Einer der Sätze ist leicht zu entziffern. Links und
rechts steht senkrecht in zwei Teilen der bekannte lateinische Spruch: "Et in
Arcadia ego", inklusive zwei Templerkreuzen.
"Doch
was sagt der Steinblock denn noch aus,
Prinz des Tabernakels?"
Das Monogramm P-S wird als mögliche Anspielung auf die Prieure de Sion
aufgefasst. Die lateinische Wendung "Praecum" bedeutet soviel
wie: "Bete für mich".
Der Satz in der Mitte der Platte in
umgangssprachlichem Latein kann horizontal gelesen werden als "Reddis, Regis,
Cellis, Arcis" oder vertikal als Reddis, Cellis, Regis, Arcis". Es ist
schwer zu übersetzen; die Bedeutung der einzelnen Worte lautet:
Reddis: entweder
"von Rhedae", das heisst "von Rennes" oder "jemand der
wiederaufbaut",
Regis:
"eines Königs",
Cellis:
"an einem
verschlossenen Ort" oder "in einem Schrein",
Arcis:
"verschlossen,
sicher verwahrt".
Eindeutig
ist die Bedeutung der Spinne auf dem Stein. Spinne heisst auf französisch
"araignee", im Dialekt wird es zu "arenn", also verschlüsselt
bedeutet es "a Rennes", also "in Rennes". Dasselbe Zeichen
erscheint auch auf dem Gemälde von der Kreuzabnahme Christi in der Kirche von
Rennes-les-Bains, wo die Dornenkrone wie eine riesige Spinne aussieht. Dieses
Gemälde wurde vom Marquis Paul Francois Vincent de Fleury de Blanchefort, dem
Schwiegersohn von Marie de Negri d'Ables und Francis d'Hautpoul, der Kirche
vermacht.
Den
Grossteil der folgenden beiden Jahre verbrachte Sauniere mit Reisen. Er eröffnete
Bankkonten in den Nachbarstädten Perpignan und Toulouse, in Paris und sogar in
Budapest und es gingen riesige Überweisungen an seine Haushälterin Marie Denarnaud ein.
"Seltsam,
seltsam, was
für eine Rolle spielte den seine Haushälterin Marie in diesem Spielchen,
Sublimer Auserwählter der Wahrheit?"
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Hübsch war sie, das
Herzchen von Sauniere |
Nun,
Marie Denarnaud spielte bei diesem Mysterium vielleicht eine grössere Rolle als
man meinen könnte.
Sie
trat als eine bescheidene, zwanzig Jahre alte
Hutmacherin, in den Dienst von Sauniere. Im Laufe der Zeit wurde sie seine Vertraute,
Geliebte und
Komplizin, die später alle Spenden, die für den Abbe Sauniere
bestimmt waren, an sie persönlich geschickt wurden und sie testamentarisch
Universalerbin all seiner Reichtümer wurde.
Durch ihre
Anwesenheit, ihre ständige Wachsamkeit, ihre Autorität und ihre vorgetäuschte
Folgsamkeit spielte sie eine wichtige Rolle beim seltsamen Treiben des Abbe
Sauniere.
Marie, die sich nach der neuesten
Mode aus Paris kleidete und manchmal seltsame alte Juwelen um den Hals trug,
wurde von ihren Mitbürgern, "die Madonna"
genannt. Als sie aber alt und runzelig wurde, sagten die ehrfurchtsvollen
Dorfbewohner nur noch "Mademoiselle Marie", wenn sie von ihr
sprachen.
Die Restaurierung der Kirche
ging weiter, wobei beträchtliche Summen verschlungen wurden. Künstler, die
eigens aus Italien gekommen waren, konnten Sauniere nichts recht machen. Immer
wieder liess er Teile der Kirche entfernen und von den Künstlern neu gestalten,
bis sie es genau so, wie er es wünschte, künstlerisch darstellten.
Hallo...
He,
Garcon, he, halloooo...
Oncor
dö Biere, aber pronto!"

und
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