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Das Geheimniss des Abbe Sauniere
Teil
1
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1. Juni im Jahre 1885
wurde Francois-Berenger Sauniere zum Pfarrer der kleinen Kirche von
Sainte-Madelaine im 200 Seelendörfchen Rennes-le-Chateau berufen. Das verwahrloste, baufällige Gotteshaus stand am Ende
der Dorfstrasse, wo einst die Westgoten eine gewaltige Festung errichtet hatten
und war in früheren Zeiten die Privatkapelle der Grundherren von Rennes-le-Chateau
gewesen.
Sauniere stammte aus bescheidenen Verhältnissen und wurde 1852 in Montazels,
nur etwa 3 Kilometer von Rennes-le-Chateau entfernt, als ältestes von sieben
Kindern geboren. 1879 besuchte er im Alter von 27 Jahren das renommierte Priesterseminar von Sainte-Sulpice
in Paris.
Der Grund warum Sauniere in diese gottverlassene Gegend berufen worden
ist, ist unklar.
Wie viele andere Priesterkollegen, engagierte er ein
achtzehnjähriges Mädchen als Haushälterin und Dienstmädchen, Marie Denarnaud und es schien, als würde ihm ein ärmliches,
zurückgezogenes Leben auf dem Lande beschieden sein.
Doch wie das Leben
nun mal so
spielt, kam es ganz anders.
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Berenger Sauniere, der
kleine Schelm - 1852-1917 |
In den ersten Jahre in Rennes-le-Chateau führte er ein geruhsames und ruhiges
Leben. Er jagte und fischte in der Umgebung, vervollständigte seine
Lateinkenntnisse, lernte Griechisch und Hebräisch und pflegte seine Freundschaft
mit seinem Amtskollegen Abbe Gelis und Abbe Boudet, die in Nachbardörfern
lebten.
1886
beschloss er, die baufällige, kleine Pfarrkirche,
die 1059 Maria Magdalena geweiht worden war, zu restaurieren.
Das Geld (1500 Franc in Gold) lieh er sich aus der Gemeindekasse.
Merkwürdigerweise
wurden die Bauarbeiten durch eine grosszügige Spende des Adelshauses Chambord
mitfinanziert. Die Gräfin von Chambord liess Sauniere eine Summe von 3000
Francs in Gold zukommen, was zu dieser Zeit ein wahrhaft fürstliches Vermögen
war.
Doch welches Interesse hatte das Adelshaus Chambord an Abbe Sauniere und an
Rennes-le-Chateau?
Also,
genug Geld war nun vorhanden und so machte er sich guter Dinge an die Arbeit.
Bei
den Bauarbeiten in der Kirche stiessen die Maurer Babou und Pibouleau unter der
Leitung des Bauherren Elie Bot und ihre Helfer Berenger Sauniere, Marie
Denarnaud sowie ihr Vater und ihr Bruder auf ein Versteck im Boden. Darin soll
sich ein Krug mit Goldmünzen befunden haben, äusserten wiederholt die Maurer.
Sauniere hatte später behauptet, dass sich im Krug nur Medaillons aus Lourdes
befunden haben und diese seien aber wertlos gewesen.
Nach diesem Fund wurden die Restaurationsarbeiten an der Kirche eine
zeitlang eingestellt.
An dieser Stelle wird die ohnehin
schon merkwürdige Geschichte mehr als widersprüchlich, denn es werden in der
Kirche Pergamente entdeckt und es es gibt zwei Versionen, wie diese aufgefunden
worden sind.
Als erstes sei kurz erwähnt, dass
es keinerlei Beweise für die reale Existenz der Pergamente gibt. Sie liegen nur als Kopien vor.
Noel Corbu, der spätere
Besitzer des Grundstückes, erwähnt zum ersten Mal 1956 ein Pergament (nicht
mehrere) in einer Glasphiole, die von dem Glöckner Antione Captier in einem Hohlraum einer Holzsäule aufgefunden wurde. Er
benachrichtigte Sauniere darüber, der die Phiole an sich nahm.
Diese wenig bekannte
Auffindungsgeschichte ist die erste, die von einem Pergament handelt und ist
wohl entgegen der landläufigen Annahme möglicherweise die echte
Auffindungsgeschichte.
Alle Aussagen der Zeitgenossen,
sofern sie noch leben, bestätigen diese Geschichte und sind darin sehr
einheitlich. Nie war bei ihnen die Rede von Pergamenten. Hier die Aussage einer
Zeitgenossin: "Sie (die Journalisten) schreiben nie was ich ihnen sage, sondern
reden immer nur von in den Säulen des Altars aufgefundenen Pergamenten, obwohl
ich ihnen nie so was erzählt habe!"
Die zweite Version stammt von
Gerard de Sede nach Quellen von
Philippe
de Cherisey und Pierre Plantard. Er behauptet,
dass Berenger Sauniere den Altar restaurieren liess. Dieser bestand aus einer
soliden Steinplatte, wobei das eine Ende in die Wand einzementiert war und das
andere Ende auf einer alten gemeisselten Säule aus der Zeit der Westgoten stand.
Als er die Platte abnahm, stellte er fest, dass die Säule innen hohl war. In ihr
befanden sich drei versiegelte Holzzylinder, die vier Pergamentrollen
enthielten. Genau diese Dokumente waren es, so de Sede, die Abbe Antoine Bigou
in der Säule versteckt hatte.
Zwei Dokumente waren Stammbäume.
Eines war der Stammbaum der Grafen von Rhazes bis zum Jahr 1244 mit dem Siegel
Blancas von Kastilien, das andere war der Stammbaum von Francois-Pierre de
Hautpoul, Graf von Rennes-le-Chateau und Bezu und führte den Stammbaum von 1244
- 1644 weiter.
Das dritte Pergament soll der
letzte Wille von Francois-Pierre de Hautpoul gewesen sein. Dessen Inhalt gilt
als geheim und wurde bis anhin nie veröffentlicht.
Das vierte Pergament war vorne und
hinten beschrieben. Diese beiden Seiten werden das kleinere und das grössere
Manuskript bezeichnet und wurden das erste Mal von Gerard de Sede
1965 im Buch "L´or de Rennes" als Kopien veröffentlicht. Die
Originale, so es sie denn gibt, sind nie veröffentlicht worden.
Alle
Forschungen deuten darauf hin, dass die zweite Version der Auffindung der
Pergamente eine Erfindung ist und
die publizierten Pergamente Fälschungen.
Bereits in
einem Brief von 1974 schreibt de Cherisey, "dass er selbst die so
genannten Pergamente produziert und verbreitet hat."
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Maria, rette mich
armen Sünder... |
Jean-Luc
Chaumeil, der 1984 an einer BBC-Dokumentaion über Rennes-le-Chateau mitarbeite,
zitierte ausführlich Cherisey, wie er die Pergamente herstellte. "Man nehme
Fakten aus der Geschichte, baut eine Geschichte darum auf, schreibt Texte, die
man dann verschlüsselt, sie dann wieder entschlüsselt und voila, nach zwei Wochen Arbeit hat man eine Geschichte ins Leben gerufen, die einem selber noch
überlebt."
Wie dem auch
sei, in den westgotischen Altarpfeiler, in dem Sauniere diese Pergamente
entdeckt haben will, lässt er die Worte Mission 1891 und Penitence! Penitence!
einmeisseln. Er lässt ihn verkehrt herum im Garten vor der Kirche aufstellen und
schmückt ihn mit einer Mariastatue "Notre Dame de Lourdes". Sie wird am
21.6.1891 während einer Kommunion geweiht.
Also, einige
Tage nach dem seltsamen Fund weiss Sauniere auf einmal, welche Steinplatte, wo
zu heben ist. Nach de Sede war es die
Deckplatte des Grabes, die Abbe Antoine Bigou, einer der Vorgänger von
Berenger Sauniere, umwenden liess.
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Zoom mich ran, Scotty! |
Auf der Deckplatte sind Reliefs mit zwei Szenen aus einem Gewölbe oder einer
Krypta zu erkennen. Das linke Bild zeigt, soweit man es identifizieren kann,
einen Ritter, der in ein Horn bläst und dessen Pferd aus einer Quelle trinkt.
Das rechte ist die Darstellung
eines anderen Ritters mit einem Stab in der einen Hand und entweder einem Kind
oder einer Scheibe in der anderen. Der Stein ist schon recht verwittert und
stellenweise abgebrochen, so dass man die Bilder sehr schwer erkennen kann.
Zweifellos aber handelt es sich um ein sehr altes Meisterwerk. Bei der
Darstellung soll es sich um die Blanchefort-Prinzen Sigisbert der IV., Sigisbert
der V. und Bera der III. handeln.
Unter der Gruft wurde noch eine weitaus grössere Entdeckung gemacht: den Zugang zu einem Gewölbe, das er nun von den Arbeitern freilegen liess. Sie waren
auf die vergessenen Krypta der Grundherren von Rennes-le-Chateau
gestossen. Nachdem der Zugang freigelegt war, schickte er die Arbeiter nach
Hause und schloss sich und Marie Denarnaud in der Kirche ein. Was sie auch
gefunden haben, es ist nichts darüber bekannt.
In sein Tagebuch trägt er am 21.9.1891 folgendes ein :"Brief von Granes, Grab
entdeckt, am Abend Regen."
Kehren wir aber zu den ominösen
Pergament zurück, die Sauniere in der Altarsäule aufgefunden haben soll.
Auf den ersten Blick schienen sie nur
Übersetzungen aus dem Neuen Testament zu sein, lateinisch und in seltsam
altmodischer Form abgefasst. Der erste Teil, auch das "kleine
Manuskript" genannt, handelt von den Jüngern, die am Sabbat Ähren pflücken.
Dieser Text war eine
Zusammenfassung aus drei Evangelien: aus Markus (2,23-28), Matthäus (12,1-8)
und Lukas (6,1-5).
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Woow, beste Version ever...
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Das
"grosse Manuskript" beschreibt den
Besuch Christi im Hause des Lazarus, der Martha und Maria Magdalena. Johannes (12,1-11)
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bestimmt mit "Scrabble"
geknackt
werden...
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Bei
näherer Betrachtung wiesen die Handschriften allerdings einer Reihe
unerwarteter Charakteristika auf: Hervorstehende Einschübe, zusätzliche
Buchstaben im Text, manche mit einem Punkt markiert, andere wiederum verschoben.
Dies alles wies auf einen verschlüsselten Text hin.
Nach Quellen von de Sede, zeigte
Sauniere Anfang
1893, ermutigt durch seinen Freund Henri Boudet, die Manuskripte seinem Bischof,
Monseigneur Felix-Arsene Billard, in Carcasonne und erhielt die Erlaubnis und das Geld, sofort nach Paris
zu reisen.
Dort legte er die Dokumente Abbe Bieil vor, dem Generalsuperior von
Sainte-Sulpice, der ihn seinerseits mit seinem Neffen Ane, einem Herausgeber
religiöser Schriften und mit seinem Grossneffen Emile Hoffet bekannt machte.
Letzterer war erst Anfang zwanzig und doch schon ein Experte in den Gebieten der
Linguistik und der Kryptologie. Zudem war er eine der grössten Kapazitäten für alte Schriften und
okkulte Geheimbünde.
"Nun mach mal halblang, souveräner General-Gross-Inspektor, er soll also die Dokumente dem Generalsuperior von Sainte-Sulpice
gezeigt haben. Das ist ja wirklich interessant! Denn genau dieses
Priesterinstitut weist eine wirklich bewegende Geschichte auf:
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Sainte-Sulpice,
Hochburg aller sympathischen
Ketzereien |
Sainte-Sulpice ist nach Notre Dame die
grösste Kirche von Paris und
war im 19. Jahrhundert das bedeutendste Priesterseminar Frankreichs.
Zu den
bekanntesten Zöglingen dieser Anstalt gehörte Alphonse Louis Constant, der später den
Priesterberuf aufgab und unter dem Pseudonym "Eliphas Levi"
das Buch "Transzendale Magie. Dogma und Ritual", sowie eine Reihe anderer
Werke über die
Doktrin der Rosenkreuzer veröffentlichte.
Ein anderer abtrünniger Priester war
Abbe Joseph-Antoine Boullan, der sich 1876 zum "Hohepriester der Kirche von Karmel" in Lyon ernannte. Zwei junge Pariser, der Marquis Stanislas de Guaita,
der zwischen 1861 und 1897 dem "Ordre kabbalistique de la Rose-Croix"
vorstand und
sein Freund Oswald Wirth, beides Anhänger von Levi, traten in den Orden ein, um
dessen geheime Rituale kennen zu lernen. 1887 verkündeten sie, Boullan sei ein "Verdammter".
Boullan war überzeugt, das Guaita und Wirth ihn durch
Hexerei umbringen wollten und suchte deshalb Hilfe bei dem Schriftsteller J.K.
Huysmans, der in einer seiner Novellen (La-Bas, Tief unten -
Leseprobe
gefällig?) über Schwarze Magie
und schwarze Messen Boullan lobend erwähnt hatte.
Einer von Huysmans Freunden, ein früherer Anhänger
Boullans, war
der Schriftsteller Jules Bois und damalige Liebhaber der Sängerin Emma Calve. Am
4. Januar 1893 fiel Boullan plötzlich tot um, nachdem er einen Brief voller
Todesahnungen verfasst hatte. Bois liess diesen Brief in einer Pariser Zeitung
abdrucken und beschuldigte Guaita, Boullan durch Zauberei ermordet zu haben.
Wenige Tage nach diesen Geschehnissen soll Sauniere also in Paris eingetroffen
sein.
Entschuldige bitte meine ausschweifende Ausführung, höchsterleuchteter Frater
und erhabener Prinz des königlichen Geheimnisses. Wie ging es nun weiter?
Doch halt!
Bei Adonai und Metatron, hab ich einen Durst, du auch, souveräner Grosskomandant
des Tempels? Ja?
Hallo...
He,
Garcon, he, halloooo...
Oncor
dö Biere, aber pronto!"

und
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